Tankrabatt, Spritpreise

Tankrabatt: Spritpreise sinken deutlich – E10 vielerorts unter zwei Euro

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Tankrabatt lässt die Spritpreise in Deutschland deutlich sinken. Schon am Vormittag lag E10 vielerorts unter zwei Euro, während sich vor dem mittäglichen Preissprung Schlangen an günstigen Tankstellen bildeten.

  • Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa
    Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa
  • An besonders günstigen Tankstellen kam es vereinzelt zu Schlangen.  - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa
    An besonders günstigen Tankstellen kam es vereinzelt zu Schlangen. - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa
  • Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro.  - Bild: Sina Schuldt/dpa
    Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro. - Bild: Sina Schuldt/dpa
Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa An besonders günstigen Tankstellen kam es vereinzelt zu Schlangen.  - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro.  - Bild: Sina Schuldt/dpa

Der Tankrabatt hat am Donnerstag für deutlich niedrigere Spritpreise und regen Andrang an den Tankstellen gesorgt.

Preise sinken schon in der Nacht

Bereits um Mitternacht gaben die bundesweiten Durchschnittspreise für Benzin und Diesel abrupt um elf bis zwölf Cent nach. Bis zum Vormittag wuchs der Abstand zu den jeweiligen Preisen des Vortags weiter und lag nur noch wenige Cent unter dem Steuerrabatt von 16,7 Cent je Liter.

Nach Angaben des ADAC kostete E10 um 11.45 Uhr im bundesweiten Schnitt 2,052 Euro pro Liter, Diesel 2,197 Euro. Kurz vor dem üblichen Preissprung zur Mittagszeit waren viele Tankstellen gut besucht; an besonders günstigen Stationen bildeten sich vereinzelt Schlangen.

E10 vielerorts unter zwei Euro

Superbenzin der Sorte E10 wurde am Morgen und Vormittag vielerorts für weniger als zwei Euro angeboten. Besonders häufig gab es solche Preise in München, Stuttgart und Leipzig, in Berlin waren sie zahlreich. In Hamburg und Köln blieben entsprechende Angebote dagegen selten.

Diesel kostete weiterhin meist mehr als zwei Euro. Nach dem mittäglichen Preissprung verschwanden die Angebote unter zwei Euro zumindest vorübergehend nahezu vollständig. Die seit Einführung der 12-Uhr-Regel geltende Preisstruktur führt dazu, dass Kraftstoff morgens und vormittags typischerweise günstiger ist.

ADAC sieht Steuersenkung weitgehend weitergegeben

Auch nach dem Preissprung lagen die Preise deutlich unter den Werten des Mittwochs. Um 12.15 Uhr zahlten Verbraucher nach ADAC-Angaben je nach Kraftstoffart durchschnittlich 14 bis 15 Cent weniger als am Vortag. Der Verkehrsclub erklärte, die Senkung der Energiesteuer sei damit zumindest weitgehend abgebildet, und forderte die Mineralölkonzerne auf, zeitnah den vollen Betrag weiterzugeben.

Rabatt gilt für Kraftstoff aus neuen Lieferungen

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter. Eine direkte Verpflichtung der Tankstellen zur vollständigen Preissenkung gibt es nicht. Wie viel tatsächlich bei den Kunden ankommt, soll sich in den kommenden Tagen zeigen.

Der ADAC warnte, die Preissenkungen dürften nicht durch spätere Erhöhungen wieder ausgeglichen werden. Am Mittwoch hatte E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,242 Euro gekostet, Diesel 2,390 Euro. Im Vergleich zum Montag waren die Preise damit bereits um 3,4 beziehungsweise 3,5 Cent gesunken.

Teuerster Tankmonat seit Beginn der Aufzeichnungen

Der September war nach ADAC-Angaben der bislang teuerste Tankmonat. E10 kostete im Monatsmittel 2,266 Euro je Liter, fast zwölf Cent mehr als im August. Diesel verteuerte sich im Monatsvergleich um 16 Cent auf 2,386 Euro.

