US-Truppen, Irak

US-Truppen vollständig aus dem Irak abgezogen

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 09:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die letzten US-Soldaten haben den Irak verlassen, damit endet die amerikanische Militärpräsenz in dem Land. Der Einsatz war seit 2003 vom Krieg gegen Saddam Hussein und später vom Kampf gegen den Islamischen Staat geprägt.

Das US-Militär ist vollständig aus dem Irak abgezogen, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.

Ende einer umstrittenen Präsenz

Die letzten US-Soldaten hätten das Land verlassen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Damit endet eine Zeit teils heftig umstrittener US-Militäreinsätze im Irak.

Der erste große Einsatz begann mit dem Irakkrieg, in dem die USA und ihre Verbündeten den früheren Machthaber Saddam Hussein stürzten. Der Krieg und seine Folgen veränderten die politische und sicherheitspolitische Ordnung des Landes und der Region nachhaltig.

Kampf gegen den Islamischen Staat

Später kehrte das US-Militär in den Irak zurück, um gemeinsam mit Partnern gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorzugehen. Die Miliz hatte zeitweise große Gebiete im Irak und in Syrien kontrolliert.

Mit dem vollständigen Abzug endet nun auch die amerikanische Militärpräsenz im Rahmen dieser Einsätze. Die weitere Verantwortung für Sicherheit und den Kampf gegen verbliebene IS-Strukturen liegt damit stärker bei den irakischen Sicherheitskräften und ihren Partnern.

Ein langer Militäreinsatz endet

Der Abzug beendet eine US-Militärpräsenz, die mit dem Irakkrieg von 2003 begann. Damals wurde Saddam Hussein gestürzt; der Einsatz wurde international stark kritisiert und prägte die politische Ordnung des Nahen Ostens über Jahre.

Nach dem Abzug der US-Truppen Ende 2011 kehrten amerikanische Soldaten 2014 auf Bitten der irakischen Regierung zurück. Anlass war der Kampf gegen den Islamischen Staat, der große Gebiete im Irak und in Syrien kontrolliert hatte. Das Herrschaftsgebiet der Miliz ist militärisch zerschlagen, aktive Zellen bestehen jedoch fort.

Sicherheitslage bleibt entscheidend

Für den Irak verschiebt sich damit das sicherheitspolitische Gewicht. Die Regierung muss den Schutz des Landes und den Kampf gegen verbliebene IS-Strukturen stärker selbst organisieren. Zugleich bleiben bewaffnete, teils Iran-nahe Milizen ein eigenständiger Machtfaktor.

Der Abzug bedeutet deshalb nicht das Ende ausländischer Einflüsse oder regionaler Spannungen. Der Irak liegt zwischen den rivalisierenden Machtzentren Iran und den Vereinigten Staaten. Jede Verschärfung dieses Konflikts kann das Land erneut zum Schauplatz von Angriffen machen.

Bedeutung für Deutschland

Auch Deutschland ist betroffen: Die Bundeswehr war seit 2015 an der internationalen Mission beteiligt, unter anderem mit der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte. Mit dem Ende des US-geführten Einsatzes stellt sich für die Partner die Frage, wie Ausbildung, Aufklärung und Unterstützung künftig organisiert werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Irak: USA ziehen Militär vollständig ab – Stabilität bleibt fragil“ (28.09.2026)

Der Bericht bestätige den vollständigen Abzug und ordne ihn vor dem Hintergrund des Kampfes gegen den Islamischen Staat sowie der instabilen Sicherheitslage ein. Er hebe hervor, dass IS-Zellen weiterhin aktiv seien und Iran-nahe Milizen an Einfluss gewinnen könnten; zudem verweise er auf die ungeklärte künftige Rolle internationaler Partner.

n-tv: „Der Irakkrieg und seine Folgen: Als sich die US-Regierung einen Krieg zusammenlog“ (28.09.2026)

Die Bilderserie bestätige das Ende des langjährigen US-Einsatzes, setze den Schwerpunkt aber auf die historische Bilanz des Irakkriegs. Sie betone die Folgen für die regionale Stabilität, die humanitären Kosten und die fortdauernde Bedeutung der Milizen; offen bleibe, wie sich die Machtverhältnisse nach dem Abzug entwickeln würden.

Beide Beiträge stimmten beim Ende der US-Präsenz und der fortbestehenden Unsicherheit überein. Der SPIEGEL konzentriere sich stärker auf die aktuelle Sicherheitslage, während n-tv die langfristigen Folgen des Krieges hervorhebe.

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