FWV BW: Gemeinsam für Sicherheit - Bevölkerungsschutz geht nur gemeinsam
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 15:30 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS"Die Feuerwehren in Baden-Württemberg leisten Herausragendes", betont Michael Wegel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg. "Die Feuerwehren sind die tragende Säule des Katastrophenschutzes. Ohne die Feuerwehren kann es keinen funktionierenden Bevölkerungsschutz geben."
Deshalb richtet der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg anlässlich seiner Verbandsversammlung am 24. Oktober einen klaren Appell an die Landesregierung: "Bevölkerungsschutz geht nur gemeinsam mit allen Experten des Bevölkerungsschutzes. Die Feuerwehren gehören in Sachen Bevölkerungsschutz mit an den Tisch!" Nicht nur müssen die Experten in den Feuerwehren in die Pläne des Landes miteinbezogen werden, es brauche auch massive Investitionen in den Bevölkerungsschutz. Die Kommunen müssen in ihrer Krisenfähigkeit gestärkt sowie das Ehrenamt attraktiv gehalten werden, fordert der Feuerwehrpräsident von der Landesregierung.
Heimatschutz darf kein Behördenprojekt werden
Als aktuelles Beispiel nennt Michael Wegel den in Aussicht gestellten Heimatschutzplan. Mit dem angekündigten Heimatschutzplan will die Landesregierung das Land besser auf Krisen vorbereiten. "Doch ein Plan allein schafft noch keine Sicherheit. Sicherheit entsteht durch Menschen, Ausbildung, Ausrüstung und eine belastbare Infrastruktur. Wer von Heimatschutz spricht, muss deshalb zuerst mit denen sprechen, die im Ernstfall vor Ort handeln: die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen, des THW, der Rettungsdienste sowie der Kommunen - und natürlich der größten Organisation, uns der Feuerwehr", betont Michael Wegel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg. Der angekündigte Heimatschutzplan bietet die Chance, den Bevölkerungsschutz auf eine neue Stufe zu heben. "Wir stehen als Landesfeuerwehrverband bereit, hierbei tatkräftig zu unterstützen", bietet Wegel an.
Allen voran dürfe der geplante Heimatschutzplan auf keinen Fall ein Behördenprojekt werden. "Krisenfestigkeit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch Zusammenarbeit", sagte Michael Wegel. "Wir brauchen einen Ansatz, der Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Wirtschaft, Krankenhäuser, Energieversorger, Kommunen und die Bevölkerung selbst einbindet." Insbesondere müsse die kommunale Krisenfähigkeit gestärkt werden. Das Land muss sicherstellen, dass jede Kommune über belastbare Krisenpläne, leistungsfähige Führungsstäbe, Notstromkapazitäten, Kommunikationsalternativen und regelmäßige Krisenübungen verfügt. "Der Heimatschutzplan ist nur so stark wie seine schwächste Stelle, und Schwachstellen können wir uns in der heutigen Zeit nicht erlauben", sagt Wegel.
Das im Koalitionsvertrag geplante Bevölkerungsschutzpräsidium muss mit Fachkräften aus der Bevölkerungsschutzfamilie, und damit auch aus den Reihen der Feuerwehr, besetzt werden. Zur künftigen Struktur des neuen Präsidiums wurden jedoch bislang keine näheren Informationen veröffentlicht. Dies schaffe Raum für Befürchtungen und Spekulationen, genauso wie Hoffnungen und Erwartungen bei den verschiedenen Blaulicht-Organisationen, sagt LFV-Präsident Michael Wegel. "Wir begrüßen die Pläne, ein Bevölkerungsschutzpräsidium einzurichten ausdrücklich und hoffen auf eine angemessene Personalausstattung, um den Herausforderungen der neuen Zeit gerecht werden zu können", sagt Wegel.
Wegel fordert verlässliche Investitionen in den Bevölkerungsschutz
Baden-Württemberg verfügt über eine starke Sicherheitsarchitektur mit gut aufgestellten Feuerwehren. Doch die Herausforderungen wachsen schneller als die vorhandenen Strukturen. "Sicherheit kostet Geld. Unsicherheit kostet mehr", sagt Wegel.
Viele Kommunen stehen vor erheblichen Investitionsbedarfen bei Fahrzeugen, Kommunikationstechnik, Notstromversorgung und digitaler Infrastruktur. Wenn das Land einen robusten Bevölkerungsschutz erwartet, muss es seine finanzielle Verantwortung wahrnehmen. Der Feuerwehrpräsident fordert daher eine deutliche Erhöhung der Feuerwehrförderung, langfristig planbare Förderprogramme sowie eine Sonderförderung für Krisenvorsorge und Resilienzmaßnahmen. Insbesondere müssen hierbei Gelder aus den LUKIF-Mitteln (Länder und Kommunal Infrastrukturfinanzierungsgesetz) auch für den Katastrophenschutz für die Feuerwehren zur Verfügung stehen. Die Kommunen haben sich um die kommunale Gefahrenabwehr zu kümmern. Hybride Bedrohungslagen zusammen mit dem Katastrophenschutz fallen in die Aufgabenzuständigkeit des Landes.
