Wildberger will deutsche Wirtschaft mit KI zu fünf Prozent Wachstum führen
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 14:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDigitalminister Karsten Wildberger (CDU) traut der deutschen Wirtschaft beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz deutlich höhere Wachstumsraten zu als in den vergangenen Jahren. Aus seiner Sicht kann KI Deutschland zu jährlichem Wachstum von rund fünf Prozent führen.
Vergleich mit China und Wachstumsziel
Wildberger verwies in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" auf die Entwicklung in China. Dort sei die Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren um mehr als fünf Prozent pro Jahr gewachsen, sagte der Minister. Wenn man den Einsatz von KI in Deutschland gut organisiere, seien ähnliche Wachstumsraten auch hierzulande möglich.
Der CDU-Politiker verbindet damit die Erwartung, dass KI in vielen Branchen für höhere Produktivität sorgt und neue Produkte und Dienstleistungen ermöglicht. Voraussetzung sei jedoch, dass Unternehmen und Staat die Technologie entschlossen nutzen.
Warnung vor Zögern und Überregulierung
Die deutsche Wirtschaft könne es sich nach Wildbergers Worten nicht leisten, Künstliche Intelligenz weiter nur zögerlich einzusetzen. Im globalen Wettbewerb setzten sich nach seiner Einschätzung rasch diejenigen durch, die effizienter wirtschaften und schneller neue Angebote auf den Markt bringen.
Vor diesem Hintergrund mahnte Wildberger, gesetzliche Regeln dürften die Unternehmen nicht zu stark ausbremsen. Die Politik müsse darauf achten, dass Vorgaben Innovationen nicht verhindern, sondern verantwortungsvoll begleiten.
Appell an Unternehmen und Politik
Wildberger forderte sowohl Unternehmen als auch die Politik auf, ihre Skepsis gegenüber KI abzulegen. Er warnte ausdrücklich davor, zunächst alles in langen Verhandlungsprozessen klären zu wollen und die Technologie von Beginn an zu negativ zu bewerten.
"So viel Zeit haben wir nicht. Die Konkurrenz wartet nicht auf uns", sagte der Minister und unterstrich damit die Dringlichkeit seines Appells. Aus seiner Sicht ist ein schneller und breiter Einsatz von KI entscheidend dafür, ob Deutschland im internationalen Wettbewerb mithalten kann.
Die Aussagen von Digitalminister Karsten Wildberger fallen in eine Phase, in der die deutsche Wirtschaft nach Jahren schwachen Wachstums nach neuen Impulsen sucht. Viele Ökonomen sehen in Künstlicher Intelligenz einen zentralen Hebel für Produktivitätssteigerungen, insbesondere in der Industrie, im Dienstleistungssektor und in der öffentlichen Verwaltung.
Wirtschaftliche Lage und KI-Dynamik
Zuletzt mehrten sich Hinweise, dass der weltweite Boom bei KI-Technologien auch die deutsche Wirtschaft erreicht. In Branchen wie Datenverarbeitung, Elektronik und optische Erzeugnisse berichten Unternehmen von einer steigenden Nachfrage nach KI-Ausrüstung und digitalen Lösungen. Das nährt die Hoffnung, dass Investitionen in Automatisierung, Datenanalyse und intelligente Steuerungssysteme mittelfristig die Effizienz erhöhen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.
Zugleich bleibt das strukturelle Umfeld herausfordernd: eine vergleichsweise hohe Regulierung, Fachkräftemangel und teilweise veraltete IT-Infrastrukturen bremsen die Geschwindigkeit, mit der KI-Anwendungen ausgerollt werden. Wildbergers Warnung vor langwierigen Verhandlungsprozessen und übermäßiger Vorsicht zielt genau auf diese Hemmnisse.
Chancen, Risiken und politische Debatte
Die politische Debatte dreht sich derzeit darum, wie sich Innovationsdynamik und Schutzstandards sinnvoll austarieren lassen. Unternehmen fordern klare, aber praxistaugliche Regeln, um KI breit einsetzen zu können, ohne in rechtliche Grauzonen zu geraten. Gewerkschaften und Verbraucherschützer verweisen dagegen auf Risiken für Beschäftigung, Datenschutz und Diskriminierungsfreiheit und mahnen, soziale Folgen mitzudenken.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet der KI-Schub: Arbeitsprozesse und Berufsprofile werden sich weiter verändern, gleichzeitig entstehen neue Tätigkeiten in Entwicklung, Wartung und Anwendung digitaler Systeme. Ob sich Wachstumsraten nahe fünf Prozent realisieren lassen, hängt letztlich von Investitionsbereitschaft, Qualifizierung und politischer Entscheidungsfähigkeit ab – Wildbergers Appell adressiert genau diese Stellschrauben.
