Bevölkerungsschutz, Jugendfeuerwehr

FW Weinheim: Weinheim wird zum Treffpunkt der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg / Delegiertenversammlung 2026 in der Zwei-Burgen-Stadt

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 18:43 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Weinheim - Am vergangenen Samstag, 19. September 2026, war Weinheim Treffpunkt der Jugendfeuerwehren aus ganz Baden-Württemberg. Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg führte ihre diesjährige Delegiertenversammlung in der Weinheimer Stadthalle durch. Die Feuerwehr Weinheim übernahm die Ausrichtung und empfing Delegierte, Jugendliche sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jugendfeuerwehren aus den Stadt und Landkreisen des Landes.

FW Weinheim: Weinheim wird zum Treffpunkt der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg / Delegiertenversammlung 2026 in der Zwei-Burgen-Stadt - Bild: presseportal.de
FW Weinheim: Weinheim wird zum Treffpunkt der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg / Delegiertenversammlung 2026 in der Zwei-Burgen-Stadt - Bild: presseportal.de

Für die Feuerwehr Weinheim und ihre Jugendfeuerwehr war die Ausrichtung der Landesveranstaltung mit einem erheblichen organisatorischen Aufwand verbunden. Viele Wochen und Monate liefen die Vorbereitungen im Hintergrund. Federführend organisiert wurde die Veranstaltung durch Daniel Paradiso als Projektmanager der Feuerwehr Weinheim und Christin da Costa Guerreiro von der Geschäftsstelle der Stabsstelle Feuerwehr und Katastrophenschutz. Unterstützt wurden sie dabei von der Stadtjugendfeuerwehr Weinheim sowie zahlreichen weiteren Helferinnen und Helfern der Freiwilligen Feuerwehr. Auch Stadtjugendfeuerwehrwartin Lina Albrecht und ihre Stellvertreterin Linda Metzinger waren mit der Stadtjugendfeuerwehr in die Vorbereitung und Durchführung eingebunden. Gemeinsam sorgte das Team dafür, dass sich die Jugendfeuerwehr Weinheim ihren Gästen aus dem ganzen Land als guter Gastgeber präsentieren konnte.

Bereits am Freitagabend waren die Landesjugendleitung sowie die Mitarbeitenden aus den verschiedenen Fachgebieten der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg zur Vorbereitung nach Weinheim gekommen. Die Feuerwehr Weinheim lud die Gäste zu einem Empfang in das Weinheimer Kerwehaus ein. Neben dem fachlichen Austausch bestand dabei Gelegenheit, die Gastgeberstadt kennenzulernen. Den Gästen wurde Weinheim mit seiner Geschichte und seinen Besonderheiten als Zwei-Burgen-Stadt an der Bergstraße vorgestellt.

Am Samstag füllte sich die Stadthalle mit Delegierten und Jugendlichen aus Baden-Württemberg. Neben den verbandlichen Regularien standen Berichte der Landesjugendleitung und des Jugendforums, aktuelle Entwicklungen der Jugendarbeit, Ehrungen, die neuen Ehrungsrichtlinien, das Schutzkonzept der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg sowie weitere Beschlüsse und Beratungen auf der Tagesordnung. Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Andreas Buske begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Weinheim.

Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt der Delegiertenversammlung stand unter dem Titel "Übertritt statt Austritt". Dabei ging es um eine der zentralen Herausforderungen der Jugendfeuerwehren. Wie gelingt der Übergang junger Menschen aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung und wie bleiben sie anschließend dauerhaft Teil der Feuerwehr?

