HZA-OL: Hauptzollamt Oldenburg: Zahlen, Daten und Fakten aus der Jahresbilanz 2025
12.05.2026 - 14:53:23 | presseportal.de
Über 300 Kilogramm Rauschgift wurden dem kriminellen Handel entzogen
18 Millionen Euro festgestellter finanzieller Schaden aus straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit
Auch angesichts unsicherer Zeiten und globaler Krisen schützt der Zoll Menschen in unserem Land und die heimische Wirtschaft. Dabei kann der Zoll schon lange nicht mehr auf seine traditionelle Arbeit an Grenzübergängen wie z.B. an Flug- und Seehäfen reduziert werden. "Die Wahrnehmung der vollzugsrechtlichen Aufgaben wie etwa die Kontrollen im grenznahen Raum oder die Bekämpfung der Schwarzarbeit prägen auch weiterhin das Aufgabenportfolio im Bezirk des Hauptzollamts Oldenburg. Mit unserer Kernaufgabe als Einnahmeverwaltung des Bundes stellt sich unser Tätigkeitsspektrum jedoch sehr viel breiter und facettenreicher dar," erklärt Regierungsdirektorin Stephanie Grotheer, Leiterin des Hauptzollamts Oldenburg.
Grotheer weiter: "Das Hauptzollamt Oldenburg steht im nordwestlichen Niedersachsen für eine reibungslose Abfertigung des regulären internationalen Warenverkehrs, schützt Bürger und Umwelt vor schädlichen oder gefährlichen Schmuggelgütern, erhebt Steuern für die Handlungsfähigkeit des Staates und setzt sich mit der Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit für einen fairen Wettbewerb ein."
Erfolgreiche Bilanz bei den Steuereinnahmen: über drei Milliarden Euro
Rund 700 Zöllnerinnen und Zöllner vereinnahmten in einem Zuständigkeitsbezirk von über 12.100 qkm mit 1,75 Mio. Einwohnern über drei Mrd. Euro. Steuergelder, die eine finanzielle Leistungs- und Handlungsfähigkeit unseres Gemeinwesens mittragen.
Auf die klassische Steuer für die Einfuhr von Waren aus Ländern außerhalb der Europäischen Union - den Zoll - entfallen dabei rund 201,8 Mio. Euro. Die in diesem Zusammenhang zu erhebende Einfuhrumsatzsteuer betrug rund 2,3 Mrd. Euro. Die nachfolgende Übersicht trägt die gesamten Steuereinnahmen des Jahres 2025 zusammen:
Zölle: 201,8 Mio. Euro
Einfuhrumsatzsteuer: 2,3 Mrd. Euro
Verbrauchsteuern 418,6 Mio. Euro
(z.B. Energie-, Strom-, Tabak, Alkohol- und Biersteuer)
Verkehrsteuern (inkl. Kraftfahrzeugsteuer): 96,3 Mio. Euro
Steueraufkommen insgesamt: Rund 3,4 Mrd. Euro
Finanzkontrolle Schwarzarbeit
Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze. Obwohl sie sich der Verpflichtung zur Zahlung von Steuern und Abgaben entziehen, profitieren Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber von der staatlichen und vor allem sozialen Infrastruktur. Die Prüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls gehen gegen diese Ungerechtigkeit vor: "Unser Einsatz hilft, faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen und reguläre Beschäftigung bei gerechter Bezahlung zu sichern." erläutert Frau Grotheer.
Durch die FKS des Hauptzollamts Oldenburg kam es im Jahr 2025 zu annähernd 450 Prüfungen von Arbeitgebern, rund 7.500 Arbeitnehmer wurden am Arbeitsplatz zu ihren Beschäftigungsverhältnissen befragt.
Der festgestellte finanzielle Schaden aus den daraus resultierenden straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen liegt bei rund 18 Millionen Euro.
1.319 Strafverfahren konnten durch den Einsatz der FKS im vergangenen Jahr eingeleitet werden; 1.358 Strafverfahren kamen zum Abschluss. Einleitung und Abschluss von Ermittlungsverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten stehen im zahlenmäßigen Verhältnis von 643 zu 632. Darin enthalten sind Verfahren, die wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetz Einleitung fanden.
