Bundespräsidentin: Frei legt sich nicht auf Aigner fest
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 15:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSFrauen im Gespräch für das Bellevue
- Thorsten Frei nennt neben Ilse Aigner auch Julia Klöckner, Annegret Kramp-Karrenbauer und Karin Prien als mögliche Optionen.
- Frei hält politische Erfahrung und ein umfassendes Verständnis der politischen Prozesse für wichtige Voraussetzungen.
- Der Unionsfraktionschef spricht sich persönlich für eine Frau aus und fordert eine zügige Entscheidung.
Thorsten Frei hält Unionsentscheidung zu Aigner offen
Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) will sich nicht auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner als Unionskandidatin für das Amt der Bundespräsidentin festlegen. Im Gespräch mit dem Fernsehsender Welt nannte er politische Erfahrung und ein umfassendes Verständnis der politischen Prozesse als wichtige Kriterien.
Mehrere Politikerinnen bleiben im Gespräch
Frei sagte, ein Jurist müsse das Amt nicht zwingend übernehmen. Auch Kandidaten, die erst vor Kurzem ein neues Spitzenamt angetreten haben, schließt er nicht aus.
Damit könnten aus seiner Sicht unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und die Chefin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, infrage kommen. Auch Bildungsministerin Karin Prien wollte Frei nicht ausschließen.
Frei betont persönliche Präferenz
Vorwürfe, er habe sich in der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht klar genug für eine Frau ausgesprochen, weist Frei zurück. Er verweist auf ein Interview aus dem Sommer, in dem er erklärt habe, dass eine Frau im Amt seinen persönlichen Vorstellungen entspreche.
Gleichzeitig habe er vermeiden wollen, die Diskussion von vornherein auf eine Hälfte der Bevölkerung zu beschränken. Alle genannten Kandidatinnen sieht Frei weiterhin als mögliche Optionen.
Entscheidung soll zügig fallen
Frei fordert eine zügige Klärung der Personalfrage. Zeitdruck bestehe zwar nicht, doch der Respekt vor dem Amt gebiete es, die Debatte nicht monatelang über mögliche Kandidatinnen zu führen.
Die Debatte über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in den vergangenen Tagen auf Ilse Aigner konzentriert. Die CSU wirbt für die Präsidentin des Bayerischen Landtags als gemeinsame Kandidatin der Regierungsparteien, während aus der SPD ebenfalls Unterstützung für Aigner gekommen ist.
Thorsten Frei hält eine Festlegung der Union dennoch bewusst offen. Seine Kriterien zielen auf eine Persönlichkeit mit politischer Erfahrung und einem umfassenden Verständnis staatlicher Abläufe. Zugleich schließt er weder Juristen noch Personen aus jüngst übernommenen Spitzenämtern aus.
Entscheidung ohne Zeitdruck
Die Bundesversammlung wählt den Bundespräsidenten im kommenden Jahr. Eine längere öffentliche Personaldiskussion kann den Druck auf Union und SPD erhöhen, sich auf eine gemeinsame Linie zu verständigen. Freis Wunsch nach einer zügigen Entscheidung verweist deshalb auf das Spannungsfeld zwischen innerparteilicher Auswahl und dem Anspruch, das Amt nicht durch monatelange Spekulationen zu belasten.
Die Debatte hat zudem eine geschlechterpolitische Dimension. Frei betont, dass er persönlich eine Frau im Bellevue begrüßen würde, will die Auswahl aber nicht formal auf Frauen begrenzen. Neben Aigner bleiben damit auch Julia Klöckner, Annegret Kramp-Karrenbauer und Karin Prien als von ihm genannte Optionen im Gespräch.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Wahl des Bundespräsidenten: Wer folgt auf Steinmeier?“ (26.10.2026)
Der Beitrag ordnet die laufende Suche nach einer Nachfolge für Steinmeier ein und nennt Aigner als von der CSU beworbene gemeinsame Kandidatin. Im Mittelpunkt steht damit stärker die parteiübergreifende Kandidatensuche als Freis Kriterien für das Amt.
ntv: „Miersch sieht Mehrheit hinter Aigner als Bundespräsidentin“ (26.10.2026)
ntv stellt die Unterstützung von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch für Aigner und seine Forderung nach einer baldigen Entscheidung heraus. Das ergänzt Freis offene Haltung um die Perspektive eines möglichen sozialdemokratischen Rückhalts.
Übereinstimmung besteht darin, dass Aigner derzeit im Zentrum der Debatte steht. Offen bleibt, ob sich die Union bereits auf sie festlegt und wann eine gemeinsame Entscheidung der Regierungsparteien fällt.
