Xi Jinping, US-China-Handelsstreit

US-China-Handelsstreit: USA verlängern Zollpause während Xis Staatsbesuch

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 04:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA verlängern die Aussetzung zusätzlicher Zölle auf chinesische Waren bis zum 10. Januar. Die Vereinbarung fällt mit dem Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping bei Donald Trump zusammen und soll Zeit für weitere Gespräche schaffen.

  • Trump empfängt Xi zum Staatsbesuch. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
    Trump empfängt Xi zum Staatsbesuch. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
  • Bessent traf He bereits in New York. (Archivbild) - Bild: Bai Xueqi/XinHua/dpa
    Bessent traf He bereits in New York. (Archivbild) - Bild: Bai Xueqi/XinHua/dpa
  • Xi landet zu Staatsbesuch in den USA. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
    Xi landet zu Staatsbesuch in den USA. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
  • US-Präsident Donald Trump verzog es das Gesicht, als Bomber des US-Militärs über der Empfangszeremonie hinwegflogen.  - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
    US-Präsident Donald Trump verzog es das Gesicht, als Bomber des US-Militärs über der Empfangszeremonie hinwegflogen. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
Trump empfängt Xi zum Staatsbesuch. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa Bessent traf He bereits in New York. (Archivbild) - Bild: Bai Xueqi/XinHua/dpa Xi landet zu Staatsbesuch in den USA. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa US-Präsident Donald Trump verzog es das Gesicht, als Bomber des US-Militärs über der Empfangszeremonie hinwegflogen.  - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

Zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in den USA hat die Regierung von Präsident Donald Trump die Aussetzung zusätzlicher Zölle auf chinesische Waren um zwei Monate bis zum 10. Januar verlängert.

Zollpause soll bis Januar gelten

US-Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Fox News, beide Seiten hätten vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlängern. Die bisher bis zum 10. November geltende Pause wäre andernfalls ausgelaufen.

Nach Bessents Darstellung war die Verlängerung das Ergebnis mehrerer Treffen mit Chinas Vizepremier He Lifeng. Eine Bestätigung aus Peking lag zunächst nicht vor. Die Vereinbarung verschaffe beiden Seiten mehr Zeit, um wirtschaftliche Fragen zu prüfen.

Seltene Erden als Druckmittel

Mit dem Ende der Zollpause hätte China nach Darstellung der US-Regierung auch seine Exportkontrollen für seltene Erden ausgeweitet. Für die Ausfuhr der strategisch wichtigen Rohstoffe benötigen ausländische Unternehmen Genehmigungen des chinesischen Handelsministeriums.

Das Verfahren gilt als aufwendig und schwer kalkulierbar, weil detaillierte Angaben zur vorgesehenen Verwendung verlangt werden. Die USA werfen China vor, seine Zusage zu verlässlichen Lieferungen nicht einzuhalten. Peking begründet die Kontrollen offiziell damit, eine militärische Nutzung der Rohstoffe verhindern zu wollen.

Handelsstreit war 2025 eskaliert

Nach Trumps Amtsübernahme hatte sich der Konflikt im Frühjahr 2025 deutlich verschärft. Die USA erhöhten ihre Zölle auf chinesische Waren schrittweise auf bis zu 145 Prozent. China reagierte mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent und Exportkontrollen auf strategisch wichtige Rohstoffe.

Im Mai einigten sich beide Seiten in Genf auf eine zunächst 90-tägige Aussetzung der Maßnahmen. Bei weiteren Treffen verlängerten sie die Pause. Das Busan-Abkommen war im Oktober des Vorjahres von Trump und Xi im südkoreanischen Busan vereinbart worden.

Empfang im Weißen Haus geplant

Xi wurde auf einem Militärflughafen nahe Washington von Trump begrüßt. An der Zeremonie nahmen auch Melania Trump und Peng Liyuan teil. Während der US-Hymne flogen B1-Bomber über den Empfang, deren Lärm Trump sichtbar irritierte.

Für den Staatsbesuch waren ein Empfang im Weißen Haus, bilaterale Gespräche und ein Staatsbankett vorgesehen. Erwartet wurden auch Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos sowie Sundar Pichai von Google und Alphabet und Apple-Chef Tim Cook.