Insgesamt 665.000 Euro an Geldstrafen sowie 526.000 Euro an Buß- und Verwarngeldern wurden durch die FKS erwirkt; 182 Monate an Freiheitsstrafen wurden festgesetzt.
Im Bezirk des Hauptzollamts Oldenburg sind Einheiten der FKS an den Standorten Oldenburg und Emden ansässig.
Zollkontrollen: Eine Frage der Sicherheit!
Mit dem Wegfall der Kontrollen im Binnenland der EU wurden die stationären Warenkontrollen des Zolls am direkten Grenzverlauf zwischen den Mitgliedstaaten abgeschafft. Seitdem sind diese Staatsgrenzen weder für den gewerblichen Warenverkehr noch für den privaten Reiseverkehr ein Hindernis. Offene Grenzen sind jedoch kein Freifahrtschein für Drogenkuriere, Waffenhändler und Zigarettenschmuggler. Die Überwachung der innergemeinschaftlichen Grenzen sowie die Kontrollen in Seehäfen an der Außengrenze der EU in der Küstenregion bilden einen Aufgabenschwerpunkt des Hauptzollamts Oldenburg. Täglich im 24-Stunden-Schichtbetrieb organisierte Kontrolleinheiten des Zolls sind an den Standorten Emden und Norden sowie in Wilhelmshaven, Brake und Oldenburg erfolgreich im Einsatz gegen den Schmuggel von verbotenen und gefährlichen Gütern. Eine besondere Bedeutung nimmt hierbei der Einfuhrschmuggel von Kokain ein. "Durch die Vergrößerung des Überwachungsdrucks in den klassischen Einfallshäfen wie beispielsweise Antwerpen und Rotterdam müssen wir damit rechnen, dass auch die niedersächsischen Seehäfen zunehmend in den Fokus international agierender Tätergruppierungen gelangen" so Grotheer. Dem Zoll liegen derzeit zwar keine belastbaren Erkenntnisse vor, dass Deutschland allgemein und die niedersächsischen Seehäfen speziell und gezielt als alternative Route genutzt werden, um Kontrollen in den Häfen von Rotterdam und Antwerpen zu umgehen, jedoch zeigen zwei Großaufgriffe in den Seehäfen Brake und Wilhelmshaven, dass mit einer solchen Tendenz durchaus zu rechnen sein muss.
"Unsere Zollkontrollen sind erfolgreich und wichtig. Sie schützen die Bevölkerung vor verbotenen Schmuggelwaren, die wir nicht nur für die Region, sondern natürlich auch für das ganze Land aus dem Verkehr ziehen", führt Grotheer weiter aus. "In der Gesamtheit haben wir im vergangenen Jahr 44.700 Fahrzeuge und Einzelpersonen kontrolliert. Dabei bleibt der Kampf gegen den Drogenschmuggel im Grenzraum zu den Niederlanden weiterhin ein Kontrollschwerpunkt." In 3.419 Fällen kam es zu Beanstandungen des Zolls, davon standen 745 Fälle im Zusammenhang mit dem Schmuggel von Rauschgift. Insgesamt wurden über 300 Kilogramm Betäubungsmittel sichergestellt und damit dem Schwarzmarkt entzogen. Den Hauptanteil hatten dabei Aufgriffe im Zusammenhang mit der illegalen Einfuhr von Kokain. Auch die unerlaubte Einfuhr von Cannabisprodukten insbesondere aus den Niederlanden ist weiterhin ein Dauerthema bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs. Trotz der Teillegalisierung durch das Konsumcannabisgesetz ist sowohl die Ein- und Durchfuhr von Cannabis aus dem Ausland als auch die Ausfuhr in das Ausland nach wie vor verboten. Die Kontrolleinheiten des Hauptzollamts Oldenburg leiteten in 344 Fällen Strafverfahren wegen der illegalen Einfuhr von Cannabis ein und stellten hierbei insgesamt rund 12 Kilogramm Haschisch und Marihuana sicher. Die Kontrolleinheiten richten das Augenmerk darüber hinaus auch auf Kontrollen von Betrieben des Einzelhandels wie z.B. Kiosken oder Shisha-Shops im Rahmen der Steueraufsicht. Bei diesen Kontrollen konnten die Zöllnerinnen und Zöllner unter anderem über 230 Liter unversteuerte Substitute für Tabakwaren (beispielsweise Liquids in E-Zigaretten) sowie über 280 Kilogramm unversteuerten Wasserpfeifentabak sicherstellen.
