HZA-AC: Erfolgreiche Jahresbilanz des Hauptzollamts Aachen Rekordeinnahmen von mehr als einer halben Million Euro
01.06.2026 - 11:30:03 | presseportal.de
Warenabfertigung
Aufgrund moderner digitaler Abfertigungssysteme und flexiblen personellen Einsatzkonzepten ist der Zoll verlässlicher Partner der Wirtschaft. Die bundesweite gegenseitige Unterstützung der Zollämter ermöglicht eine schnelle Reaktion auf die weltweite Entwicklung veränderter Warenströme, sodass Lieferketten eingehalten werden können und Waren bei den Empfängerfirmen "just in time" eingehen. Die Beschäftigten der Zollämter in Aachen, Düren und Heinsberg fertigten in 2025 insgesamt 637.954 Warensendungen mit über 3,3 Millionen Positionen aus Ein-, Ausfuhr- und Versandverfahren der im Bezirk ansässigen Unternehmen und Privatpersonen ab. Auch im Jahr 2025 zogen sie gefälschte Waren - überwiegend Kleidung und Schuhe - Arzneimittel sowie elektronische Waren mit fehlender CE-Kennzeichnung aus dem Verkehr. Diese Kontrollen dienen dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger, der Umwelt und schaffen faire Wettbewerbsbedingungen.
Vollstreckung und Verwertung
Die Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts Aachen ist für den eigenen Bezirk und den Ballungsraum Köln/Bonn zuständig und hat im vergangenen Jahr 263.667 Vollstreckungsfälle bearbeitet. Diese Fallzahlen setzen sich aus zolleigenen Forderungen sowie Forderungen anderer Bundesbehörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts zusammen - Gläubiger sind unter anderem die Bundesagentur für Arbeit, Berufsgenossenschaften und Krankenkassen. Die Summe der beigetriebenen Forderungen betrug 123.782.558 Euro. Die Vollstreckungsstelle verwertet gepfändete Gegenstände und sogenannte Overgoods. Hierbei handelt es sich um Paketsendungen, die über einen Paketdienstleister eingeführt werden und aufgrund fehlender Hinweise weder einem Empfänger noch einem Versender zugeordnet werden können. Die Verwertung wird über die Internetplattform "Zoll-Auktion" betrieben. In 2025 wurden 513 Auktionen mit einem Gesamterlös von 260.000 EUR durch Versteigerungen abgeschlossen. Darüber hinaus führten die Zöllnerinnen und Zöllner 48 Tonnen sichergestellte Tabakwaren und Markenfälschungen der Vernichtung zu.
Finanzkontrolle Schwarzarbeit
Die Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung gehört zu den Kernaufgaben des Zolls, denn Schwarzarbeit ist Wirtschaftskriminalität. Fairer Wettbewerb und legale Beschäftigung tragen zur Sicherung der Sozialsysteme und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen bei. "Wer schwarz arbeitet oder Personen illegal beschäftigt, zahlt weder Steuern noch Sozialabgaben. Auf diese Weise werden Arbeitsplätze vernichtet und das Sozialversicherungssystem destabilisiert" - so die kommissarische Leiterin des Hauptzollamts Aachen, Carolin Schneider. Im Jahr 2025 prüften die Beschäftigten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) 353 Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und befragten 3.929 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihren Beschäftigungsverhältnissen. Bei den Prüfungen kontrollierten sie unter anderem, ob Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihre Beschäftigten ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet hatten, ob Sozialleistungen zu Unrecht bezogen wurden, Ausländerinnen und Ausländer über notwendige Aufenthaltstitel verfügten und ob der Mindestlohn gezahlt wurde. Sie leiteten 2.085 Strafverfahren sowie 879 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die Prüfungen der FKS folgen einem risikoorientierten Ansatz und finden schwerpunktmäßig in den besonders durch Schwarzarbeit gefährdeten Branchen statt. Eine verdachtsunabhängige Prüfung kann aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse mitunter weitere Prüfungen und Ermittlungsverfahren auslösen. "Die Bekämpfung organisierter Formen von Schwarzarbeit hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ist eine wesentliche Aufgabe der FKS, da der volkswirtschaftliche Schaden sehr hoch ist", sagt Carolin Schneider. "Die Ermittlungsarbeit im Bereich dieser Verfahren ist komplex, anspruchsvoll und zeitintensiv." Die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Ermittlungen der FKS des Hauptzollamts Aachen führten zu Geldstrafen in Höhe von insgesamt rund 640.935 Euro. Die Gerichte verhängten Freiheitsstrafen von fast 20 Jahren.