Aber auch ein landesweites Konzept für Notstromversorgung, Warnung der Bevölkerung, geschützte Kommunikationsnetze für Einsatzkräfte, die Absicherung kritischer Feuerwehrstandorte sowie Investitionen in autarke Führungs- und Lagezentren sind essenziell für ein krisenfestes Baden-Württemberg.
"Die Feuerwehren unseres Landes stehen bereit, Wir stehen bereit. Wir Feuerwehren bringen Erfahrung, Einsatzbereitschaft und Expertise ein. Aber wir erwarten auch, dass die Politik jetzt die notwendigen Entscheidungen trifft", betont Wegel.
Das Ehrenamt ist unser stärkster Sicherheitsfaktor
Die Einsatzbereitschaft unseres Landes hängt unmittelbar von den Menschen ab, die neben Familie und Beruf Verantwortung übernehmen: Über 95 Prozent der Feuerwehrangehörigen in Baden-Württemberg leisten ihren Dienst ehrenamtlich.
"Der wichtigste Bestandteil des Bevölkerungsschutzes ist nicht Technik. Es sind Menschen. Menschen, die bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Dieses Engagement verdient Respekt, Anerkennung und Unterstützung", sagt Wegel.
Zahl der Angehörigen der aktiven Wehren auf stabilem Niveau
Die Zahlen der aktuellen Feuerwehrstatistik zeigen die herausragende Arbeit unserer Feuerwehren. Im Jahr 2025 haben die Feuerwehren 16.296 Personen bei Brandeinsätzen und Einsätzen zur Technischen Hilfeleistung gerettet oder in Sicherheit gebracht. Das ist der bislang zweithöchste Wert nach 2024. Die Gesamtzahl an Einsätzen liegt weiterhin auf sehr hohem Niveau bei 128.385 Einsätzen im Jahr 2025; statistisch gesehen rücken die Feuerwehren in Baden-Württemberg alle 4 Minuten zu einem Einsatz aus.
Zum Jahresende 2025 liegt die Zahl der aktiven Feuerwehrangehörigen der Gemeindefeuerwehren bei 115.577. Davon engagieren sich 9.898 weibliche Angehörige in unseren Einsatzabteilungen. Rund 200.000 Menschen engagieren sich insgesamt in den Jugendfeuerwehren, den Einsatzabteilungen der 1.097 Gemeinefeuerwehren sowie den 158 Werkfeuerwehren und in den Altersabteilungen.
Diese stabilen Mitgliederzahlen in den Einsatzabteilungen haben wir einer hervorragenden Jugendarbeit in unseren Jugendfeuerwehren und deren Kindergruppen zu verdanken. Der Landesfeuerwehrverband setzt sich für eine Förderung von Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie eine spürbare gesellschaftliche Anerkennung des Ehrenamtes ein.
Die Leitstellenstruktur mitgestalten
Im aktuellen grün-schwarzen Koalitionsvertrag will die Landesregierung "die Zahl der Leitstellen reduzieren und ihre Organisation und Einbindung in die staatliche Gefahrenabwehr überprüfen."
Hierzu hat der Landesfeuerwehrverband gemeinsam mit den DRK-Landesverbänden, Landkreistag, Städtetag sowie AOK Baden-Württemberg, der IKK classic und dem Verband der Ersatzkassen, vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg ein gemeinsames Visionspapier für die Weiterentwicklung der Leitstellenstruktur in Baden-Württemberg vorgestellt - mit einem Appell an das Land, die Leitstellenstruktur mitzugestalten. Wir sind gespannt, wie das Projekt weitervoranschreiten wird.
Ausbau der Landesfeuerwehrschule zu einer Führungsakademie für interdisziplinäres Krisen- und Katastrophenschutzmanagement
Der Feuerwehrpräsident erinnert an angefangene Projekte gemeinsam mit der Landesregierung, die noch nicht umgesetzt wurden. Beispielsweise wurde ein Ausbau der Akademie für Gefahrenabwehr in der Landesfeuerwehrschule zu einer Führungsakademie für eine interdisziplinäres Krisen- und Katastrophenschutzmanagement angekündigt. Ebenso wurde bereits 2019 eine Erweiterung der Landesfeuerwehrschule angekündigt - bisher ohne Ergebnis.
"Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Baden-Württemberg auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleibt, seine Bevölkerung schützt und seinen Einsatzkräften die Mittel gibt, die sie für ihren Auftrag benötigen", sagt LFV-Präsident Michael Wegel abschließend.
Rückfragen bitte an:
Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg e.V.
Pia Hemme
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