Kriminalstatistik für 2025 liegt vor: Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein zieht positive Bilanz - wieder höchste Aufklärungsquote in NRW und rückläufige Kriminalität - #polsiwi
04.03.2026 - 16:13:28 | presseportal.de
Landrat Andreas Müllers erster Kommentar fällt entsprechend positiv aus: "Wir haben landesweit zum dritten Mal in Folge die höchste Aufklärungsquote erzielt. Das ist schon ein ganz besonderes Ergebnis. Was für mich aber genauso wichtig ist: In Zeiten, wo immer wieder über Kriminalitätsfurcht gesprochen wird, sind rückläufige Zahlen bei Straftaten, gerade auch in den Bereichen der Gewalt- und Straßenkriminalität, sehr wichtige objektive Fakten. Allein dieses kurze Fazit zeigt, dass unsere Polizei sehr gute Arbeit geleistet hat."
13.263 Delikte weist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Kreisgebiet aus. Dies sind 1.826 Fälle weniger als noch im Jahr 2024, ein Rückgang um mehr als 12 Prozent. Mit Ausnahme auf den Coronazeitraum (2020/2021), wo viele Statistikbereiche deutliche Abweichungen aufwiesen, ist dies der niedrigste Wert der letzten 10 Jahre.
Auch der Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde, Leitender Polizeidirektor Klaus Bunse, betont beim Blick auf die Statistik stolz: "Uns ist es nochmals gelungen, die Aufklärungsquote zu steigern. Das bedeutet, dass eine Vielzahl von Straftaten ermittelt und Täterinnen und Täter überführt werden konnten. Ein wichtiges Signal in puncto Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger im Kreisgebiet. Ebenfalls sehr erfreulich: Auch mit Blick auf das Oberzentrum des Kreises, die Stadt Siegen, weist die PKS rückläufige Fallzahlen auf (-13,5 Prozent). Mit 7.103 Straftaten ist dies die niedrigste Straftatenzahl der letzten 10 Jahre."
Maßgeblich verantwortlich für den kreisweiten Rückgang der Straftaten sind insbesondere sinkende Fallzahlen im Bereich der Diebstahlsdelikte (- 799 Straftaten, Rückgang um fast 18 Prozent). Bereits im Jahr 2024 gab es in diesem Deliktsbereich einen deutlichen Rückgang um 785 Taten. Mit 3.663 Diebstahlsdelikten ist dies der niedrigste Stand der letzten zehn Jahre. Weitere Rückgänge gab es im Bereich der Betäubungsmitteldelikte (-233 Straftaten, Rückgang um fast 30 Prozent) sowie im Bereich der Sachbeschädigungen (-150 Fälle, Rückgang um 9,15 Prozent. Im Bereich der Erpressung auf sexueller Grundlage gab es ein größeres Ermittlungsverfahren gegen mehrere Beschuldigte im Kreisgebiet, welches 2024 zum Abschluss gebracht werden konnte. Hieraus resultiert nun im letzten Jahr ein Rückgang um 309 Fälle.
Betrachtet man die Diebstahlsdelikte genauer, so weist die PKS insgesamt die bereits genannten 3.663 Fälle auf. Allein 1.200 Straftaten entfallen dabei auf Ladendiebstähle. Damit macht allein dieser Bereich fast 33 Prozent aller Diebstahlsdelikte aus. Im Vergleich zum Jahr 2024 sank die Zahl der Ladendiebstähle um 205 Fälle. Unter die Diebstahlsdelikte fallen auch die Einbruchsdelikte. Nachdem bereits 2024 ein sehr erfreulicher Rückgang um 36 Prozent registriert werden konnte, gab es in 2025 einen weiteren Rückgang um fast 20 Prozent auf nunmehr 304 Fälle der Einbruchskriminalität. Zu der Einbruchskriminalität zählen auch die Wohnungseinbrüche. 2025 kam es zu 133 Wohnungseinbrüchen. Das sind 2 Prozent weniger als noch 2024. Damit sind im 10-Jahresvergleich nur die beiden Coronajahre mit jeweils 129 Wohnungseinbrüchen geringfügig niedriger. Positiv ist ebenfalls, dass knapp die Hälfte der Taten im Versuchsstadium endeten, das heißt, die Täter machten keine Beute, zum Beispiel weil sie gar nicht erst in die Wohnung oder das Haus gelangten.
Sehr erfreulich ist der Rückgang der Delikte der sogenannten Straßenkriminalität. Hier gingen die Straftaten um 324 Delikte und damit um 12 Prozent zurück. Bereits im Jahr 2024 waren die Delikte in diesem Bereich um mehr als 14 Prozent rückläufig. Auch im Bereich der Gewaltdelikte, wo verschiedene Straftaten zusammengefasst werden, ist ein Rückgang der Fallzahlen um fast 6 Prozent auf nunmehr 552 Delikte zu verzeichnen. Auch hier gab es im Jahr 2024 bereits einen Rückgang um 6 Prozent.
In der PKS werden seit einigen Jahren Sachverhalte, bei denen ein Messer als Angriffswaffe eingesetzt wurde, gesondert ausgewiesen. 2023 kam es laut PKS im Kreisgebiet mit 83 solcher Vorfälle zu dem bisherigen Höchststand. 2024 waren es noch 68 Fälle und im vergangenen Jahr sank die Anzahl nochmals auf 54 Fälle.
