AfD, Wolfgang Kubicki

AfD Brandmauer: Kubicki und Schröder erklären Strategie für gescheitert

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 00:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Wolfgang Kubicki (FDP) und die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) erklären die Brandmauer gegenüber der AfD für gescheitert. Beide plädieren für einen veränderten Umgang mit der Partei, ohne inhaltliche Zugeständnisse zu machen.

Kubicki hält Brandmauer zur AfD für gescheitert
Wolfgang Kubicki (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Wolfgang Kubicki und Kristina Schröder halten die Brandmauer der etablierten Parteien gegenüber der AfD für gescheitert. Der FDP-Vize und die frühere Bundesfamilienministerin fordern einen veränderten Umgang mit der Partei, ohne inhaltliche Zugeständnisse zu machen.

Kubicki sieht Ausgrenzung als Vorteil für die AfD

„Die Brandmauer hat die AfD groß gemacht, und mit dieser Wahrheit müssen die Brandmauerverteidiger jetzt leben“, sagte Kubicki dem Magazin „Stern“. Die fortgesetzte Dämonisierung und Ausgrenzung schrecke aus seiner Sicht keine Wähler mehr ab, sondern sei im Gegenteil zu einem erfolgreichen Markenkern der AfD geworden.

Kubicki plädiert daher für eine formale Normalisierung im Umgang mit der Partei. Das solle ausdrücklich keine inhaltlichen Konzessionen beinhalten. Vielmehr müsse die AfD sich wie jede andere Partei verteidigen und stellen, damit sichtbar werde, dass sie keine normalen Forderungen vertrete.

Schröder fordert klare rote Linien

Ähnlich äußerte sich die ehemalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. „Die Strategie der Brandmauer ist gescheitert“, sagte sie dem „Stern“. Statt einer pauschalen Ausgrenzung sprach sie sich für rote Linien im Umgang mit der AfD aus.

Nach Schröders Vorstellung könnten solche roten Linien Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegenüber der AfD überflüssig machen. Die Partei müsste sich mit diesen klar definierten Grenzen auseinandersetzen.

Mögliche Folgen für die AfD

Aus Sicht Schröders könnte die Auseinandersetzung mit roten Linien innerhalb der AfD zu einer Mäßigung oder sogar zu einer Spaltung der Partei führen. Beide Politiker stellen damit die bisherige Abgrenzungsstrategie infrage und eröffnen eine neue Debatte darüber, wie demokratische Parteien mit der AfD umgehen sollen.

Die Kritik von Wolfgang Kubicki und Kristina Schröder an der sogenannten Brandmauer gegenüber der AfD fällt in eine Phase, in der die Partei in Umfragen und bei mehreren Wahlen deutliche Zugewinne verzeichnet. In Kommunal- und Landtagsparlamenten ist sie inzwischen flächendeckend vertreten, was die Frage aufwirft, wie andere Parteien mit ihr umgehen sollen.

Strategien gegen die AfD im Wandel

Die Brandmauer-Strategie sollte ursprünglich sicherstellen, dass keine Koalitionen oder Zusammenarbeit mit der AfD stattfinden. Sie beruhte auf der Annahme, dass klare Abgrenzung die Partei politisch isoliert und für viele Wähler unattraktiv macht. Kubicki und Schröder argumentieren nun, dass gerade diese Ausgrenzung dazu beigetragen habe, die AfD als Anti-Establishment-Kraft zu profilieren, ohne sie in normale parlamentarische Auseinandersetzungen einzubinden.

Mit ihrem Vorschlag einer „formalen Normalisierung“ des Umgangs bei gleichzeitiger Betonung roter Linien skizzieren beide einen Kurs zwischen Kooperation und Totalverweigerung. Kubicki betont, dass die AfD sich wie jede andere Partei konkreter Kritik stellen müsse, um deutlich zu machen, dass ihre Positionen nicht „normal“ seien. Schröders Idee der roten Linien zielt auf klar definierte inhaltliche und personelle Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen, ohne dass dies Konsequenzen hat.

Bedeutung für die Parteienlandschaft

Für die etablierten Parteien berührt diese Debatte grundsätzliche Fragen: Wie lässt sich die Demokratie gegen extremistische Tendenzen schützen, ohne einzelnen Parteien eine Opferrolle zuzuschreiben? Wie werden Mehrheiten gebildet, wenn die AfD in manchen Regionen zweit- oder stärkstärkste Kraft ist? Ob der Kurswechsel, den Kubicki und Schröder andeuten, aufgegriffen wird, dürfte sich in kommenden Wahlkämpfen und bei konkreten Mehrheitsbildungen in Ländern und Kommunen zeigen.

Disclaimer...

de | politik | 70121018 |