Kritik an Milliardenkosten

Der Tankrabatt kostet Bund und Länder voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Euro. Kritiker bemängeln, dass vor allem Menschen mit hohem Kraftstoffverbrauch profitieren und die Maßnahme nicht gezielt einkommensschwache Haushalte unterstützt.

Der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, sagte, schon beim früheren Tankrabatt sei nicht die gesamte Steuersenkung an der Zapfsäule angekommen. Ifo-Präsident Clemens Fuest kritisierte ebenfalls, unter den Vielfahrern mit großen Autos seien viele Haushalte, die sich die hohen Preise leisten könnten. Die Mineralölwirtschaft weist den Vorwurf einer unvollständigen Weitergabe zurück; Befürworter sehen im Rabatt eine schnelle Entlastung für Autofahrer.

Steuersenkung wirkt über die Lieferkette

Der Rabatt senkt die Energiesteuer vom 1. Oktober bis zum Jahresende um 14,04 Cent je Liter. Weil zugleich weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von 16,7 Cent. Der Staat verzichtet damit voraussichtlich auf rund 2,5 Milliarden Euro Einnahmen.

Die Entlastung wird nicht direkt an Autofahrer ausgezahlt, sondern greift zunächst bei Kraftstoff, der nach Beginn der Regelung Raffinerien und Tanklager verlässt. Deshalb können Bestände, die noch unter der früheren Steuerbelastung eingekauft wurden, die Weitergabe an der Zapfsäule verzögern. Eine gesetzliche Pflicht, den gesamten Betrag im Endpreis weiterzugeben, besteht nicht.

Preisvergleich bleibt entscheidend

Wie stark Verbraucher profitieren, hängt deshalb neben dem Steuerrabatt auch von Ölpreis, Beschaffungskosten, regionalem Wettbewerb und den Margen der Anbieter ab. Erfahrungen mit dem früheren Rabatt zeigen, dass die Entlastung je nach Kraftstoff unterschiedlich vollständig ankommen kann. Bund und Länder tragen die Kosten der neuen Maßnahme gemeinsam.

Für Autofahrer bleibt der Zeitpunkt wichtig: Wegen der seit April geltenden 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen, aber jederzeit senken. Der Tagespreis liegt häufig kurz vor zwölf am niedrigsten; ein Vergleich über eine Tank-App kann regionale Unterschiede sichtbar machen. Für Menschen ohne Auto bietet die Maßnahme keine unmittelbare Entlastung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Merkur: „Tankrabatt: So finden Sie die günstigste Tankstelle in ihrer Region“ (01.10.2026)

Der Bericht bestätige die Entlastung von 16,7 Cent je Liter und hebe hervor, dass Tankstellen den Betrag nicht vollständig weitergeben müssten. Anders als die aktuelle Meldung konzentriere er sich auf regionale Preisunterschiede und den Nutzen von Preisvergleichsangeboten; zugleich verweise er auf frühere Berechnungen zur nur teilweisen Weitergabe.

BR24: „Tankrabatt: Kommt diesmal mehr Entlastung beim Verbraucher an?“ (01.10.2026)

Der Beitrag bestätige den Start der Steuersenkung und stelle die rechtliche Lücke zwischen dem staatlichen Steuerverzicht und einem garantierten Preisnachlass heraus. Während die dpa-Meldung bereits sinkende Preise dokumentiere, betone der Bericht die offenen Einflussfaktoren wie alte Lagerbestände, Beschaffungskosten und Margen sowie das Fehlen eines speziellen Sanktionsinstruments.

Medienübergreifend bestehe Einigkeit über den Beginn der Steuersenkung und die Bedeutung des Preisvergleichs. Unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei der regionalen Orientierung, der rechtlichen Weitergabepflicht und den Erfahrungen mit dem früheren Rabatt; offen bleibe, wie dauerhaft und vollständig die Entlastung bei den Verbrauchern ankomme.

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