Der Wasserzoll
Der Zoll ist Teil der Küstenwache der Bundesrepublik Deutschland. Er nimmt gemeinsam mit anderen Behörden die Grenzaufsicht an den Wassergrenzen, insbesondere der Seeküste wahr. Zu seinen Aufgaben zählen neben zolleigenen Überwachungsmaßnahmen auch der Umweltschutz auf See, Aufgaben im Zusammenhang mit der Überwachung sog. kritischer maritimer Infrastruktur.
Im vergangenen Jahr konnte mit dem Zollschiff "EMDEN" das erste Einwachenschiff des Zolls mit alternativem LNG-Antrieb für das Einsatzgebiet der Nordsee in Dienst gestellt werden. Für das Hauptzollamt Oldenburg sind insgesamt zwei Zollschiffe und zwei Zollboote mit Liegeplätzen in Emden und Wilhelmshaven im Einsatz.
Die Zollämter - Schnittstelle für den internationalen Warenverkehr
Von der Containerladung bis zum Postpaket - die Warenabfertigung ist seit jeher ein Kerngeschäft der Zollverwaltung. Dass grenzüberschreitende Warenströme so barrierefrei wie möglich fließen können, verdanken wir den Beschäftigten bei den Zollämtern.
Zum Hauptzollamt Oldenburg zählen sieben Zollämter an den folgenden Standorten: Brake, Cuxhaven, Emden, Kreyenbrück (Oldenburg), Papenburg, Stade und Wilhelmshaven.
Die Zollämter überwachen den Warenverkehr und erheben im Bereich der Einfuhr Steuern und Zölle und sind im Bereich der Ausfuhr insbesondere für die Einhaltung des Außenwirtschaftsrechts zuständig. Zollkontrollen finden vor allem im Hinblick auf Verbote und Beschränkungen beispielsweise zum Schutz der Gesundheit von Menschen und Tieren, der Umwelt oder des gewerblichen Rechtsschutzes statt. Des Weiteren sind die Zollämter -mit Ausnahme des Zollamts Kreyenbrück- örtliche Kontaktstellen im Bereich der Kraftfahrzeugsteuer
Karriere beim Zoll
Im vergangenen Jahr haben bundesweit 2.100 junge Menschen eine Ausbildung beim Zoll begonnen, 43 davon beim Hauptzollamt Oldenburg.
Die Berufseinsteiger beim Zoll absolvieren eine zweijährige Ausbildung (mittlerer Dienst) bzw. ein dreijähriges Studium (gehobener Dienst). Theorie und Praxis wechseln sich dabei ab und bauen aufeinander auf.
Die fachtheoretischen Teile werden an zolleigenen Bildungszentren in Münster, Leipzig, Rostock, Plessow, Erfurt oder Sigmaringen absolviert. Die Praxisphasen verbringen die Nachwuchskräfte in verschiedenen Abteilungen des Ausbildungshauptzollamts und bei nahegelegenen Zollämtern sowie Zollfahndungsämtern.
Mit der Einstellung beim Zoll erwartet die Auszubildenden nicht nur eine fachlich hochwertige Ausbildung bzw. ein hochwertiges Studium und viele spannende und abwechslungsreiche Aufgaben, sondern auch ein sicherer Arbeitsplatz, an dem sie u.a. für Steuereinnahmen, Verbraucherschutz und die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland sorgen.
Auch in den kommenden Jahren wird der Zoll verstärkt Ausbildungs- und Studienplätze für eine sichere Zukunft in einer großen Bundesverwaltung anbieten.
Für eine Einstellung zum 1. September 2027 können sich Interessierte noch bis zum 15. Oktober 2026 beim Hauptzollamt Oldenburg bewerben.
Ausführliche Informationen zu Bewerbung, Einstellung, Ausbildung und Studium beim Zoll werden unter www.zoll-karriere.de oder in den Sozialen Medien (facebook und Instagram) unter "ZOLL Karriere" angeboten.
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Oldenburg
Jens Kloppmann
Telefon: 0441/8009-1303
E-Mail: Jens.Kloppmann@zoll.bund.de
www.zoll.de
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