EU-Politik, Social Media

Von der Leyen fordert Social-Media-Verbot für Kinder unter 13

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Ursula von der Leyen spricht sich in Straßburg für ein Verbot von Social-Media-Nutzung bei Kindern unter 13 Jahren aus. Damit stellt sie einen deutlich verschärften Ansatz im digitalen Jugendschutz zur Diskussion.

Ursula von der Leyen hat sich in Straßburg für ein Verbot der Nutzung sozialer Medien durch Kinder unter 13 Jahren ausgesprochen. Die EU-Kommissionspräsidentin will damit den Schutz Minderjähriger im digitalen Raum deutlich ausweiten.

Von der Leyens Vorstoß in Straßburg

Bei ihrem Auftritt in Straßburg formulierte von der Leyen das Ziel, Kindern unterhalb der Altersgrenze von 13 Jahren den Zugang zu Social-Media-Plattformen zu untersagen. Sie knüpft damit an die laufende Debatte über die Folgen digitaler Kommunikationsdienste für Kinder und Jugendliche an, insbesondere mit Blick auf Suchtgefahren, Mobbing und Datenmissbrauch.

Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum

Mit dem Vorstoß setzt die Kommissionspräsidentin ein deutliches Zeichen für mehr Jugendschutz im Netz. Ein Verbot für Kinder unter 13 Jahren würde über bisherige Regelungen hinausgehen, die meist auf Altersangaben, Zustimmung der Eltern oder technische Sicherungen setzen. Ziel ist es, junge Nutzer vor problematischen Inhalten, aggressiven Geschäftsmodellen und der unkontrollierten Weitergabe persönlicher Daten zu bewahren.

Nächste Schritte auf EU-Ebene

Weitere Details zu dem geplanten Verbot und möglichen Gesetzesinitiativen wurden zunächst nicht bekannt. Klar ist allerdings, dass ein solcher Schritt eine breite politische Diskussion im Europäischen Parlament und zwischen den Mitgliedstaaten auslösen würde. Dort müssten Umfang, Kontrollmechanismen und die Rolle der Plattformbetreiber präzise festgelegt werden.

Der Vorstoß von Ursula von der Leyen für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren berührt gleich mehrere Ebenen: den Schutz Minderjähriger, die Verantwortung der Plattformbetreiber und die Frage, wie tief EU-Regeln in den Alltag von Familien eingreifen sollen. Ausgangspunkt ist die verbreitete Sorge über die Auswirkungen sozialer Netzwerke auf die psychische Gesundheit junger Nutzer, insbesondere mit Blick auf Suchtverhalten, Mobbing und den Umgang mit personenbezogenen Daten.

Jugendschutz und europäische Regulierung

Bereits bestehende EU-Gesetze wie der Digital Services Act und der Digital Markets Act zielen darauf ab, große Plattformen stärker zu regulieren und Nutzer besser zu schützen. Ein explizites Altersverbot für die Nutzung sozialer Medien wäre allerdings ein weiterer Schritt, der eine Harmonisierung bislang sehr unterschiedlicher nationaler Regelungen erzwingen könnte. Bisher arbeiten viele Staaten mit Altersgrenzen, Einwilligungsregeln der Eltern und technischen Schutzmechanismen, ohne ein generelles Nutzungsverbot auszusprechen.

Konfliktlinien und praktische Fragen

Ein verbindliches Mindestalter von 13 Jahren wirft praktische Fragen auf: Plattformen müssten zuverlässigere Alterskontrollen einführen, etwa über Ausweisdokumente oder technische Verifizierungsverfahren. Zugleich stellt sich die Frage, wie ein Verbot gegenüber Eltern und Kindern durchgesetzt werden kann, ohne übermäßige Überwachung zu erzeugen. Wirtschaftlich wären vor allem große kommerzielle Netzwerke betroffen, deren Wachstumsmodell stark auf jungen Zielgruppen beruht.

Ausblick für Familien und Anbieter

Für Eltern könnte ein europaweit einheitlicher Rechtsrahmen Orientierung bieten, zugleich bleiben pädagogische Verantwortung und Medienkompetenz zentral. Anbieter sozialer Netzwerke müssten ihre Produkte und Geschäftsmodelle anpassen, etwa durch spezielle kindgerechte Angebote oder strengere Voreinstellungen. Wie weit die EU am Ende gehen wird, hängt davon ab, ob sich im politischen Prozess ein Konsens zwischen Schutzinteressen, Freiheitsrechten und wirtschaftlichen Belangen bildet.

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