Kontrollen
Die Beschäftigten der Kontrolleinheit Verkehrswege haben im vergangenen Jahr 7.487 Fahrzeuge sowie 9.275 Personen kontrolliert. Sie sind im grenznahen Raum entlang der 211 km langen Grenze zu den Niederlanden und Belgien an 365 Tagen im Einsatz und überwachen die Einhaltung von Verboten und Beschränkungen im gewerblichen Güterverkehr und bei einreisenden Personen. Diese Kontrollen dienen dem Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor gefährlichen, illegalen und verbotenen Stoffen und sind ein wichtiger Baustein in der deutschen Sicherheitsarchitektur. In 2.437 Fällen kam es zu Beanstandungen bei einer Vielzahl von Deliktsbereichen. In der Summe stellten die Zöllnerinnen und Zöllner 519 kg Betäubungsmittel sicher, darunter 35 kg Amphetamine, 31 kg Kokain und mehr als 25 kg psychoaktive Substanzen. Allein bei einem Aufgriff im August 2025 fanden sie über 21 kg Kokain im Kofferraum versteckt. Zudem verhinderten sie die Einfuhr von 19 Waffen und verbotenen Gegenständen. Weiterhin stellten sie 60.000 Stück unversteuerte Zigaretten, 115 l Vapes und 391 kg Wasserpfeifentabak sicher. In der Summe leiteten sie 346 Strafverfahren und 224 Bußgeldverfahren ein und nahmen 17 Personen fest. Sie erledigten 863 Grenzvollstreckungsaufträge - z.B. nicht gezahlte Bußgelder, Mautgebühren oder Kraftfahrzeugsteuer ausländischer Unternehmen - und konnten Forderungen in Höhe von mehr als 370.000 Euro beitreiben.
Ahndung - Strafsachen- und Bußgeldstelle
Neben Verfahren aus dem Fachgebiet Finanzkontrolle Schwarzarbeit werden hier Verstöße gegen Rechtsvorschriften des Zoll- und Verbrauchsteuerrechts sowie gegen Einfuhrverbote (z.B. Artenschutz, Marken- und Produktpiraterie) und Zuwiderhandlungen gegen das Außenwirtschafts-, Marktordnungs- und Barmittelrecht bewertet, die im Bezirk des Hauptzollamts Aachen und des Hauptzollamts Köln begangen wurden. In 2025 leiteten die Beschäftigten der Strafsachen- und Bußgeldstelle 5.878 Strafverfahren und 1.806 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die Gerichte verhängten Freiheitsstrafen von 24 Monaten und stellten Verfahren gegen Geldauflagen in Höhe von 13.150 Euro ein. An Geldstrafen wurden 83.630 Euro ausgesprochen. Die Bußgelder inklusive der Verwarnungen betrugen 587.124 Euro. "Ich bin sehr zufrieden mit den Arbeitsergebnissen der Beschäftigten des Hauptzollamts Aachen", so Carolin Schneider. "Die Zahlen spiegeln den kontinuierlichen, professionellen und verlässlichen Einsatz der Zöllnerinnen und Zöllner in unserer Region wieder und belegen ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Engagement."
Karriere beim Zoll
Aktuell befinden sich 89 Nachwuchskräfte des mittleren und gehobenen Zolldienst beim Hauptzollamt Aachen in der zweijährigen Ausbildung bzw. in dem dreijährigen dualen Studium. Auszubildende und Studierende erwartet nicht nur eine fachlich hochwertige Ausbildung bzw. ein hochwertiges Studium, sondern auch abwechslungsreiche, spannende und sinngebende Aufgabenfelder. Für den Ausbildungs- und Studienbeginn zum 1. September 2027 können sich Interessierte noch bis zum 15. Oktober 2026 bewerben. Ausführliche Informationen zu Bewerbung, Einstellung, Ausbildung und Studium beim Zoll sind unter www.zoll-karriere.de oder auf den einschlägigen Social-Media-Kanälen (Facebook und Instagram) unter "ZOLL Karriere" zu finden.
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Aachen
Pressesprecherin
Elke Willsch
Telefon: 0241/9091-4770
E-Mail: presse.hza-aachen@zoll.bund.de
www.zoll.de
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