Viele weitere Streitpunkte

Xi bezeichnete das laufende Jahr laut einer schriftlichen, von Xinhua verbreiteten Ansprache als entscheidend für die Beziehungen. Die USA und China sollten Partner und keine Rivalen sein, stabile Beziehungen fördern und Differenzen überwinden.

In den Gesprächen dürfte es neben Handel, Chips und künstlicher Intelligenz auch um den Iran-Krieg, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Taiwan gehen. Peking beansprucht Taiwan für sich und schließt einen Militäreinsatz nicht aus, während Washington den Inselstaat mit Waffen beliefert.

Eine Pause, kein Ende des Handelskonflikts

Die Verlängerung der Zollpause verschafft Washington und Peking zwei zusätzliche Monate, um wirtschaftliche Streitpunkte zu bearbeiten. Sie verhindert zunächst, dass die ausgesetzten Zusatzzölle wieder greifen, beseitigt aber weder die grundlegenden Interessengegensätze noch die bereits bestehenden Abgaben.

Besonders wichtig ist der Zusammenhang mit seltenen Erden. China verfügt bei Förderung und Verarbeitung vieler dieser strategischen Rohstoffe über eine starke Marktposition. Sie werden unter anderem für Elektronik, Elektrofahrzeuge, Windkraftanlagen und Rüstung benötigt. Verlässlichere Lieferungen sind deshalb nicht nur eine Handelsfrage, sondern betreffen auch industrielle Planung und Versorgungssicherheit.

Technologie bleibt der härteste Konflikt

Parallel zum Zollstreit konkurrieren beide Staaten um technologische Führung. Washington begrenzt den Zugang Chinas zu leistungsfähigen Chips und Ausrüstung für künstliche Intelligenz; Peking kontrolliert im Gegenzug den Export bestimmter Rohstoffe. Diese Maßnahmen wirken über die bilateralen Beziehungen hinaus, weil Unternehmen weltweit ihre Lieferketten und Investitionsentscheidungen daran ausrichten müssen.

Für europäische Unternehmen bedeutet die Verlängerung kurzfristig mehr Planungssicherheit, sofern die Exportgenehmigungen für seltene Erden tatsächlich verlässlich erteilt werden. Langfristig bleibt jedoch das Risiko, dass neue politische Spannungen erneut zu Einschränkungen führen. Der Staatsbesuch kann daher vor allem Zeit gewinnen; eine dauerhafte Entschärfung müsste sich an konkreten Lieferzusagen, Zollentscheidungen und Regeln für sensible Technologien zeigen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Xi Jinping in Washington Zwischen Charmeoffensive und Machtkampf“ (23.09.2026)

Der Bericht ordne den Staatsbesuch als Versuch ein, trotz erheblicher Spannungen Stabilität in den Beziehungen zu bewahren. Er hebe hervor, dass neben Zöllen auch seltene Erden, künstliche Intelligenz, Taiwan und internationale Konflikte auf der Tagesordnung stünden; offen bleibe, ob die Gesprächsbereitschaft über eine befristete Zollpause hinausreiche.

Euronews: „Gipfel Trump–Xi: Warum für Europa so viel auf dem Spiel steht“ (23.09.2026)

Der Artikel bestätige die zentrale Bedeutung des Zoll-Waffenstillstands und der Lieferungen seltener Erden, setze den Schwerpunkt jedoch auf die Folgen für Europa. Er betone, dass die EU bei kritischen Rohstoffen weniger Verhandlungsmacht als Washington besitze und bei einem möglichen US-chinesischen KI-Dialog nur begrenzt vertreten sei.

Beide Berichte stellten den Besuch als Stabilisierung unter Bedingungen strategischer Konkurrenz dar. Unterschiede gebe es vor allem beim Blickwinkel: Während der eine Beitrag die politischen Konfliktfelder und die fragile Entspannung hervorhebe, rücke der andere Europas wirtschaftliche Abhängigkeiten und Handlungsspielräume in den Mittelpunkt.

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