Rente mit 63, Sepp Müller

Rente mit 63: Sepp Müller bekräftigt Abschaffung nach 45 Jahren

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:06 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Unionsfraktionsvize Sepp Müller hält an der Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren fest. Für Menschen mit schwerer körperlicher Arbeit soll eine Härtefallregelung kommen.

Unionsfraktionsvize Müller bekräftigt Abschaffung der Rente mit 63
Sepp Müller (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) hat die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren bekräftigt. Die Regelung solle entfallen, zugleich sei eine Härtefallklausel für Menschen mit schwerer körperlicher Arbeit vorgesehen.

Müller verweist auf Vereinbarung mit der SPD

„Wir wollen, dass die Rente sicher ist. Und da gilt, was miteinander vereinbart ist. Und da gilt auch die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren“, sagte Müller den Sendern RTL und ntv.

Die Abschaffung sei gemeinsam mit den Sozialdemokraten beschlossen worden, damit auch die nachfolgende Generation noch eine Rente erhalte. Bedenken aus der SPD bezeichnete Müller als verständlich und nachvollziehbar.

Härtefallregelung für körperlich belastende Berufe

Nach Müllers Darstellung soll gezielt Menschen mit schwerer körperlicher Arbeit geholfen werden, etwa Dachdeckern. Nicht erfasst werden solle dagegen ein Ingenieur, der im Blockmodell mit 58 Jahren in die Frühverrentung gehe.

„Wir kümmern uns um diejenigen, die wirklich hart arbeiten, schwerste Arbeit machen. Dafür werden wir eine Härtefallklausel auf den Weg bringen, so wie wir das vereinbart haben“, sagte Müller. Für die übrigen Beschäftigten solle die Rente nach 45 Beitragsjahren wegfallen.

Die Rente nach 45 Beitragsjahren ermöglicht langjährig Versicherten einen abschlagsfreien Übergang in den Ruhestand. Ihre Abschaffung würde den Zugang zu dieser Möglichkeit deutlich einschränken und die Altersgrenzen stärker in den Mittelpunkt rücken.

Politisch berührt der Vorstoß zwei gegensätzliche Ziele: Die gesetzliche Rentenversicherung soll angesichts des demografischen Wandels finanziell stabil bleiben, zugleich sollen Menschen mit langen Erwerbsbiografien nicht pauschal länger arbeiten müssen. Besonders relevant ist dabei die unterschiedliche Belastung einzelner Berufe. Körperlich schwere Tätigkeiten können die Arbeitsfähigkeit früher beeinträchtigen als überwiegend körperlich weniger belastende Beschäftigungen.

Härtefallregelung als zentraler Streitpunkt

Die von Sepp Müller angekündigte Härtefallklausel soll diesen Unterschied berücksichtigen. Entscheidend wäre, nach welchen Kriterien ein Härtefall anerkannt wird, welche Nachweise erforderlich wären und wie viele Beschäftigte davon profitieren könnten. Eine enge Regelung könnte die Einsparziele stärker unterstützen, während ein weiter Zugang die soziale Abfederung verbessern würde.

Für Beschäftigte und Arbeitgeber hätte eine Reform Folgen über den Renteneintritt hinaus. Unternehmen müssten sich auf längere Erwerbszeiten einstellen, während Versicherte ihre Altersvorsorge und den Übergang in den Ruhestand neu planen müssten. Der Konflikt zwischen Union und SPD betrifft damit nicht nur eine einzelne Rentenregel, sondern die Verteilung von Belastungen zwischen Generationen und Berufsgruppen.

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