Wohngeld erreicht mit 1,3 Millionen Haushalten Rekordniveau
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:21 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEnde 2025 haben rund 1,3 Millionen Haushalte in Deutschland Wohngeld bezogen. Das waren 7,2 Prozent oder rund 90.000 Haushalte mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.
Ausgaben steigen auf knapp fünf Milliarden Euro
Damit bezogen 3,2 Prozent aller privaten Haushalte Wohngeld, nach 3,0 Prozent Ende 2024. Die staatlichen Ausgaben erhöhten sich nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen von rund 4,689 Milliarden Euro auf 4,992 Milliarden Euro, ein Plus von 6,4 Prozent.
Sowohl die Zahl der Wohngeldhaushalte als auch die Ausgaben erreichten damit den höchsten Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch stieg um 3,1 Prozent auf 296 Euro.
Ruheständler stellen größte Gruppe
Der Anstieg hängt mit der gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen Anpassung des Wohngeldanspruchs an die allgemeine Preis- und Mietpreisentwicklung zusammen. Wohngeld soll einkommensschwachen Haushalten ermöglichen, angemessenen Wohnraum zu finanzieren; maßgeblich für die Höhe sind Einkommen, Wohnkosten und Haushaltsgröße.
In 51 Prozent der Wohngeldhaushalte waren Rentner oder Pensionäre die Haupteinkommensperson. Das entsprach 682.000 Haushalten, von denen 581.000 und damit 85 Prozent alleinstehend waren. In 39 Prozent der Fälle, insgesamt 519.000 Haushalten, lebten Kinder unter 25 Jahren.
Regionale Unterschiede bei Anteil und Höhe
82 Prozent der Empfänger waren Hauptmieter, weitere 10 Prozent lebten in Heimen. Sieben Prozent wohnten im eigenen Zuhause und erhielten einen Lastenzuschuss.
In Schleswig-Holstein nahm die Zahl der Wohngeldhaushalte mit 12,9 Prozent am stärksten zu, in Berlin mit 1,7 Prozent am schwächsten. Den höchsten Anteil an allen Haushalten verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit 5,8 Prozent, den niedrigsten Bayern mit 1,9 Prozent.
Der durchschnittliche Anspruch reichte von 217 Euro in Mecklenburg-Vorpommern bis 339 Euro in Hessen. In Ostdeutschland waren Ruheständler in 63 Prozent der Wohngeldhaushalte die Haupteinkommensperson, in Westdeutschland in 47 Prozent. Der Anteil von Haushalten mit Kindern lag dort bei 43 Prozent, im Osten bei 27 Prozent.
Die Entwicklung zeigt, dass Wohngeld zunehmend als dauerhaft benötigte Leistung der sozialen Wohnraumförderung wirkt. Ende 2025 erhielten 3,2 Prozent aller privaten Haushalte die Unterstützung; besonders stark betroffen waren Ruheständler und Haushalte mit Kindern. Der Anstieg erklärt sich nicht ausschließlich aus einer größeren Zahl anspruchsberechtigter Haushalte, sondern auch aus der gesetzlichen Anpassung des Wohngelds an Preis- und Mietentwicklungen.
Die regionale Spannweite verweist auf unterschiedliche Wohnkosten und Einkommensstrukturen. Mecklenburg-Vorpommern weist den höchsten Anteil von Wohngeldhaushalten auf, Bayern den niedrigsten. Zugleich fällt der durchschnittliche Anspruch in Hessen höher aus als in Mecklenburg-Vorpommern, was mit den unterschiedlichen Miethöhen zusammenhängt. Wohngeld gleicht damit einen Teil der Belastung aus, beseitigt aber weder hohe Mieten noch knappes Wohnungsangebot.
Belastung für Staat und Haushalte
Mit knapp fünf Milliarden Euro liegen die öffentlichen Ausgaben auf dem höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe. Für die Empfängerhaushalte beträgt die durchschnittliche Unterstützung 296 Euro im Monat. Die Zahlen machen sichtbar, wie eng Wohnkosten, Alterssicherung, Familienhaushalte und staatliche Transfers miteinander verbunden sind. Für Mieter bleibt entscheidend, ob Einkommen und Mietentwicklung dauerhaft zusammenpassen; für die öffentliche Hand steigen mit höheren Fallzahlen und Ansprüchen zugleich die finanziellen Anforderungen.
