Ulrich Siegmund, CDU Sachsen-Anhalt

Ulrich Siegmund: CDU-Abgeordnete lehnen Wahl im Dezember ab

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 12:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Mehrere CDU-Abgeordnete weisen die Forderung zurück, den AfD-Politiker Ulrich Siegmund im Dezember zum Ministerpräsidenten zu wählen. Für seine Wahl fehlen der AfD mindestens drei Stimmen außerhalb der eigenen Fraktion.

CDU-Politiker lehnen Wahl von Siegmund ab
Ulrich Siegmund am 06.10.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Mehrere Abgeordnete der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt lehnen die Forderung ab, den AfD-Politiker Ulrich Siegmund im Dezember zum Ministerpräsidenten zu wählen. Siegmund benötigt für die Wahl mindestens drei Stimmen mehr, als die AfD-Fraktion im Landtag verfügt.

CDU-Abgeordnete ziehen klare Grenze

Der CDU-Abgeordnete Tobias Krull sagte dem Nachrichtenportal T-Online: „Wir sollten Siegmund definitiv nicht zum Ministerpräsidenten wählen.“ Wenn Siegmund gewählt werden wolle, „muss er sich seine Mehrheit mit anderen suchen.“

Auch Marco Tullner sprach sich gegen eine Unterstützung aus. „Wir als CDU sollten Ulrich Siegmund auf keinen Fall zum Ministerpräsidenten wählen. Wir sind Opposition und keine AfD-Hilfstruppe“, sagte der CDU-Abgeordnete.

Debatte nach Vorstoß eines früheren Abgeordneten

Chris Schulenburg erklärte, einem aufrichtigen Demokraten würde in der Wahlkabine „die Hand abfaulen“, wenn er einen AfD-Ministerpräsidenten wählen würde, der einer gesichert rechtsextremen Partei angehöre.

Zuvor hatte der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Räuscher im „Tagesspiegel“ dafür plädiert, Siegmunds Wahl zu ermöglichen. Das Wahlergebnis verlange, dass Siegmund Ministerpräsident werde, sagte Räuscher. Er würde trotz Bauchschmerzen für Siegmund stimmen, „weil es das Wahlvolk will“.

Siegmund setzt auf Stimmen außerhalb der AfD

Siegmund will sich im Dezember im Landtag zur Wahl stellen. Für die notwendige Mehrheit braucht er mindestens drei Stimmen mehr, als die AfD im Landtag hat. Die AfD rechnet nach eigenen Angaben mit Unterstützung aus der CDU-Fraktion.

Die Auseinandersetzung in Sachsen-Anhalt konzentriert sich auf die Ministerpräsidentenwahl im Dezember. Ulrich Siegmund will als AfD-Spitzenkandidat antreten, obwohl seine Fraktion im Landtag nicht über die erforderliche absolute Mehrheit verfügt. Für eine Wahl im ersten Durchgang sind mindestens 42 Stimmen nötig; die AfD stellt 39 der 83 Abgeordneten.

Damit hängt Siegmunds Vorhaben von Stimmen aus anderen Fraktionen oder von Abweichlern ab. Das BSW hat eine Unterstützung ausgeschlossen und eine Enthaltung angekündigt. Nach der konstituierenden Sitzung des Landtags erhielt die AfD jedoch zusätzliche Aufmerksamkeit, weil Tobias Rausch mit 48 von 82 abgegebenen Stimmen zum Landtagspräsidenten gewählt wurde. Das Ergebnis nährte Spekulationen über Unterstützung aus anderen Fraktionen und erhöhte den politischen Druck auf die CDU.

Konflikt in der CDU

Die Aussagen von Tobias Krull, Marco Tullner und Chris Schulenburg markieren eine klare Abgrenzung innerhalb der CDU-Landtagsfraktion. Zugleich zeigt der Vorstoß des früheren Abgeordneten Alexander Räuscher, dass die Debatte nicht nur zwischen den Parteien, sondern auch innerhalb der Union geführt wird. Räuscher begründet seine Position mit dem Wahlergebnis und der Forderung, den Wählerwillen umzusetzen.

Für die CDU steht damit neben der Personalentscheidung auch ihre strategische Position im Landtag auf dem Spiel. Eine Unterstützung Siegmunds könnte seine Wahl ermöglichen und die bisherige Abgrenzung zur AfD praktisch verändern. Lehnen alle CDU-Abgeordneten eine Wahl ab, müsste Siegmund seine angekündigte Mehrheit in anderen politischen Lagern finden.

Bedeutung der Dezember-Wahl

Die geheime Abstimmung macht die Frage nach dem tatsächlichen Abstimmungsverhalten besonders relevant. Entscheidend werden deshalb nicht nur öffentliche Erklärungen, sondern die Zahl der Stimmen im ersten Wahlgang und die weitere Strategie Siegmunds sein. Bis zur Wahl bleibt die geschäftsführende Landesregierung im Amt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Sachsen-Anhalt: Geschlossenheit der CDU bröckelt - AfD profitiert“ (06.10.2026)

Der Beitrag ordnet die Vorgänge im Landtag als Vorgeschmack auf die Ministerpräsidentenwahl im Dezember ein. Im Mittelpunkt stehen die fehlende absolute Mehrheit der AfD und die zusätzlichen Stimmen, die Ulrich Siegmund für seine Wahl benötigt.

ntv: „Der AfD gelingt Doppelsieg in Runde eins“ (06.10.2026)

ntv stellt die Wahl Tobias Rauschs zum Landtagspräsidenten und Siegmunds Anspruch auf das Ministerpräsidentenamt in einen gemeinsamen politischen Zusammenhang. Der Schwerpunkt liegt auf Siegmunds Ankündigung, im Dezember im ersten Wahlgang antreten zu wollen.

Beide Beiträge beschreiben die zusätzliche Bedeutung der Stimmen aus anderen Fraktionen. Offen bleibt, ob die CDU-Fraktion bei der Ministerpräsidentenwahl geschlossen abstimmt und ob Siegmund tatsächlich die erforderliche Mehrheit erreicht.

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