In der Stadt Siegen mit allen Stadtteilen zusammen sank die Anzahl der Messereinätze um neun auf nunmehr 36 Fälle und blieb damit deutlich unter dem Höchstwert von 2022 mit 56 Delikten. Neun dieser Messereinsätze fanden im öffentlichen Bereich statt (Bereich Straßenkriminalität), im Jahr 2024 waren es noch 14 Fälle.
Landrat Andreas Müller zeigte sich auch ansonsten sehr zufrieden mit den weiteren Entwicklungen für die Stadt Siegen: "Die Gewaltkriminalität sank zum zweiten Mal in Folge. 2025 gingen hier die Delikte um mehr als 12 Prozent auf 336 Fälle zurück. Im Jahr 2023 waren es noch 399 Fälle. Ich habe in den letzten beiden Jahren die Strategische Fahndung als Maßnahme in der Innenstadt durchführen lassen. Wie bereits mehrfach erläutert, ging es uns dabei insbesondere darum, unsere Spielregeln zu verdeutlichen und zu signalisieren, dass wir Gewalt nicht tolerieren. Die Strategischen Fahndungen standen natürlich nicht isoliert da. Wir setzten mit vielen Schwerpunkt- und Sonderkontrollen und einer erhöhten Präsenz in der Innenstadt diese Ausrichtung weiter fort."
Nach Bewertung der Polizei war dieser Ansatz erfolgreich. Gerade bei Straftaten, die auf der Straße passieren und dort ihren Ausgang haben, also der Straßenkriminalität, sieht man die positive Wirkung noch deutlicher. Hier konnte bereits 2024 ein Rückgang um 15 Prozent erreicht werden. 2025 folgte ein weiterer Rückgang um über 18 Prozent auf nunmehr 1.276 Fälle (2023 waren es noch 1.832 Taten). Das ist einschließlich der beiden Corona-Jahre 2020 und 2021 der niedrigste Wert seit 2013.
Abteilungsleiter Klaus Bunse führt ergänzend dazu aus: "Natürlich freuen wir uns über diese tollen Ergebnisse und sie bestätigen auch, dass unsere strategische Aufstellung in Sachen Kriminalitätsbekämpfung erfolgreich ist. Dabei war es uns wichtig, auch weiterhin den Fokus nicht nur auf das Oberzentrum des Kreisgebiets zu richten. Wir wollen natürlich auch die anderen Bereiche nicht aus dem Blick verlieren. Uns ist sehr wohl bewusst, dass gerade auch die ländlicheren Gebiete für reisende Tätergruppen Anreize bieten. Das haben wir im vergangenen Jahr zum Beispiel durch kleinere Diebstahls- und Einbruchserien im Wittgensteiner Bereich erleben müssen. Aber die Ermittlungen laufen auch hier auf Hochtouren, um diese Taten aufzuklären. Zudem ist der Wachdienst sensibilisiert und hat seine Streifentätigkeit entsprechend ausgerichtet.
Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass alle Menschen in Siegen-Wittgenstein in einer sicheren Region leben können und wir setzen alles daran, dieses Ziel auch zu erreichen. Insofern freut es mich außerordentlich, dass wir neben der eingangs erwähnten landesweit höchsten Aufklärungsquote mit einer kreisweiten Kriminalitätshäufigkeitszahl von 4.839 (Anzahl der Straftaten bezogen auf je 100.000 Einwohner) einen sehr niedrigen Wert aufweisen, insbesondere im Landesvergleich (7.524).
Solche Ergebnisse sind keine "Selbstläufer", sondern sie sind der Lohn für das bisherige Engagement meiner Kolleginnen und Kollegen, welches immer wieder über das normale Maß hinaus geht. Wir stellen fest, dass die Anforderungen, die an die Polizei gestellt werden, nicht weniger werden, so dass das zur Verfügung stehende Personal immer mehr an seine Grenzen kommt. Damit diese Grenzen nicht überschritten werden, haben wir aktuell nach längerer Analyse- und Planungsphase eine Neuorganisation der Direktion Kriminalität durchgeführt, um noch effizienter und zukunftssicher im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung aufgestellt zu sein.
Dies erläutert Landrat Andreas Müller genauer: "Durch die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen der Polizeibehörde weiß ich, dass die Erfolge oftmals nur dank des überdurchschnittlichen Einsatzwillens möglich sind. Die damit einhergehende Belastung war auch einer der Gründe, warum die angestrebte Neuorganisation der Direktion Kriminalität innerhalb der Belegschaft auf ein durchweg positives Echo stieß. Ich bin überzeugt, dass wir hier genau zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen und die Weichen für die Zukunft gestellt haben.
Und vielleicht kann ich im nächsten Jahr an dieser Stelle das gleiche Fazit ziehen wie in diesem und in den Jahren zuvor: Die Wahrscheinlichkeit, hier im Kreisgebiet Opfer einer Straftat zu werden, ist deutlich geringer als im Landesdurchschnitt und hier werden prozentual landesweit gesehen die meisten Straftaten aufgeklärt. Die Menschen in Siegen-Wittgenstein leben in einer vergleichsweise sicheren Region."
Ein ausführlicher Bericht zur PKS 2025 ist auf der Homepage der Kreispolizeibehörde abrufbar:
https://siegen-wittgenstein.polizei.nrw/artikel/polizeiliche-kriminalstatistik-2025-5
Rückfragen bitte an:
Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0271 - 7099 1222
E-Mail: pressestelle.siegen-wittgenstein@polizei.nrw.de
https://siegen-wittgenstein.polizei.nrw/
Original-Content von: Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein übermittelt durch news aktuell
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