Weihnachtsgeschäft, Einzelhandel

Weihnachtsgeschäft: Verbraucher planen 262 Euro für Geschenke

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 14:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Verbraucher in Deutschland planen für Weihnachtsgeschenke im Schnitt 262 Euro und bleiben damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Händler erwarten trotz Preisbewusstsein und gedämpfter Stimmung ein moderates Umsatzwachstum.

Geschenke, Branchenumsatz und Vertriebswege

  • Die HDE-Umfrage erfasst knapp 2.100 Erwachsene, die zwischen dem 13. und 15. Oktober befragt wurden.
  • 30 Prozent wollen Gutscheine verschenken, 27 Prozent Spielwaren und 25 Prozent Bücher.
  • Der Onlinehandel soll um 4,4 Prozent wachsen, der stationäre Handel um 1,6 Prozent.
  • Geschenke sind gewissermaßen ein doppelter Grund zur Freude: zum einen für den Beschenkten und zum anderen für den Verkäufer, der dafür Geld in die Kasse bekommt. - Bild: Matthias Bein/dpa
  • Mit Weihnachtsdeko wollen viele Geschäfte die Kauflaune der Kunden verstärken. - Bild: Boris Roessler/dpa
Geschenke sind gewissermaßen ein doppelter Grund zur Freude: zum einen für den Beschenkten und zum anderen für den Verkäufer, der dafür Geld in die Kasse bekommt.  - Bild: Matthias Bein/dpa Mit Weihnachtsdeko wollen viele Geschäfte die Kauflaune der Kunden verstärken.  - Bild: Boris Roessler/dpa

Verbraucher planen 262 Euro für Weihnachtsgeschenke

Deutschlands Verbraucher wollen in diesem Jahr im Schnitt 262 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Zugleich erwarten viele Handelsunternehmen ein schwierigeres Weihnachtsgeschäft, weil Kunden stärker auf Preise achten und Ausgaben abwägen.

Geschenkausgaben bleiben nahezu stabil

Die repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) wurde vom 13. bis 15. Oktober unter knapp 2.100 Menschen ab 18 Jahren durchgeführt. Der geplante Betrag liegt einen Euro unter dem Vorjahreswert und deutlich unter den jeweils knapp 300 Euro, die Verbraucher für 2023 und 2024 angekündigt hatten.

Gut die Hälfte will genauso viel ausgeben wie im Vorjahr. Knapp jeder Vierte plant geringere Ausgaben, während nur etwa jeder Zehnte mehr Geld für Geschenke einplant.

Gutscheine führen die Geschenkpläne an

Am häufigsten wollen die Befragten Gutscheine verschenken. 30 Prozent nannten diese Möglichkeit, gefolgt von Spielwaren mit 27 Prozent, Büchern mit 25 Prozent, Kosmetik mit 23 Prozent und Bekleidung mit 20 Prozent. Uhren oder Schmuck plant etwa jeder Zehnte.

Auch gemeinsame Unternehmungen und Selbstgemachtes gehören zu den genannten Geschenkideen. Handelsforscher Kai Hudetz beobachtet eine höhere Preissensibilität: Viele Kunden griffen bei Produkten wie Adventskalendern eher zu günstigeren Varianten, statt vollständig darauf zu verzichten.

Handelsunternehmen rechnen mit schwierigerem Geschäft

In einer HDE-Befragung von 300 Unternehmen erwarteten zwei Drittel ein schlechteres oder deutlich schlechteres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Nur elf Prozent rechneten mit einem besseren oder deutlich besseren Verlauf. 85 Prozent gingen davon aus, dass Verbraucher stärker auf den Preis achten werden.

Als Belastungen nannte HDE-Präsident Alexander von Preen steigende Energie- und Personalkosten sowie wachsende Bürokratie. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth verwies zugleich auf eine positive Grundstimmung und stabile Nachfrage zu Weihnachten.

HDE erwartet 129,2 Milliarden Euro Umsatz

Für November und Dezember rechnet der Handelsverband im deutschen Einzelhandel mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent auf 129,2 Milliarden Euro. Preisbereinigt entspräche das einem Wachstum von einem Prozent.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der HDE Erlöse von 697,4 Milliarden Euro, zwei Prozent mehr als 2025. Der Onlinehandel soll dabei um 4,4 Prozent zulegen, während der stationäre Handel voraussichtlich um 1,6 Prozent wächst.

Die Weihnachtsausgaben stagnieren nach der HDE-Umfrage nahezu, liegen aber deutlich unter den Erwartungen der Jahre 2023 und 2024. Das deutet auf einen vorsichtigen Konsum hin: Haushalte planen weiterhin Geschenke, reagieren dabei jedoch empfindlicher auf Preise und wägen Anschaffungen stärker ab.

Für den Handel bleibt das Jahresende dennoch zentral. November und Dezember bündeln einen erheblichen Teil der Jahresumsätze, wobei der HDE für den gesamten Einzelhandel ein nominales Wachstum erwartet. Der Abstand zwischen nominalem und realem Plus zeigt zugleich, dass ein Teil des Umsatzanstiegs durch höhere Preise entsteht.

Preisbewusstsein prägt das Geschäft

Besonders relevant ist die Verschiebung hin zu günstigeren Alternativen. Gutscheine, Spielwaren, Bücher, Kosmetik und Bekleidung gehören zu den meistgenannten Geschenken; zugleich gewinnen gemeinsame Erlebnisse und Selbstgemachtes an Bedeutung. Für Verbraucher kann das die Suche nach Rabatten, Preisvergleichen und kleineren Geschenkbudgets verstärken.

Die Entwicklung verläuft zudem unterschiedlich nach Vertriebskanal. Während der stationäre Handel laut HDE-Prognose langsamer wächst, legt das Onlinegeschäft stärker zu. Händler müssen daher sowohl mit Kostensteigerungen als auch mit einem intensiven Preiswettbewerb im Internet umgehen.

Umsatzplus trotz vorsichtiger Kunden

Die Diskrepanz zwischen der zurückhaltenden Stimmung der Unternehmen und den stabilen Ausgabenplänen der Verbraucher ist der zentrale Befund. Das Weihnachtsgeschäft dürfte den Einzelhandel stützen, beseitigt aber weder die Sorgen über Energie-, Personal- und Bürokratiekosten noch die strukturelle Verlagerung zum Onlinehandel.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Handel peilt Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft an – 129 Milliarden Euro erwartet“ (03.11.2026)

Der Beitrag hebt die HDE-Prognose von 129,2 Milliarden Euro für November und Dezember hervor. Im Mittelpunkt stehen damit die erwarteten Umsätze, während die dpa-Meldung stärker die Zurückhaltung der Verbraucher und die geplanten Geschenkausgaben beleuchtet.

n-tv: „HDE sieht positive Signale: Konsumlaune in Deutschland steigt im November – Verbraucher bleiben aber vorsichtig“ (02.11.2026)

Dieser Bericht stelle eine aufgehellte Anschaffungsneigung heraus, verbinde sie aber mit anhaltender Vorsicht. Damit bestätigt er das Spannungsfeld zwischen stabiler Nachfrage und begrenzter Zahlungsbereitschaft, das auch die dpa-Meldung prägt.

Übereinstimmung besteht bei der Erwartung eines moderaten Umsatzwachstums. Unterschiedliche Schwerpunkte liegen bei der positiven Branchenprognose und der Frage, wie stark Preisbewusstsein und Kostenbelastungen die tatsächliche Entwicklung begrenzen.

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