ZOLL-H: Jahresbilanz 2025 des Zollfahndungsamtes Hannover: Rekordwert an Drogensicherstellungen der letzten 10 Jahre/ Fast zwei Tonnen Betäubungsmittel und Cannabis in 2025 beschlagnahmt
28.05.2026 - 13:27:34 | presseportal.de
Insgesamt wurden 24 Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität geführt. Damit bewegt sich das Aufkommen weiterhin auf einem konstant hohen Niveau und verdeutlicht die zunehmende Professionalisierung international agierender Täterstrukturen.
"Kriminelle Netzwerke agieren längst grenzüberschreitend und hochorganisiert. Effektive Bekämpfung funktioniert deshalb nur durch eine enge nationale und internationale Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Die Ermittlungserfolge des vergangenen Jahres zeigen, dass gemeinsame Strategien, ein schneller Informationsaustausch und koordinierte Maßnahmen entscheidend sind, um die komplexen Täterstrukturen nachhaltig zu zerschlagen", erklärt Regierungsdirektorin Monika Dennhardt, Leiterin des Zollfahndungsamtes Hannover.
Im Jahr 2025 stellten Ermittlerinnen und Ermittler des Zollfahndungsamtes Hannover unter anderem sicher:
sowie
Die Ermittlungen führten darüber hinaus zur Aufdeckung eines Gesamtsteuerschadens in Höhe von rund 670 Millionen Euro. Gegen Tatverdächtige wurden durch die Gerichte Freiheitsstrafen von insgesamt rund 159 Jahren verhängt.
"Die hohen Schadenssummen und die professionelle Vorgehensweise der Tätergruppierungen machen deutlich, welche erheblichen Auswirkungen diese Form der Kriminalität auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hat. Umso wichtiger ist eine konsequente Strafverfolgung", so Dennhardt weiter.
Ausgewählte Schwerpunkte der Ermittlungsarbeit 2025:
Verbrauchsteuerkriminalität weiterhin bedeutendes Deliktsfeld
Der illegale Handel mit unversteuerten Tabakwaren blieb auch 2025 eines der zentralen Deliktsfelder des Zollfahndungsamtes Hannover. Die Tätergruppierungen agieren hierbei zunehmend international vernetzt und arbeitsteilig.
Besonders hervorzuheben ist der Abschluss umfangreicher Ermittlungen innerhalb eines Joint Investigation Teams mit Beteiligung belgischer und niederländischer Behörden. Über mehrere Jahre hinweg wurde gegen eine international operierende Tätergruppierung ermittelt, die unversteuerte und unverzollte Zigaretten überwiegend aus der Türkei und dem Iran über Containertransporte nach Europa schmuggelte. Um Kontrollen zu umgehen, wurden die Lieferungen mit falschen Warenbezeichnungen versehen und an fiktive Empfänger adressiert. Die Transporte gelangten unter anderem über die Häfen Antwerpen und Hamburg nach Deutschland.
Den Tatverdächtigen wird der Umschlag von mehr als 1,6 Milliarden unversteuerten und unverzollten Zigaretten vorgeworfen. Der entstandene Steuerschaden beläuft sich auf über 600 Millionen Euro. Im Januar 2025 vollstreckten die Behörden im Rahmen eines europäischen Action Days unter anderem zehn Haftbefehle. Die Gerichtsverhandlungen gegen die Tatverdächtigen dauern nach wie vor an.
(https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/5959568)
Zudem rückte der illegale Handel mit E-Zigaretten, sogenannten Vapes, weiter in den Fokus der Ermittlungen. Im November 2025 konnten in Nordrhein-Westfalen rund 165.000 illegale Vapes sichergestellt werden. Die Maßnahmen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit belgischen Behörden, die zeitgleich eine europaweite Rekordsicherstellung von rund 1,15 Millionen Vapes durchführten.
(https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/6174345)
Umfangreiche Verfahren gegen internationale Betäubungsmittelkriminalität
Die Bekämpfung des internationalen Betäubungsmittelschmuggels stellte im Jahr 2025 einen wesentlichen Bestandteil der Ermittlungsarbeit dar.
Der Rekordwert von fast zwei Tonnen Drogen steht im Zusammenhang mit dem starken Anstieg der Cannabissicherstellungen im Vergleich zum Vorjahr. So wurden im Jahr 2024 insgesamt 265 Kilogramm Cannabis beschlagnahmt. Im Jahr 2025 stiegen die Sicherstellungen auf fast 1,5 Tonnen Cannabis an.
Neben der Zunahme im Bereich Cannabis konnte auch bei den anderen Drogenarten beachtliche Ermittlungserfolge erzielt werden. Zur Anschaulichkeit der verschiedenen Ermittlungen des letzten Jahres werden nachfolgend drei Beispiele genannt:
Im Dezember 2025 gelang Ermittlern des Zollfahndungsamtes Hannover im Hamburger Hafen die Sicherstellung von mehr als 400 Kilogramm Heroin. Die Ermittlungen wurden im Bereich Bremen geführt und zählen zu den größten Heroinsicherstellungen der vergangenen Jahre in Deutschland.
