Tischtennis: Vier Deutsche erreichen Viertelfinale in Frankfurt
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 21:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDeutsche Duelle prägen die K.-o.-Runde
- Patrick Franziska drehte gegen Benedikt Duda einen 0:2-Satzrückstand und wehrte drei Matchbälle ab.
- Wim Verdonschot besiegte in Frankfurt den brasilianischen Vize-Weltmeister Hugo Calderano mit 3:1.
- Die Endspielsieger erhalten jeweils 40.000 Dollar und 1.000 Weltranglistenpunkte.
Vier Deutsche stehen im Viertelfinale
Vier deutsche Tischtennisprofis haben beim internationalen Turnier in Frankfurt am Main das Viertelfinale erreicht. Patrick Franziska, Wim Verdonschot, Dang Qiu und Sabine Winter setzten sich in ihren Achtelfinals durch.
Franziska dreht deutsches Duell
Für die dramatischste Partie sorgte Patrick Franziska gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Benedikt Duda. Der Weltranglisten-15. lag bereits 0:2 nach Sätzen zurück, wehrte drei Matchbälle ab und gewann noch mit 3:2.
„Es ist verrückt, wie eng das Match war“, sagte Franziska anschließend. Duda schied damit trotz der Führung im deutschen Duell aus.
Verdonschot bezwingt Calderano
Die größte Überraschung gelang Wim Verdonschot. Der 21-Jährige von Borussia Dortmund schlug den brasilianischen Vize-Weltmeister Hugo Calderano mit 3:1 Sätzen.
„Das war ein unfassbares Spiel“, sagte Verdonschot, der bei der vergangenen U21-Europameisterschaft den zweiten Platz belegt hatte.
Qiu und Winter ebenfalls weiter
Auch Dang Qiu und Sabine Winter erreichten die Runde der besten Acht. Winter gewann das deutsche Duell gegen ihre Doppelpartnerin Ying Han mit 3:0.
Qiu hatte bereits am Vorabend den früheren Weltranglistenersten Dimitrij Ovtcharov mit 3:0 besiegt. Ovtcharov war damit der erste von fünf deutschen Spielern, der bei dem Heimturnier eine Niederlage hinnehmen musste.
Kaufmann scheidet verletzt aus
Nina Mittelham verlor gegen die Chinesin Kuai Man. Annett Kaufmann unterlag der Japanerin Hina Hayata, nachdem sie sich bereits im ersten von vier Sätzen verletzt hatte.
Bei jeder Rückhand habe sie „extreme Schmerzen“ gespürt, sagte die 20-Jährige. „Ich hätte das auch gewinnen können. Ich glaube, der Knackpunkt war einfach, dass ich meine Finger nicht gespürt habe.“
Stark besetztes Turnier in Frankfurt
Die Konkurrenz beim WTT-Champions-Turnier ist besonders stark. Bei den Frauen sind acht der zehn besten Spielerinnen der aktuellen Weltrangliste dabei.
Die Sieger der Endspiele am Sonntagabend erhalten jeweils 40.000 US-Dollar sowie 1.000 Punkte für die Weltrangliste.
Das WTT-Champions-Turnier in Frankfurt gehört zur höchsten internationalen Turnierkategorie unterhalb der großen Weltmeisterschafts- und Olympiaschauplätze. Entsprechend dicht ist das Feld: Bei den Frauen treten acht der zehn bestplatzierten Spielerinnen der Weltrangliste an. Die deutschen Erfolge sind deshalb nicht nur wegen des Heimvorteils bemerkenswert, sondern auch wegen der Qualität der besiegten Gegner.
Heimturnier als Bewährungsprobe
Für Patrick Franziska erhält der Sieg gegen Benedikt Duda zusätzliches Gewicht, weil er nach einem 0:2-Satzrückstand und drei abgewehrten Matchbällen zustande kam. Dang Qius 3:0 gegen Dimitrij Ovtcharov knüpft an die starke deutsche Bilanz an, die sich bereits in der Runde zuvor abgezeichnet hatte.
Besonders heraus sticht Wim Verdonschot. Der 21-Jährige von Borussia Dortmund nutzte seine Chance gegen den brasilianischen Vize-Weltmeister Hugo Calderano und setzte damit ein persönliches Ausrufezeichen auf der großen internationalen Bühne. Für das deutsche Tischtennis bedeutet das Viertelfinale von vier Aktiven eine ungewöhnlich breite Präsenz in der entscheidenden Turnierphase.
Hohe Prämien und Weltranglistenpunkte
Die sportliche Bedeutung wird durch die Turnierwertung verstärkt: Die Sieger der beiden Endspiele erhalten jeweils 40.000 US-Dollar und 1.000 Weltranglistenpunkte. Damit geht es am Wochenende nicht nur um Prestige, sondern auch um wichtige Positionen für die weitere Saisonplanung.
Annett Kaufmanns verletzungsbedingtes Aus zeigt zugleich die körperliche Belastung des Wettbewerbs. Die weiteren Partien der Deutschen entscheiden, ob der Heimauftritt über die Überraschung von Verdonschot und die dramatische Partie von Franziska hinaus auch mit einem Halbfinaleinzug endet.
