EU-Klimapolitik, Ursula von der Leyen

Von der Leyen bekräftigt EU-Kurs auf Klimaziele und neue Allianz

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 09:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Ursula von der Leyen bekräftigt in ihrer Rede zur Lage der Union den Kurs auf die Klimaziele der EU und kündigt neue Instrumente zur Absicherung von Klimarisiken an. Mitgliedstaaten sollen sich stärker auf Extremwetter vorbereiten und eine Klimaversicherungsallianz voranbringen.

Von der Leyen will an EU-Klimazielen festhalten
Trockenes Feld (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der Union im Europäischen Parlament in Straßburg die Klimaziele der Europäischen Union nachdrücklich verteidigt. Sie betonte, Europa könne, müsse und werde den eingeschlagenen Kurs in Richtung der gemeinsamen Klimaziele beibehalten.

Von der Leyen pocht auf Kurs in Richtung Klimaziele

Von der Leyen sprach von einem komplexen Wandel, bei dem sich die Europäische Union im Laufe der Zeit anpassen und dazulernen müsse. Zugleich machte sie deutlich, dass es aus ihrer Sicht keinen Zweifel daran gebe, den Weg zu den Klimazielen konsequent weiterzugehen. Die Klimapolitik bleibt damit ein Kernprojekt der aktuellen Kommission.

In ihrer Ansprache im Plenum des EU-Parlaments stellte die Präsidentin den Zusammenhang zwischen Klimaschutz, wirtschaftlicher Entwicklung und Sicherheit heraus. Die Klimaziele sollen demnach nicht nur Emissionen senken, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der europäischen Gesellschaften gegenüber den Folgen des Klimawandels stärken.

Mehr Vorsorge gegen Extremwetterereignisse

Mit Blick auf den zurückliegenden Sommer, den sie als geprägt von extremen Hitzewellen und Waldbränden in vielen Teilen Europas beschrieb, forderte von der Leyen die Mitgliedstaaten auf, ihre Vorbereitung auf solche Extremwetterereignisse erheblich zu verstärken. Frühwarnsysteme, Katastrophenschutz und Infrastruktur müssten an die neuen klimatischen Realitäten angepasst werden.

Sie verwies darauf, dass die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Wetterextremen erhebliche Schäden verursacht, die bislang häufig aus öffentlichen Mitteln ausgeglichen werden. Nationale Haushalte würden dadurch immer wieder zur „Versicherer letzter Instanz“.

Klimaversicherungsallianz soll Finanzierungslücke schließen

Vor diesem Hintergrund hob von der Leyen die Bedeutung eines besseren Versicherungsschutzes gegen Klimaschäden hervor. Derzeit seien nach ihren Angaben nur etwa 25 Prozent der Katastrophenschäden in Europa durch private Versicherungen abgedeckt. Ein Großteil der finanziellen Last liege somit bei den Staaten.

Um diese Lücke zu schließen, kündigte die Kommissionspräsidentin die Einrichtung einer europäischen Klimaversicherungsallianz an. Dieses Instrument soll dazu beitragen, Risiken breiter zu verteilen und private Versicherungsangebote für Klima- und Naturkatastrophen zu stärken. Konkrete Ausgestaltungsdetails nannte sie in ihrer Rede noch nicht.

Europäischer Hitzewellenplan und Wasserinitiative

Zusätzlich zu den Versicherungsplänen stellte von der Leyen neue Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Aussicht. Sie kündigte an, einen europäischen Hitzewellenplan sowie eine europäische Wasserinitiative vorzulegen. Beide Vorhaben sollen die Widerstandsfähigkeit der EU gegenüber den Folgen des Klimawandels erhöhen.

Der Hitzewellenplan soll nach ihren Worten dazu beitragen, Gesundheitsrisiken, Belastungen für Energie- und Verkehrssysteme sowie Auswirkungen auf die Landwirtschaft besser zu bewältigen. Die Wasserinitiative soll sich insbesondere den Herausforderungen durch Dürren, sinkende Wasserverfügbarkeit und zugleich zunehmende Starkregenereignisse widmen.

Klimapolitik als langfristige Priorität der EU

Mit der Kombination aus ambitionierten Klimazielen, verstärkter Vorsorge gegen Extremwetter und neuen Versicherungsinstrumenten unterstreicht die EU-Kommission, dass die Anpassung an den Klimawandel dauerhaft hohe Priorität in der europäischen Politik behalten soll. Von der Leyen ordnete die geplanten Maßnahmen in eine langfristige Strategie ein, die sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch die Stabilität der öffentlichen Haushalte im Blick hat.

Weitere Details zu Zeitplan und konkreter Ausgestaltung der angekündigten Initiativen will die Kommission zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Die Grundrichtung der Rede macht jedoch deutlich, dass die EU ihren Klimakurs nicht nur bei der Reduktion von Emissionen, sondern auch bei der Bewältigung der Klimafolgen fortsetzen will.

Mit ihrer Rede zur Lage der Union setzt Ursula von der Leyen ein klares Signal: Trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Spannungen sollen die bestehenden Klimaziele der Europäischen Union nicht aufgeweicht werden. Die Festlegung, den Kurs in Richtung Klimaneutralität fortzusetzen, stabilisiert den Rahmen für Unternehmen, Investoren und Mitgliedstaaten, die ihre Transformationspfade an den EU-Vorgaben ausrichten.

Klimaversicherungsallianz und Hitzewellenplan

Besonders konkret wird die Kommissionspräsidentin beim Thema Klimarisiken. Die Ankündigung einer Klimaversicherungsallianz zielt darauf, die bisher große Lücke bei der Absicherung von Katastrophenschäden zu schließen. Wenn derzeit nur rund ein Viertel der Schäden privat versichert ist, tragen öffentliche Haushalte die Hauptlast. Eine europäisch koordinierte Lösung könnte Anreize für breitere Versicherungslösungen schaffen und die Finanzrisiken künftiger Extremereignisse auf mehrere Schultern verteilen.

Der geplante Hitzewellenplan und die Wasserinitiative weisen darauf hin, dass die EU den Klimawandel nicht mehr nur als Emissionsproblem, sondern als umfassende Herausforderung für Infrastruktur, Gesundheitssysteme und Landwirtschaft betrachtet. Die Vorbereitung auf häufigere und intensivere Hitzewellen sowie auf Dürren oder Starkregenereignisse wird damit zu einer gemeinsamen europäischen Aufgabe, die über klassische Umweltpolitik hinausgeht.

Konsequenzen für Bürger und Mitgliedstaaten

Für Bürger könnten neue Regelungen zur Klimaversicherung bedeuten, dass Risiken wie Überschwemmungen oder Waldbrandfolgen künftig stärker über private Policen abgesichert werden und weniger über Ad-hoc-Hilfen der Staaten. Für die Mitgliedstaaten stellt die Rede einen Auftrag dar, ihre Katastrophenschutzstrukturen zu modernisieren, Frühwarnsysteme auszubauen und Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur zu priorisieren. Gleichzeitig bleibt offen, wie schnell die angekündigten Instrumente konkret ausgearbeitet und politisch beschlossen werden.

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