Wirtschaftswachstum Deutschland, Herbstprognose 2026

Wirtschaftswachstum Deutschland: Institute verdoppeln Prognose auf 1,3 Prozent

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen in ihrer Herbstprognose für Deutschland 2026 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Damit verdoppeln sie ihre bisherige Erwartung nahezu – für 2027 wird ebenfalls eine leichte Aufwärtskorrektur erwartet.

Die Wirtschaftsinstitute erwarten einen Aufschwung der Konjunktur. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
Die Wirtschaftsinstitute erwarten einen Aufschwung der Konjunktur. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,3 Prozent und verdoppeln damit ihre bisherige Prognose nahezu.

Prognose deutlich angehoben

Im Frühjahr hatten die Institute für 2026 noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent erwartet. Für das kommende Jahr erhöhen sie ihre Prognose von 0,9 auf 1,1 Prozent.

Die Gemeinschaftsdiagnose wird von fünf führenden Instituten erstellt: dem Ifo-Institut München, dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dem RWI Essen, dem Kieler Institut für Weltwirtschaft und dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle.

Öffentliche Ausgaben geben Impulse

Nach der vorab bekannt gewordenen Einschätzung sorgen vor allem höhere staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung für zusätzliche Impulse. Die Auswirkungen geopolitischer Krisen fielen zugleich weniger stark aus als zunächst befürchtet.

Reformbedarf bleibt bestehen

Trotz der besseren Aussichten sehen die Ökonomen erheblichen Reformbedarf. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und des Standorts müsse gestärkt werden. Dazu zählen aus Sicht der Institute unter anderem weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen.

Die offizielle Vorstellung der gemeinsamen Herbstprognose ist für Donnerstag vorgesehen.

Staatliche Investitionen als Wachstumstreiber

Die Aufwärtskorrektur fällt deutlich aus: Im Frühjahr hatten die Institute für 2026 noch ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet, nun rechnen sie mit 1,3 Prozent. Für 2027 steigt die Prognose von 0,9 auf 1,1 Prozent. Damit würde die deutsche Wirtschaft nach einer längeren Phase schwacher Entwicklung spürbar an Dynamik gewinnen.

Als zentrale Impulse gelten höhere öffentliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Sie können kurzfristig Nachfrage erzeugen, Bau- und Ausrüstungsinvestitionen anstoßen und damit auch private Unternehmen auslasten. Ein solcher Effekt hängt jedoch davon ab, wie schnell die Mittel tatsächlich in Projekte und Aufträge fließen.

Reformen bleiben entscheidend

Die bessere Prognose bedeutet deshalb nicht, dass strukturelle Probleme gelöst sind. Die Institute verweisen weiterhin auf die schwierige Wettbewerbslage des Standorts Deutschland und fordern Reformen. Dazu zählen unter anderem weniger Bürokratie, bessere Infrastruktur und verlässlichere Rahmenbedingungen für Unternehmen.

Für Verbraucher kann ein stärkeres Wachstum mittelfristig Beschäftigung und Einkommen stützen. Zugleich bleiben geopolitische Konflikte, Energiepreise und die internationale Nachfrage wichtige Risiken. Die Prognose markiert daher vor allem eine verbesserte Ausgangslage, nicht das Ende der konjunkturellen Belastungen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Konjunktur in Deutschland: Wirtschaftsinstitute verdoppeln Wachstumsprognose“ (22.09.2026)

Der Bericht bestätige die Anhebung der Prognose auf 1,3 Prozent für 2026 und 1,1 Prozent für 2027. Er hebe zusätzlich hervor, dass höhere Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur den Aufschwung stützten, und stelle die Dauerhaftigkeit der Erholung als offene Frage dar.

Deutschlandfunk: „Konjunktur – Wirtschaftsforschungsinstitute verdoppeln Wachstumsprognose“ (23.09.2026)

Der Beitrag bestätige ebenfalls die neuen Wachstumswerte und ordne sie in die angekündigte Reformpolitik ein. Er lege den Schwerpunkt auf Reformen bei Arbeitszeiten, Sozialversicherungen und Bürokratie sowie auf die Forderung, den Reformkurs trotz politischer Belastungen beizubehalten.

Beide Berichte stimmten bei den Prognosewerten überein, setzten aber unterschiedliche Schwerpunkte: Der SPIEGEL betone die Rolle staatlicher Investitionen und die Frage nach der Nachhaltigkeit, während der Deutschlandfunk stärker die politischen Reformaufgaben beleuchte.

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