DIW-Studie: Rolle als Hauptverdienerin macht Frauen unzufriedener

23.02.2020 - 10:25:37 | ad-hoc-news.de

Studie stellt durchschnittlich geringere Zufriedenheit bei Frauen fest, die die Hauptverdienerin einer Familie sind.

Vater, Mutter, Kind - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Vater, Mutter, Kind - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Gemäß einer aktuellen Studie, die das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin) im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) durchführte, sind Frauen, die über ein höheres Einkommen als ihr Lebenspartner verfügen, oft unzufriedener mit ihrem Leben. Die allgemeine Lebenszufriedenheit einer sich in einer Partnerschaft befindenden weiblichen Erwerbstätigen ist nach der DIW-Untersuchung dann am höchsten, wenn ihre Einkünfte geringer sind als das Gehalt ihres Partners oder sich auf in etwa gleichem Niveau befinden. In denjenigen Fällen, in denen der weibliche Partner einer Lebensgemeinschaft erheblich mehr verdient, bewerten Frauen ihre Lebensumstände nachweislich schlechter. Die Zufriedenheitswerte liegen dann sogar leicht unterhalb derjenigen von Frauen ohne eigene Einkünfte. Die DIW-Studie stellt die Zufriedenheit erwerbstätiger Frauen auf einer Skala zwischen 0 und 10 dar. Der Durchschnittswert für Hinzuverdienerinnen liegt demnach bei 7,7 Zählern, während Hauptverdienerinnen auf lediglich 7,4 Punkte kommen. Diese Differenz ist laut den Berliner Forschern so gravierend wie der Abstand in der Lebenszufriedenheit, der zum Beispiel zwischen Polen und Deutschland besteht. David Richter, DIW-Psychologe drückt gegenüber der FAS seine Vermutung aus, dass es offenbar größere Gruppen innerhalb der Bevölkerung gebe, in denen die Zufriedenheit von Frauen – im Gegensatz zu ihrem Partner - geringer sei, falls sie mehr als ihr Partner verdienen. Richter nimmt an, dass es zwischen unterschiedlichen sozialen Milieus Abweichungen beim Zufriedenheitsempfinden gebe. Die FAS resümiert, dass sich Hauptverdienerinnen zwar durchaus mit ihrer Berufstätigkeit und mit ihren persönlichen Arbeitseinkünften zufrieden zeigen. Dafür müssten Frauen jedoch Abstriche in ihrem Familienleben in Kauf nehmen, was sich offenbar negativ auf die Bewertung der Gesamtzufriedenheit mit ihrem Leben auswirkt. Die geringere Zufriedenheit der hauptverdienenden Frauen wirke sich belastend auf die gesamte Familie aus. Die Partner der maßgeblich zu den Familieneinkünften beitragenden Frauen schätzten ihr eigenes Leben negativer ein. Zwar beklagten sie sich nicht sonderlich über die Umstände des Familienlebens. Ihre eigene Arbeit und ihre Arbeitseinkommen bewerteten sie aber schlechter. Die Daten der DIW-Studie basieren auf dem „Sozio-oekonomischen Panel“ (SOEP), der größten fachdisziplinübergreifenden Langzeitstudie zu Lebensbedingungen in Deutschland, dessen Erstellung beim DIW liegt. Alljährlich werden im Rahmen der SOEP-Erhebungen etwa 30.000 Personen zu den unterschiedlichsten Teilaspekten ihrer Lebensumstände befragt.

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