EU, Energie

EU-Kommission schließt chinesische Wechselrichter von Förderung aus

23.04.2026 - 15:19:48 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Europäische Kommission hat offenbar die Förderung für alle Energieprojekte gestoppt, die Wechselrichter aus vier sogenannten Hochrisikoländern enthalten.

Solaranlage (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Solaranlage (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Zu den gesperrten Ländern zählen China, Russland, Iran und Nordkorea, berichtet der "Spiegel". De facto werden in der EU aber fast nur Wechselrichter aus China verbaut, vor allem von den beiden Firmen Huawei und Sungrow.

Wechselrichter steuern, wann und wie viel Strom eine Solaranlage oder ein Batteriespeicher ins öffentliche Netz speisen. Sie sind meist mit dem Internet verbunden, was sie aus Sicht der Kommission zum Hacking-Risiko macht.

Das Förderverbot der EU-Kommission gelte ab sofort, berichtet das Nachrichtenmagazin. Es wurde am Donnerstagmorgen in einer Videokonferenz mit zahlreichen betroffenen EU-Generaldirektionen und Branchenverbänden bekannt geben.

Das Förderverbot betrifft eine große Menge Projekte. In der Videokonferenz wurde laut Teilnehmern darauf verwiesen, dass die Europäische Investitionsbank 2025 rund ein Fünftel aller Solarprojekte in der EU gefördert hat. In den meisten davon wurden laut Brancheninsidern chinesische Wechselrichter verwendet.

Die Regelung betrifft auch Projekte in EU-Nachbarregionen wie Nordafrika oder dem Balkan, sofern sie an das europäische Stromnetz angeschlossen sind. Zudem sind nicht nur Energieprojekte ausgeschlossen, die Wechselrichter aus den vier "Hochrisikoländern" enthalten - sondern auch Projekte, in denen Wechselrichter von Unternehmen aus anderen Ländern stecken, die im Eigentum oder unter der Kontrolle von Akteuren aus den vier "Hochrisikoländern" stehen.

Für neue Projekte gilt das Verbot ab sofort. Finanzinstitute müssen zudem noch bis Anfang Mai ihre laufenden Projektpipelines melden und sind angehalten, bei möglichst vielen noch die Wechselrichter auszutauschen. Nur Vorhaben, die schon sehr weit fortgeschritten sind, können noch unter Übergangsregeln fallen und chinesische Wechselrichter verwenden.

de | news | 69239480 |

Weitere Meldungen

Reiche will CO2-Emissionshandel weiter abschwächen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will mit der geplanten Reform des Europäischen Emissionshandels für die Sektoren Energie und Industrie (ETS 1) deutlich länger CO2-Ausstoß zulassen als bisher geplant. (Politik, 04.06.2026 - 00:00) weiterlesen...

EU-Kommission: Unabhängigkeit bei Chips und Clouds retten. Brüssel schlägt vor, wie eine digitale Entflechtung funktionieren könnte. Gefährliche Abhängigkeit? Wichtige Daten liegen bei US-Cloud-Anbietern, Europas Autoindustrie zählt auf Chips aus China. (Wirtschaft, 03.06.2026 - 15:39) weiterlesen...

EU-Kommission will Unabhängigkeit bei Chips, Cloud und KI. Brüssel schlägt vor, wie die EU bei Technikfragen eigenständiger werden soll. Gefährliche Abhängigkeit? Wichtige Daten liegen bei US-Cloud-Anbietern, Europas Autoindustrie zählt auf Chips aus China. (Wirtschaft, 03.06.2026 - 14:11) weiterlesen...

EU-Kommission will mehr Schulden für Energiewende erlauben Wegen der aktuellen Energiekrise plant die Europäische Kommission eine weitere Lockerung der Schuldenregeln der EU.Künftig können Mitgliedstaaten, die Maßnahmen ergreifen, um die Energieversorgungssicherheit Europas zu stärken und den Übergang von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, eine "begrenzte haushaltspolitische Flexibilität" im Rahmen der derzeitigen nationalen Ausweichklausel für Verteidigungsausgaben beantragen, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. (Politik, 03.06.2026 - 13:20) weiterlesen...

EU-Kommission will mehr Schulden für Energiewende erlauben (Politik, 03.06.2026 - 13:07) weiterlesen...

Magyar kündigt Widerstand gegen EU-Asylregeln an Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar kündigt Widerstand gegen die Migrationspolitik der Europäischen Union an.Die EU verlangt von ihren Mitgliedsländern, an den Außengrenzen Asylverfahren für Migranten durchzuführen - auf die Frage, ob er diese Vorschrift des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems GEAS, die ab Mitte Juni gelten soll, auch anwenden wolle, kündigte Magyar in der FAZ an, "dass Ungarn keine illegalen Migranten übernehmen wird". (Politik, 03.06.2026 - 09:21) weiterlesen...