Tag der wohnungslosen Menschen: BAG drängt auf mehr Schutz
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 06:38 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSZum bundesweiten Tag der wohnungslosen Menschen an diesem Freitag verlangt die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe von der Politik deutlich entschlosseneres Handeln. Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus, um Wohnungsnot wirksam zu bekämpfen, sagte Geschäftsführerin Sabine Bösing der "Rheinischen Post".
Forderungen nach mehr Schutz und sozialem Wohnraum
Wenn die Bundesregierung ihr Ziel erreichen wolle, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden, brauche es nach Einschätzung der BAG mehr bezahlbaren und langfristig gebundenen sozialen Wohnraum. Zudem seien eine wirksame Begrenzung von Mietpreissteigerungen und ein besserer Kündigungsschutz erforderlich, so Bösing.
Gleichzeitig müssten Präventions- und Hilfeangebote für Menschen in Wohnungsnot flächendeckend ausgebaut werden. Der Nationale Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit müsse konsequent umgesetzt werden, um gefährdete Haushalte frühzeitig zu erreichen und den Verlust der Wohnung zu verhindern.
Kritik an Kürzungen im sozialen Sicherungssystem
Statt Kürzungen im sozialen Sicherungssystem brauche es nach Bösing eine Politik, die verhindere, dass Menschen ihre Wohnung überhaupt verlieren. Maßnahmen zur Stabilisierung von Einkommen und zur Abfederung persönlicher Krisen seien aus Sicht der Wohnungslosenhilfe zentral, um Wohnungslosigkeit gar nicht erst entstehen zu lassen.
Zeulner betont Verantwortung für sicheres Zuhause
Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU), Mitglied im Bauausschuss, bezeichnete Wohnungslosigkeit als eine der drängendsten sozialen Herausforderungen der Gesellschaft. Man wolle für alle Menschen im Land ein sicheres Zuhause ermöglichen, da dieses die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe darstelle. An diesem Ziel werde man weiter intensiv arbeiten, sagte Zeulner.
Bund verweist auf Milliardenmittel für sozialen Wohnungsbau
Zugleich verteidigte Zeulner die Bemühungen der Bundesregierung. Neben besserer Prävention vor dem Verlust der eigenen Wohnung und dem Ausbau niedrigschwelliger Hilfsangebote sei vor allem die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum entscheidend. Der Bund stelle den Ländern hierfür bis 2029 eine Rekordsumme von 23,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um den sozialen Wohnungsbau zu stärken.
Die Forderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe richten sich auf den bundesweiten Tag der wohnungslosen Menschen und knüpfen an eine seit Jahren wachsende Debatte über bezahlbaren Wohnraum und soziale Sicherung an. Die Organisation verweist darauf, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um das politisch formulierte Ziel zu erreichen, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Im Kern geht es um strukturelle Probleme: zu wenig Sozialwohnungen, steigende Mieten und Lücken im sozialen Sicherungssystem, die Menschen im Krisenfall schnell in Wohnungsnot bringen können.
Hintergrund: Wohnungslosigkeit als Langzeitproblem
Bereits in den vergangenen Jahren wurde regelmäßig darauf hingewiesen, dass insbesondere in Ballungsräumen preisgünstige Wohnungen fehlen und Menschen mit niedrigen Einkommen oder Transferleistungen auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind. Viele Hilfsangebote arbeiten an der Belastungsgrenze, während sich die Lage durch allgemeine Preissteigerungen, höhere Energiekosten und angespannte kommunale Haushalte zusätzlich verschärft. Der Hinweis der BAG, Prävention und Hilfeangebote flächendeckend auszubauen, zielt darauf, diese Versorgungsengpässe zu reduzieren und Betroffene früher zu erreichen, bevor es zu Räumungen oder dem Verlust der Wohnung kommt.
Politische Dimension und mögliche Folgen
Die Äußerungen der CSU-Abgeordneten Emmi Zeulner machen deutlich, dass Wohnungslosigkeit parteiübergreifend als soziale Herausforderung anerkannt ist. Wenn der Bund den Ländern bis 2029 Milliardenmittel für sozialen Wohnungsbau bereitstellt, zeigt das die finanzielle Dimension, die nötig ist, um zusätzliche Wohnungen zu schaffen. Ob diese Mittel ausreichen und wie schnell sie in konkrete Projekte umgesetzt werden, wird für die Entwicklung der nächsten Jahre maßgeblich sein. Für Betroffene und Menschen mit geringem Einkommen ist entscheidend, ob neben Neubau auch Mietpreisbegrenzungen, Schutz vor Kündigungen und ein stabiler Zugang zu Sozialleistungen greifen – nur dann kann das Ziel eines sicheren Zuhauses für alle realistisch näher rücken.
