Bundesweiter Austausch zu Fernfahrerstammtischen - Fachkonferenz setzt wichtige Impulse
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 13:57 Uhr, presseportal.de
Die Veranstaltung war Teil der dreitägigen 16. Bundesfachtagung der deutschlandweiten Fernfahrerstammtische, die vom 7. bis 9. Juli an der Polizeiakademie stattgefunden hat. Im Rahmen der Fachkonferenz führten Expertinnen und Experten aus dem Bereich des gewerblichen Personen- und Güterkraftverkehrs und der Sicherheitsbehörden einen fachlichen und strategischen Diskurs zur Weiterentwicklung des nahezu bundesweit etablierten polizeilichen Präventions- und Dialogformats.
In seiner Begrüßung betonte Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, die besondere Bedeutung des Formats für die Verkehrssicherheitsarbeit.
"Dass Sie heute in dieser Form zusammenkommen, ist keine Selbstverständlichkeit. Es zeigt vielmehr, wie groß das gemeinsame Interesse ist, dieses Präventionsformat weiterzuentwickeln und gemeinsam Verantwortung für die Verkehrssicherheit im gewerblichen Güter- und Personenverkehr zu übernehmen. Mit den Fernfahrerstammtischen werden die Menschen erreicht, die täglich auf unseren Straßen unterwegs sind. Genau darin liegt ihre Stärke."
Im Anschluss setzten Fachvorträge wichtige Impulse für die weitere Diskussion. Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des BGL e.V., gab einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen im Güterkraftverkehr und die Rolle der Stammtische in einer zunehmend digitalisierten und internationalen Logistikwelt. Martin Friewald von der Autobahn GmbH des Bundes beleuchtete die Perspektive der Infrastrukturbehörde - von Verkehrszunahme über Rastanlagen bis hin zu Modernisierungsbedarfen und Anforderungen an eine zukunftsfähige Präventionsarbeit. Stefan Weigang von der Fachvereinigung Güterkraftverkehr und Entsorgung im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) gab einen Impuls zu den Herausforderungen der sich wandelnden Welt der Logistik, welcher in eine sich anschließende Podiumsdiskussion zum Thema "Fahrerstammtische der Zukunft" mündete.
Besonders hervorgehoben wurde dabei die Rolle digitaler Werkzeuge im gegenseitigen Dialog: Sie können Informationsangebote erweitern, Übersetzungen erleichtern und die Sichtbarkeit der Stammtische erhöhen. Gleichzeitig bestand breite Einigkeit, dass der direkte Dialog an der Raststätte das Herzstück des Formats bleibt und nicht durch digitale Alternativen ersetzt werden kann.
Die Teilnehmenden zogen ein durchweg positives Fazit. Im Rahmen der Fachkonferenz wurden verschiedene Handlungsfelder für die Weiterentwicklung der Fernfahrerstammtische identifiziert. Dabei bestand Einigkeit, dass digitale Hilfsmittel künftig als sinnvolle Ergänzung des bestehenden Formats genutzt werden können, um Informationsangebote zu erweitern und weitere Zielgruppen zu erreichen. Darüber hinaus wurde der bundesweite Austausch als wichtige Grundlage zur Identifizierung und Verbreitung bewährter Ansätze hervorgehoben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich die Fernfahrerstammtische den Herausforderungen einer sich wandelnden Logistikbranche stellen und ihre Inhalte sowie Formate fortlaufend an neue Entwicklungen anpassen müssen. Ziel bleibt es, auch künftig einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit, gegenseitigem Verständnis und einem partnerschaftlichen Miteinander auf Deutschlands Straßen zu leisten.
Hintergrundinformationen zum Fernfahrerstammtisch:
Fernfahrerstammtische sind ein bundesweites Präventions- und Dialogformat der Polizei. Seit dem Jahr 2000 bieten sie Berufskraftfahrerinnen und -fahrern die Möglichkeit, sich in ungezwungener Atmosphäre über sicherheitsrelevante Themen auszutauschen. Die Treffen finden meist monatlich an Autobahnraststätten statt und werden von Polizeidienststellen moderiert. Themenschwerpunkte sind u.a. Lenk- und Ruhezeiten, Ladungssicherung, technische Vorschriften sowie aktuelle Entwicklungen im gewerblichen Güter- und Personenverkehr.
Ziele des Formats
Entwicklung und Bedeutung
Seit dem ersten Treffen am 7. Juni 2000 in Münster haben sich die Stammtische in 14 Bundesländern etabliert. Sie erreichen jährlich zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer aus dem In- und Ausland und gelten als eines der erfolgreichsten Präventionsformate im Bereich des gewerblichen Straßenverkehrs.
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