Hierzu wurden Ergebnisse einer Befragung von Jugendlichen vorgestellt. Viele der befragten jungen Menschen sehen ihrem möglichen Wechsel in die Einsatzabteilung positiv entgegen. Gleichzeitig zeigten die Ergebnisse mehrere Punkte, die den Übergang erschweren. Dazu gehören insbesondere die zeitlichen Belastungen durch Schule, Ausbildung oder Studium sowie berufliche Verpflichtungen. Auch Unsicherheiten vor dem Einsatzdienst, ein zu geringer Kontakt zur Einsatzabteilung oder die Sorge vor hohen Anforderungen spielen eine Rolle. Ein weiterer Punkt war der Wunsch vieler Jugendlicher nach einem festen Ansprechpartner während des Übergangs.

Damit blieb es nicht bei der Darstellung von Zahlen und Ergebnissen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Yannis Weyhersmüller brachte dabei als 18-jähriger Jugendlicher seine persönlichen Erfahrungen ein. Er ist seit 13 Jahren in der Feuerwehr aktiv, wechselte im Frühjahr 2026 selbst von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung und engagierte sich als Jugendsprecher bis hin zum Landesjugendsprecher. Damit konnte er unmittelbar aus Sicht der jungen Generation schildern, welche Erwartungen, Unsicherheiten und Erfahrungen mit dem Übergang verbunden sind. Landesjugendleiter Timo Kraft betrachtete die Situation aus Sicht der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Michael Wegel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, brachte die Sicht der Verbandsebene ein. Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach schilderte die Herausforderungen aus Sicht einer Feuerwehr vor Ort und der kommunalen Feuerwehrführung. Moderiert wurde der Austausch von Hans Hankemeier.

Im Mittelpunkt standen dabei die Schnittstellen zwischen Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung. Diskutiert wurde, wie früh Kontakte zur Einsatzabteilung entstehen sollten, welche Erwartungen junge Menschen an die Feuerwehr haben und wie Feuerwehren mit bestehenden Strukturen umgehen. Ebenso ging es um die Lebensphase, in der viele Jugendliche ihre Ausbildung beginnen, studieren, in den Beruf einsteigen oder ihren Wohnort wechseln. Gerade an diesen Stellen stellt sich die Aufgabe, den Kontakt zur Feuerwehr zu halten oder eine Verbindung zu einer Feuerwehr am neuen Wohnort herzustellen.

Die Diskussion machte deutlich, dass der Übergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung als Prozess betrachtet werden muss. Jugendfeuerwehr, Führungskräfte und Einsatzabteilungen tragen gemeinsam Verantwortung dafür, jungen Menschen Ansprechpartner zu geben, sie früh einzubinden und ihnen einen guten Einstieg in den aktiven Feuerwehrdienst zu ermöglichen.

Parallel zur Delegiertenversammlung standen für Jugendliche verschiedene Workshopangebote zur Verfügung. Einen weiteren besonderen Moment bildeten die Ehrungen und Auszeichnungen. Dabei wurden Menschen für ihr Engagement in der Jugendfeuerwehr sowie Jugendliche für besonderes Verhalten und besondere Leistungen gewürdigt.

Dass die Delegiertenversammlung 2026 erneut in Weinheim stattfand, ist für die Feuerwehr Weinheim auch aufgrund ihrer langen Verbindung zur Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg von besonderer Bedeutung. Diese Verbindung reicht bis in die Zeit vor der Gründung des heutigen Landesjugendverbandes im Jahr 1973 zurück.

Bereits 1962 wurde die Jugendfeuerwehr Weinheim offiziell gegründet. Die Vorbereitungen hatten 1961 begonnen. Dieter Neitzel gehörte zu den Mitbegründern und wurde erster Jugendfeuerwehrwart. Damit gehört die Weinheimer Jugendfeuerwehr zu den traditionsreichen Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg.

1972 richtete Weinheim das erste Landeszeltlager der Jugendfeuerwehren Baden-Württembergs aus. 235 Jugendfeuerwehrangehörige kamen damals nach Weinheim. Gleichzeitig fand die dritte Verbandsversammlung der Badischen Jugendfeuerwehr statt. Hermann Franzmann aus Weinheim gehörte der Verhandlungskommission an, die den Zusammenschluss der Jugendorganisationen aus Baden sowie Württemberg-Hohenzollern vorbereitete.

