Ukraine-Hilfe, Friedensgespräche

Ukraine: Merz sagt 200 Millionen Euro Winterhilfe zu

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 17:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz sagt der Ukraine zusätzliche Mittel für humanitäre Hilfe und die Energieversorgung zu. Zugleich fordert er gemeinsam mit Präsident Wolodymyr Selenskyj eine europäische Beteiligung an den geplanten Verhandlungen mit Russland.

Unterstützung und nächste Termine

  • Bundeskanzler Friedrich Merz lud für den 19. November die «Koalition der Willigen» nach Berlin ein.
  • Die zusätzliche Winterhilfe von 200 Millionen Euro soll je zur Hälfte aus zwei Bundesministerien kommen.
  • Selenskyj nannte eine Waffenruhe für Energieanlagen, Getreidetransporte und einen Gefangenenaustausch als Prioritäten.
  • Der Selenskyj-Besuch in Berlin wurde aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Der Kanzler macht Selenskyj neue Hilfszusagen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • In gut zwei Wochen trifft sich die «Koalition der Willigen» in Berlin. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Der Selenskyj-Besuch in Berlin wurde aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Der Kanzler macht Selenskyj neue Hilfszusagen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa In gut zwei Wochen trifft sich die «Koalition der Willigen» in Berlin. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin verbindet Winterhilfe mit Forderung nach Mitsprache

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine bei einem Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj 200 Millionen Euro zusätzliche Winterhilfe zugesagt. Beide Politiker forderten, dass Europa an den geplanten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine beteiligt wird.

Direkte Gespräche in Abu Dhabi geplant

Unter Vermittlung der USA sollen am kommenden Dienstag und Mittwoch in Abu Dhabi die ersten direkten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland seit längerer Zeit stattfinden. Wie die Europäer daran beteiligt werden, ist nach Angaben der dpa-Meldung noch offen.

Selenskyj nannte drei Prioritäten: eine Waffenruhe bei Angriffen auf die Energieversorgung und andere kritische Infrastruktur, ein Ende der Blockade von Getreidetransporten über das Schwarze Meer sowie einen Gefangenenaustausch nach dem Prinzip «alle gegen alle».

Bundestag muss Hilfspaket noch billigen

Die zusätzliche Winterhilfe soll für humanitäre Hilfe und die Sicherung der Energieversorgung verwendet werden. Je 100 Millionen Euro sollen nach Angaben aus Regierungskreisen aus dem Auswärtigen Amt und dem Entwicklungsministerium kommen; der Bundestag muss dem Paket noch zustimmen.

Gipfel der Unterstützer am 19. November

Für den 19. November hat Merz die Staats- und Regierungschefs der «Koalition der Willigen» nach Berlin eingeladen. Der Gruppe gehören etwa 35 Länder an; bei dem Gipfel soll es vor allem um weitere Militärhilfe für die Ukraine gehen.

Merz betonte, Deutschland könne die Unterstützung nicht allein tragen. Die Ukraine benötigt nach Angaben der Meldung für das kommende Jahr zusätzlich 70 Milliarden Euro von den Europäern.

Weitere Treffen bis Jahresende

Nach den Gesprächen in Abu Dhabi stehen weitere internationale Termine an. Am Rande des Apec-Gipfels am 18. und 19. November in Shenzhen könnte es zu einem Treffen der Präsidenten der USA, Chinas und Russlands kommen.

Vom 13. bis 15. Dezember ist zudem der G20-Gipfel in Florida geplant. Merz erklärte, bei Gesprächen über die Ukraine müsse auch der ukrainische Präsident am Tisch sitzen.

Das Treffen in Berlin fällt in eine Phase, in der neben militärischer Unterstützung wieder stärker über direkte Kontakte zwischen Russland und der Ukraine gesprochen wird. Die geplanten Gespräche in Abu Dhabi sollen nach der dpa-Meldung unter Vermittlung der USA stattfinden und wären die ersten direkten Verhandlungen der beiden Kriegsparteien seit längerer Zeit.

Für Europa geht es dabei um politischen Einfluss und Sicherheitsinteressen. Merz und Selenskyj verbinden die Forderung nach einer europäischen Beteiligung mit der Einschätzung, dass ein tragfähiger Frieden die Sicherheitsordnung des Kontinents unmittelbar betreffen würde. Zugleich bleibt offen, in welchem Format europäische Staaten an den Gesprächen beteiligt werden.

Hilfe und Verhandlungen verknüpft

Die zusätzlichen 200 Millionen Euro sollen kurzfristig humanitäre Hilfe und die Energieversorgung der Ukraine im Winter absichern. Das Paket steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundestages. Für die Ukraine ist die Unterstützung angesichts beschädigter Infrastruktur besonders relevant, während Deutschland seine Hilfe mit dem eigenen Sicherheitsinteresse begründet.

Der Berliner Gipfel der «Koalition der Willigen» am 19. November soll anschließend vor allem weitere Militärhilfe organisieren. Die geplanten Treffen und die von Selenskyj genannten Ziele – Schutz kritischer Infrastruktur, freie Getreidetransporte und ein Gefangenenaustausch – zeigen, dass zunächst begrenzte Vereinbarungen neben einem umfassenden Friedensabkommen im Mittelpunkt stehen könnten. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung des ukrainischen Bedarfs für 2027 eine zentrale europäische Aufgabe.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „USA-Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi am 10. November“ (03.11.2026)

Der Beitrag habe die geplante Vermittlung der USA und den Termin der Gespräche in Abu Dhabi hervorgehoben. Damit bestätige er den diplomatischen Schwerpunkt der Meldung, setze den Akzent jedoch stärker auf den konkreten Gesprächsrahmen.

taz: „USA planen Gespräche mit Russland und Ukraine“ (03.11.2026)

Der Beitrag habe ebenfalls von den geplanten Gesprächen in Abu Dhabi berichtet. Im Mittelpunkt stehe dort die amerikanische Vermittlungsrolle; die europäische Beteiligung und die deutschen Hilfszusagen rückten demgegenüber weniger stark in den Vordergrund.

Beide Beiträge bestätigten damit den anstehenden diplomatischen Termin. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung: Während die Meldung den europäischen Einfluss und die Winterhilfe verbinde, konzentrierten sich die anderen Berichte stärker auf die geplante US-Vermittlung.

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