Tankrabatt, Spritpreise

Tankrabatt: Spritpreise sinken deutlich – E10 vielerorts unter 2 Euro

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 17:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Tankrabatt hat die Preise an deutschen Tankstellen bereits in der Nacht deutlich gedrückt. Bis zum Vormittag kam die Entlastung von 16,7 Cent je Liter nach Einschätzung des Bundeskartellamts weitgehend bei den Verbrauchern an – vielerorts wurde E10 für weniger als zwei Euro angeboten.
  • Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa
  • An besonders günstigen Tankstellen kam es vereinzelt zu Schlangen. - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa
  • Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro. - Bild: Sina Schuldt/dpa
Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa An besonders günstigen Tankstellen kam es vereinzelt zu Schlangen.  - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro.  - Bild: Sina Schuldt/dpa

Der Tankrabatt hat am Donnerstag an deutschen Tankstellen für deutlich sinkende Preise und regen Andrang gesorgt.

Preisrückgang setzt um Mitternacht ein

Bereits um Mitternacht gingen die bundesweiten Durchschnittspreise für Benzin und Diesel abrupt um elf bis zwölf Cent zurück. Bis kurz nach Mittag lag der Preisabstand zu den jeweiligen Werten vom Mittwoch noch etwas höher und damit nur wenige Cent unter dem Steuervorteil von 16,7 Cent je Liter.

Das lockte viele Autofahrer an die Zapfsäulen. An besonders günstigen Tankstellen bildeten sich vereinzelt Schlangen, bevor der übliche Preissprung zur Mittagszeit einsetzte.

Bundeskartellamt sieht Rabatt weitgehend weitergegeben

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sagte dem MDR, die Preise seien in der Nacht ab null Uhr im Schnitt um rund 18 Cent gesunken. Der Anstieg zur Mittagszeit habe etwa 19 Cent betragen und damit im Rahmen der Entwicklung der vergangenen Monate gelegen.

Nach Angaben des ADAC kostete E10 um 11.45 Uhr bundesweit durchschnittlich 2,052 Euro je Liter, Diesel 2,197 Euro. Um 12.15 Uhr zahlten Verbraucher je nach Kraftstoffart im Schnitt 14 bis 15 Cent weniger als am Mittwoch zur gleichen Zeit.

E10 regional häufig unter zwei Euro

In München, Stuttgart und Leipzig gab es am Vormittag besonders viele Angebote für E10 unter zwei Euro. In Berlin waren solche Preise zahlreich, in Hamburg und Köln dagegen nur vereinzelt oder kaum zu finden. Diesel blieb in der Regel über der Marke von zwei Euro.

Nach dem mittäglichen Preissprung gab es vorübergehend praktisch keine E10-Angebote unter zwei Euro mehr. Dennoch lagen die Preise weiterhin deutlich unter den Werten vom Vortag.

Steuersenkung gilt bis Jahresende

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Raffinerien und Tanklager verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent je Liter. Eine unmittelbare gesetzliche Pflicht zur vollständigen Weitergabe an den Zapfsäulen gibt es nicht; wie groß der Vorteil dauerhaft ausfällt, soll sich in den kommenden Tagen zeigen.

Der ADAC forderte, die volle Energiesteuersenkung weiterzugeben und spätere Preiserhöhungen nicht zur Rücknahme des Vorteils zu nutzen. Die Mineralölwirtschaft weist Vorwürfe einer unvollständigen Weitergabe zurück.

September war teuerster Tankmonat

Der September war laut ADAC der bislang teuerste Tankmonat. E10 kostete im Monatsmittel 2,266 Euro je Liter, Diesel 2,386 Euro. Gegenüber August stiegen die Durchschnittspreise damit um knapp zwölf beziehungsweise 16 Cent.

Der neue Tankrabatt gilt zunächst bis Ende Dezember. Kritiker bemängeln, dass vor allem Vielfahrer und Besitzer großer Autos profitieren, während Befürworter auf die schnelle Entlastung an der Zapfsäule verweisen.

Entlastung bleibt zeitlich begrenzt

Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 um 14,04 Cent je Liter. Weil zusätzlich weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von 16,7 Cent. Der Staat verzichtet damit voraussichtlich auf rund 2,5 Milliarden Euro Einnahmen.

Für Autofahrer ist entscheidend, dass der Rabatt nicht als direkte Auszahlung erfolgt. Er wirkt innerhalb der Lieferkette; Tankstellen und Mineralölunternehmen sind nicht gesetzlich verpflichtet, den Endpreis exakt um den Steuervorteil zu senken. Rohölpreise, Beschaffungskosten, Transport und Unternehmensmargen können den Preis an der Zapfsäule deshalb verändern.

Preisvergleich bleibt wichtig

Die Entwicklung am ersten Tag zeigt eine deutliche Entlastung, ersetzt aber keine Beobachtung über den gesamten Geltungszeitraum. Beim früheren Tankrabatt kam der Vorteil nach Untersuchungen des ifo-Instituts zunächst verzögert und ungleichmäßig an; bis zum Ende profitierten Benzinfahrer stärker als Dieselfahrer.

Für Verbraucher bleibt außerdem die Tageszeit relevant: Nach der geltenden Zwölf-Uhr-Regel dürfen Tankstellen Preise nur einmal täglich erhöhen, sie aber jederzeit senken. Wer Preise verschiedener Stationen vergleicht und möglichst vor dem Mittag tankt, kann den staatlichen Rabatt mit regionalen und zeitlichen Preisunterschieden kombinieren. Zugleich kann eine stärkere Nachfrage die Entlastung teilweise wieder abschwächen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Spritpreise: Tankrabatt startet mit spürbar fallenden Preisen“ (01.10.2026)

Der Bericht bestätige den abrupten Preisrückgang in der Nacht und hebe zugleich regionale Unterschiede bei Angeboten unter zwei Euro hervor. Er stelle außerdem heraus, dass die vollständige Weitergabe des Steuervorteils offenbleibe und die Maßnahme wegen möglicher Fehlanreize umstritten sei.

WDR: „Tankrabatt: Wann wird Tanken in NRW günstiger?“ (01.10.2026)

Der Beitrag bestätige, dass am Vormittag bereits ein großer Teil der Entlastung bei den Verbrauchern angekommen sei, setze den Schwerpunkt aber auf praktische Folgen. Er erkläre, dass der Preisvergleich und das Tanken kurz vor zwölf Uhr wichtig blieben, während höhere Nachfrage oder steigende Ölpreise den Vorteil wieder verringern könnten.

Medienübergreifend bestehe Einigkeit über den schnellen Preisrückgang zum Start. Unterschiede gebe es beim Schwerpunkt: Während der Bericht des SPIEGEL regionale Preisunterschiede und die politische Kontroverse betone, richte der WDR den Blick stärker auf Preisentwicklung, Vorgeschichte und Verhalten an der Zapfsäule. Offen bleibe, wie vollständig die Entlastung über die gesamte Laufzeit weitergegeben werde.

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