Union Berlin gewinnt 1:0 gegen Elversberg: Burcu erlöst Lustrinelli spät
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 17:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer 1. FC Union Berlin hat am fünften Spieltag mit 1:0 (0:0) gegen den SV Elversberg gewonnen und Trainer Mauro Lustrinelli den ersten Bundesligasieg beschert.
Burcu erlöst Union spät
Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei erzielte Livan Burcu in der 81. Minute den entscheidenden Treffer. Sein Schuss wurde von Felix Keidel unhaltbar für Elversbergs Torwart Nicolas Kristof abgefälscht.
Union war über weite Strecken die aktivere Mannschaft, blieb im Angriff aber häufig zu zaghaft. Tim Skarke prüfte Kristof bereits in der ersten Halbzeit zweimal, zudem sorgte Andras Schäfer mit einem Freistoß für Gefahr.
Berliner Defensive deutlich stabiler
Die Gäste aus Elversberg kamen vor der Pause nur zu wenigen klaren Möglichkeiten. Maximilian Rohr setzte einen Kopfball auf die Latte, kurz vor dem Seitenwechsel lenkte Union-Torwart Frederik Rönnow einen Schuss von Noah Darvich über das Tor.
Nach dem Seitenwechsel vergaben Kastriot Imeri und Woo-Yeong Jeong eine Doppelchance für die Berliner. Elversberg konzentrierte sich überwiegend auf Konter, während Union weiter den Druck erhöhte und durch Burcus spätes Tor belohnt wurde.
Erster Sieg nach schwierigem Start
Für Union war es der erste Dreier der Saison. Nach einem Punkt und 17 Gegentoren aus den ersten vier Partien, darunter einer 0:7-Niederlage beim FC Bayern, hatte Lustrinelli bereits nach 101 Tagen im Amt unter Druck gestanden.
Der Sieg verhindert ein mögliches Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz und dürfte der Mannschaft zunächst Ruhe verschaffen. Am kommenden Wochenende wartet mit dem noch ungeschlagenen Borussia Dortmund jedoch die nächste schwere Aufgabe.
Elversberg hält sich weiter im oberen Bereich
Für den Aufsteiger war es die zweite Niederlage in seiner Premierensaison in der Bundesliga. Mit sieben Punkten bleibt Elversberg dennoch im vorderen Tabellenbereich.
Die Saarländer waren mit Rückenwind nach Berlin gereist: In den ersten vier Spielen hatte nur der deutsche Meister Bayern München gegen sie gewonnen. Union-Präsident Dirk Zingler hatte vor der Partie erklärt, man sei noch nicht nervös, müsse aber in die Punkte kommen.
Union korrigiert den Fehlstart
Der erste Bundesligasieg verändert die Ausgangslage für Union Berlin deutlich. Nach nur einem Punkt und 17 Gegentoren aus den ersten vier Partien stand die Mannschaft vor dem Heimspiel gegen Elversberg unter erheblichem sportlichem Druck. Der Erfolg beendet diese Negativserie zwar nicht vollständig, verschafft Trainer Mauro Lustrinelli aber Zeit für weitere Arbeit.
Besonders wichtig ist die defensive Stabilisierung. Union hatte zuvor seine traditionell kompakte Spielweise vermissen lassen und war nach der Umstellung auf eine Viererkette anfällig. Gegen Elversberg ließ die Mannschaft deutlich weniger zu und blieb erstmals in dieser Saison ohne Gegentor. Offensiv blieb das Spiel dennoch lange zäh; der späte Treffer nach abgefälschtem Schuss zeigt, wie eng die Partie war.
Elversberg bleibt trotz Niederlage gut positioniert
Für den Aufsteiger ist die Niederlage kein Rückschlag von grundsätzlicher Bedeutung. Sieben Punkte aus den ersten fünf Spielen bilden weiterhin ein solides Polster im Kampf um den Klassenverbleib. Elversberg hatte zuvor mit Siegen gegen Leverkusen und Mönchengladbach sowie einem Remis gegen Schalke für Aufmerksamkeit gesorgt.
Für Union folgt nun mit Borussia Dortmund die nächste anspruchsvolle Prüfung. Der Sieg gegen Elversberg kann die Berliner stabilisieren, beantwortet aber noch nicht die Frage, ob die Mannschaft ihre defensive Ordnung und offensive Durchschlagskraft dauerhaft zurückgewonnen hat.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesspiegel: „Schießbude der Bundesliga: Der 1. FC Union ist auf der Suche nach der verlorenen DNA“ (10.10.2026)
Der Bericht habe vor dem Spiel die defensive Krise Unions und den Druck auf die Mannschaft hervorgehoben. Als Ursachen nenne er die Umstellung auf eine Viererkette sowie die Abgänge zweier Leistungsträger in der Abwehr; der nun erzielte Sieg bestätige den beschriebenen Handlungsbedarf, setze aber mit dem ersten Zu-null-Spiel einen anderen Akzent.
Der Artikel habe zudem Leopold Querfeld als wichtigen Akteur für die Stabilisierung der Defensive dargestellt. Offen bleibe, ob die verbesserte Ordnung gegen Elversberg auch gegen stärkere Gegner Bestand habe.
Die Berichte stimmten darin überein, dass Union vor dem Spiel unter erheblichem Druck gestanden habe. Der Tagesspiegel habe den Schwerpunkt auf strukturelle Defensivprobleme gelegt, während der Spielbericht vor allem den späten Berliner Sieg und die weiterhin gute Tabellenposition Elversbergs hervorhebe.

