Raser- und Poserszene im Visier - Polizei stellt zahlreiche Verstöße bei Verkehrskontrollen fest
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 14:26 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSSo waren Einsatzkräfte der osthessischen Polizei am Donnerstag (25.09.) und Mittwoch (15.10.) erneut im Stadtgebiet Fulda und im Umland unterwegs, um insbesondere szenetypische Fahrzeuge und deren Fahrer genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei den beiden Kontrollaktionen überprüften die Beamten insgesamt 106 Fahrzeuge, sprachen 35 Verwarnungen aus und leiteten fünf Strafverfahren ein. Zudem wurden sechs Fahrzeuge sichergestellt. Zeitweise wurden die Maßnahmen durch Sachverständige der DEKRA unterstützt, die mehrere Fahrzeuge unmittelbar vor Ort begutachteten.
Getuntes Kleinkraftrad erreicht mehr als 100 km/h
Besonders auffällig war ein Kleinkraftrad der Marke Simson, das den Beamten am 25. September im Bereich Künzell ins Auge fiel. Der Fahrer war gemeinsam mit zwei weiteren Zweiradfahrern unterwegs, die teilweise versuchten ihre Maschinen auf dem Hinterrad zu bewegen. Bei der anschließenden Kontrolle der Simson stellten die Einsatzkräfte umfangreiche technische Veränderungen fest. Auf einem Rollenprüfstand erreichte das Zweirad eine Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h. Die Messung wurde daraufhin abgebrochen. Aufgrund der erheblichen Leistungssteigerung und der damit verbundenen Veränderung des Fahrzeugklasse von einem Kleinkraftrad zum Leichtkraftrad, bestand der Verdacht, dass die Betriebserlaubnis erloschen war. Das Kleinkraftrad wurde zur weiteren Begutachtung durch einen Sachverständigen sichergestellt.
Auch ein Autofahrer fiel den Zivilkräften durch seine deutlich überhöhte Geschwindigkeit in der Fuldaer Mackenrodtstraße auf. Die Beamten dokumentierten den Verstoß mit ihrer Messtechnik. Bei der anschließenden Kontrolle erklärte der Fahrer, er habe lediglich noch schnell Chips für eine Familienfeier besorgen wollen. Ihn erwarten nun ein Bußgeld von 260 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot.
Zur Fahndung ausgeschriebener Mercedes sichergestellt
Im Rahmen der Kontrollen wurde eine weitere Zivilstreife in der Fuldaer Innenstadt auf einen Mercedes-AMG C 63 aufmerksam. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Wagen nach einer Straftat von einer anderen Polizeibehörde zur Eigentumssicherung ausgeschrieben war. Die beiden Fahrzeuginsassen machten gegenüber den Beamten Angaben zum Fahrzeug, die den Sachverhalt zunächst nicht abschließend klären konnten. Der Mercedes wurde sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Unterschlagung werden durch die Kriminalpolizei geführt. Das Fahrzeug soll seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.
Motorradfahrer flüchtet vor Polizeikontrolle
Auch bei der erneuten Kontrollaktion am 15. Oktober stellten die Einsatzkräfte verschiedene Verstöße fest. Unter anderem fiel einer Zivilstreife zwischen Bronnzell und Eichenzell ein Motorradfahrer auf, der durch eine besonders laute Abgasanlage und riskante Fahrmanöver auffiel. Die Beamten dokumentierten seine Fahrweise mit der Videotechnik ihres Dienstfahrzeugs. Als die Einsatzkräfte den Mann wenig später in Eichenzell kontrollieren wollten, flüchtete dieser zu Fuß über angrenzende Grundstücke. Sein Motorrad ließ er zurück. Bei der anschließenden technischen Überprüfung stellten die Beamten Hinweise auf Manipulationen an der Abgasanlage sowie weitere unzulässige Umbauten fest. Das Motorrad wurde zur Begutachtung sichergestellt. Die Ermittlungen zum Fahrer dauern derzeit noch. Ihn erwartet mitunter ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.
Geschwindigkeitskontrollen in der Petersberger Straße
Ergänzend zu den Fahrzeugkontrollen führten die Einsatzkräfte am 25. September gemeinsam mit der Stadtpolizei Fulda Geschwindigkeitsmessungen in der Petersberger Straße durch. Dabei wurden mehr als 2.000 Fahrzeuge gemessen. Insgesamt stellten die Kontrollkräfte 115 Geschwindigkeitsverstöße fest. In 103 Fällen wurden Verwarnungen ausgesprochen, in zwölf Fällen Bußgeldverfahren eingeleitet. Drei Verkehrsteilnehmer müssen darüber hinaus mit einem Fahrverbot rechnen.
Polizei setzt Kontrollen konsequent fort
Die Polizei zieht aus den wiederkehrenden Kontrollmaßnahmen ein positives Fazit. Die gezielte Überwachung bekannter Treffpunkte und die konsequente Ahndung festgestellter Verstöße zeigen Wirkung. Dennoch gibt es weiterhin Verkehrsteilnehmer, die durch überhöhte Geschwindigkeit, unnötigen Fahrzeuglärm oder gefährliche Fahrmanöver auffallen. Der osthessische Polizei wird deshalb auch künftig gezielte Kontrollen durchführen. Dabei stehen insbesondere die Verhinderung gefährlicher Fahrmanöver, darunter auch sogenannter Driftmanöver zur Winterzeit, die Reduzierung vermeidbarer Lärmbelästigungen und vor allem die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Mittelpunkt. Wer öffentliche Straßen als Bühne für riskante Fahrmanöver oder zur Selbstdarstellung nutzt, muss auch weiterhin mit konsequenten Kontrollen und entsprechenden Konsequenzen rechnen.
(Regionaler Verkehrsdienst Fulda)
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