Von 1974 bis 1986 war Hermann Franzmann zwölf Jahre Landesjugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Später wurde er Kommandant und Stadtbrandmeister der Feuerwehr Weinheim. Auch danach wirkten Weinheimer Feuerwehrangehörige auf Landesebene mit.

1975 war Weinheim vom 8. bis 10. August Austragungsort des sechsten Deutschen Jugendfeuerwehrtages. Auf der Wachenburg wurde dabei das Bildungspapier der Deutschen Jugendfeuerwehr beraten und beschlossen. 1982 wurde Reinhold Albrecht aus Weinheim zum stellvertretenden Landesjugendleiter der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg gewählt. Später übernahm er auch Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit. Die verbandseigene Zeitschrift "Hydrant" hat ebenfalls wesentliche Wurzeln in Weinheim.

1984 vertrat die Jugendfeuerwehr Weinheim Baden-Württemberg bei Feierlichkeiten der Deutschen Jugendfeuerwehr in Berlin. Die Weinheimer Delegation wurde dabei von Bundespräsident Richard von Weizsäcker empfangen.

Von 1986 bis 2017 engagierte sich mit Uwe Seehaus ein weiterer Weinheimer Feuerwehrangehöriger über drei Jahrzehnte für die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Er leitete unter anderem das Fachgebiet Finanzierung und betreute den HydrantShop. Nach 31 Jahren Tätigkeit auf Landesebene wurde er 2017 in Weinheim verabschiedet.

Auch der heutige Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach gehörte über viele Jahre der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg an. Er unterstützte das Fachgebiet Öffentlichkeitsarbeit und arbeitete mehr als zehn Jahre als Redakteur der verbandseigenen Zeitschrift mit.

Bereits 2017 war Weinheim Gastgeber einer Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Damals kamen rund 220 Delegierte und Jugendliche in das Rolf-Engelbrecht-Haus. Mit der erneuten Ausrichtung im Jahr 2026 wurde diese jahrzehntelange Verbindung fortgesetzt.

Heute bildet die Nachwuchsarbeit weiterhin einen festen Bestandteil der Feuerwehr Weinheim. 85 Jugendliche gehören aktuell der Jugendfeuerwehr an, darunter 26 Mädchen. Hinzu kommen 43 Kinder in den Kinderfeuerwehren, darunter zwölf Mädchen. Insgesamt engagieren sich damit 128 Kinder und Jugendliche in der Nachwuchsarbeit der Feuerwehr Weinheim. Jugendfeuerwehren bestehen in den Abteilungen Stadt, Sulzbach, Lützelsachsen-Hohensachsen, Oberflockenbach und Rippenweier.

Für Daniel Paradiso, Christin da Costa Guerreiro, Stadtjugendfeuerwehrwartin Lina Albrecht, ihre Stellvertreterin Linda Metzinger und die zahlreichen Helferinnen und Helfer endete mit der Delegiertenversammlung ein Projekt, das die Feuerwehr Weinheim über viele Wochen und Monate begleitet hatte. Von der organisatorischen Planung über die Vorbereitung der Veranstaltungsstätte und den Empfang der Gäste bis zur Betreuung während der Delegiertenversammlung liefen zahlreiche Aufgaben zusammen.

Für die Feuerwehr Weinheim war die Delegiertenversammlung damit weit mehr als eine große Veranstaltung im eigenen Stadtgebiet. Sie knüpfte an eine jahrzehntelange gemeinsame Geschichte mit der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg an und bot zugleich die Gelegenheit, die heutige Jugendfeuerwehr Weinheim zu präsentieren. Die zahlreichen Beteiligten im Vordergrund und im Hintergrund trugen dazu bei, dass sich Weinheim erneut als guter Gastgeber für die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg zeigen konnte.

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