(https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/6205449)
Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Oldenburg (Polizeidirektion Oldenburg/Zollfahndungsamt Hannover) führte Ermittlungen gegen eine Tätergruppierung, die Kokain aus Südamerika nach Deutschland schmuggelte. Die Täter versuchten, an einem Schiff befestigte Rauschgiftpakete im Hafen Brake zu bergen. Im Rahmen eines Zugriffs durch Spezialeinheiten konnten rund 180 Kilogramm Kokain sichergestellt werden. Die Beteiligten wurden inzwischen zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.
(https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/68443/5983736)
Internationale Aufmerksamkeit erlangten zudem die Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Osnabrück (Polizeidirektion Osnabrück/Zollfahndungsamt Hannover) im Rahmen der Operationen "Nexus" und "Fabryka". Gemeinsam mit zahlreichen europäischen Sicherheitsbehörden konnten im Jahr 2025 europaweit mehr als 24 Drogenlabore identifiziert und stillgelegt werden, darunter sechs in Deutschland. Laut Europol handelt es sich um eine der bislang größten europaweit koordinierten Ermittlungen im Bereich synthetischer Drogen.
(https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/120080/6200840)
Deutlicher Anstieg bei verbotener Pyrotechnik
Im Deliktsbereich der Einfuhrverbote und -beschränkungen verzeichnete das Zollfahndungsamt Hannover insbesondere bei verbotener Pyrotechnik einen deutlichen Anstieg der Sicherstellungen. Ursache hierfür ist vor allem der zunehmende Onlinehandel in Verbindung mit verstärkten Kontrollmaßnahmen am Flughafen Hannover. Aber auch die gleichbleibend hohen Zahlen im Bereich der Waffenkriminalität sowie der Verstöße gegen die Arznei- und Dopingvorschriften zeigen die Notwendigkeit von Kontrollen und strafrechtlichen Ermittlungen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger.
Ermittlungen wegen Hinterziehung von Einfuhrabgaben
Auch die Verfolgung von Straftaten im Bereich der Einfuhrabgaben blieb ein wichtiger Bestandteil der Ermittlungsarbeit.
Im Jahr 2025 wurde ein umfangreiches Verfahren wegen der Hinterziehung von Antidumpingzöllen bei der Einfuhr von E-Bikes abgeschlossen.
Im Zuge der Maßnahmen des mehrjährigen Verfahrens konnten mehr als 3.500 E-Bikes sichergestellt werden, die zur Kompensation des entstandenen Schadens verwertet wurden bzw. werden sollen. Der verursachte Steuerschaden beläuft sich auf über 14 Millionen Euro.
Deutlich mehr Verfahren wegen Verstößen gegen Russland-Sanktionen
Im Bereich des Außenwirtschaftsrechts war 2025 ein erheblicher Anstieg neuer Ermittlungsverfahren festzustellen. Hintergrund sind insbesondere Verstöße gegen bestehende Russland-Sanktionen und Embargovorschriften. Allein beim Zollfahndungsamt Hannover wurden mehr als 100 neue Verfahren eingeleitet.
Unter anderem ermittelten die Behörden gegen eine Tätergruppierung, die neben dem Handel mit unversteuerten Zigaretten auch hochwertige Fahrzeuge unter Verstoß gegen geltende Embargovorschriften nach Russland exportiert haben soll. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen mehr als 100 Fahrzeuge betroffen gewesen sein.
(https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/6068484)
Zusätzliche Informationen zur Organisation des Zollfahndungsamtes Hannover: Das Zollfahndungsamt Hannover untersteht der Generalzolldirektion, einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums. Es ist Teil des deutschen Zollfahndungsdienstes, der aus dem Zollkriminalamt sowie den 8 Zollfahndungsämtern besteht. Mit seinen Außenstellen in Bremen, Magdeburg und Bielefeld und rund 300 Beschäftigten ist das Zollfahndungsamt Hannover für weite Teile Niedersachsens, Sachsen-Anhalts, Bremens und für Teile von Ostwestfalen zuständig. Damit umfasst der Bezirk ein Gebiet von über 60.000 Quadratkilometern. Zur Verfolgung und Verhütung der Rauschgiftkriminalität arbeitet das Zollfahndungsamt Hannover schon seit vielen Jahren erfolgreich mit den Polizeibehörden der Länder in "Gemeinsamen Ermittlungsgruppen Rauschgift" zusammen (GER Hannover, Osnabrück, Oldenburg, Bremen und Magdeburg). Auch bei der Bekämpfung der Geldwäschekriminalität gibt es eine institutionalisierte Zusammenarbeit spezialisierter Kräfte von Zollfahndung und Polizei in "Gemeinsamen Finanzermittlungsgruppen" (GFG Hannover und Magdeburg).
Rückfragen bitte an:
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