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Wien: Zahl der Moscheen hat sich verdreifacht

04.05.2026 - 08:32:00 | boerse-global.de

Die Zahl islamischer Gebetsstätten in Wien ist auf 108 gestiegen, während die katholische Kirche Standorte aufgibt. Politik und Gesellschaft diskutieren über Integration und Einfluss.

Wien: Zahl der Moscheen hat sich verdreifacht - Foto: über boerse-global.de
Wien: Zahl der Moscheen hat sich verdreifacht - Foto: über boerse-global.de

Während christliche Kirchen schließen, entstehen immer mehr islamische Gebetsstätten – vor allem in Wien.

Innerhalb von 20 Jahren stieg die Zahl der Moscheen und Gebetsräume in der Hauptstadt von 30 auf 108. Das zeigen aktuelle Erhebungen. Grund ist die demografische Entwicklung: Rund 15 Prozent der Wiener sind muslimisch, etwa 285.000 Menschen. Bundesweit leben zwischen 700.000 und 800.000 Muslime in Österreich. Damit ist der Islam nach der katholischen Kirche die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft.

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Wo die Moscheen stehen – und wo nicht

Die Verteilung ist ungleich. In Favoriten gibt es 22 Einrichtungen, in der Brigittenau 14, in Rudolfsheim-Fünfhaus 13 und in Meidling 12. In Neubau, Hietzing oder Döbling findet sich dagegen keine einzige registrierte Moschee. Diese Konzentration folgt den Siedlungsstrukturen – und sorgt regelmäßig für Diskussionen über Integration und Parallelgesellschaften.

Organisatorisch ist die Landschaft zersplittert. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) umfasst rund 350 Moscheegemeinden. Etwa 280 gehören zu zehn verschiedenen Teilgemeinden, rund 70 sind direkt angeschlossen. Die wichtigsten Akteure: der türkisch-islamische Verein ATIB, die Gemeinschaft Milli Görüs und bosnische Kulturgemeinden.

Repräsentative Moscheen mit Minaretten bleiben die Ausnahme. Bundesweit gibt es nur vier – in Wien-Floridsdorf, Telfs, Saalfelden und Bad Vöslau. Die meisten Gebetsräume sind in umgenutzten Fabrikhallen, Ladenlokalen oder Wohnungen untergebracht. Früher sprach man oft von „Hinterhofmoscheen“.

Politischer Streit um Kopftuch und Einfluss

Ende April trafen sich Integrationsministerin Claudia Bauer und IGGÖ-Präsident Ümit Vural. Thema: das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren in Schulen. Die Ministerin nannte das Kopftuch „kein harmloses Kleidungsstück“. Die IGGÖ pochte auf Religionsfreiheit und verwies auf Gutachten. Der Dialog zeigt: Staatliche Vorgaben und religiöse Praxis prallen aufeinander.

Das Islamgesetz von 2015 verbietet Finanzierung aus dem Ausland für Imame und Vereine. Ziel war, die Abhängigkeit von der türkischen Religionsbehörde Diyanet zu brechen. Doch Behörden melden weiterhin Versuche transnationaler Akteure, über Moscheen und Bildungseinrichtungen Einfluss zu nehmen.

Die Dokumentationsstelle Politischer Islam warnt: Extremistische Inhalte verbreiten sich zunehmend hybrid – über soziale Medien und physische Orte wie Moscheen. Der Staatsschutz beobachtet bestimmte Einrichtungen verstärkt, besonders wenn Radikalisierungstendenzen bei Jugendlichen auftreten.

Kirchen schließen – Moscheen öffnen

Der Kontrast zur katholischen Kirche ist scharf. Die Erzdiözese Wien rechnet bis 2033 mit rund 150 Kirchenschließungen. Übrig blieben dann etwa 850 Gotteshäuser. Grund: sinkende Mitgliederzahlen und fehlendes Geld.

Soziologen sprechen von einer Verschiebung der religiösen Sichtbarkeit. Während Pfarren zu größeren Seelsorgeräumen zusammengelegt werden, entstehen durch private Initiativen ständig neue islamische Gebetsräume. Das beobachten viele mit Skepsis – Debatten über die christlich geprägte Leitkultur sind die Folge.

Moscheen als Anker – und als Barriere

Der aktuelle Integrationsbericht zeigt: Österreich wächst nur durch Migration. 2024 hatten fast 28 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Moscheen spielen dabei eine Doppelrolle. Sie sind soziale Ankerpunkte für Zuwanderer. Sie können aber auch die Integration erschweren, wenn sie sich stark von der Mehrheitsgesellschaft abgrenzen.

Experten des Integrationsrats betonen: Entscheidend ist, ob Imame und Vereinsvorstände Integration aktiv fördern oder Segregation betreiben. Die IGGÖ verweist auf Projekte wie den Tag der offenen Moschee. Politiker fordern striktere Trennung von Religion und Politik und mehr Imam-Ausbildungen im Inland.

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Was kommt?

Die islamische Infrastruktur wird sich weiter stabilisieren und professionalisieren. Offen ist die Frage der Finanzierung im Rahmen des österreichischen Religionsrechts. Der Druck auf die IGGÖ wächst, intern transparenter zu werden und radikale Tendenzen in den Griff zu bekommen.

Die Nachfrage nach Gebetsräumen in Ballungsräumen bleibt hoch. Ob künftig repräsentative Neubauten entstehen oder weiterhin Bestandsgebäude genutzt werden, hängt von Baurecht und gesellschaftlichem Klima ab. Der Dialog zwischen Kultusamt und Religionsvertretern wird entscheiden, ob der soziale Frieden in einer religiös diversen Gesellschaft hält.

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