Straße von Hormus, Oman

Straße von Hormus: Oman und Iran verschieben Treffen in Maskat

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 10:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Ein regionales Treffen zur Zukunft der Straße von Hormus in Maskat ist vorerst abgesagt. Oman und Iran verschieben die Gespräche über einen neuen Verkehrsmechanismus auf Wunsch mehrerer Länder der Golfregion.

Treffen im Oman zur Straße von Hormus verschoben
Naher Osten (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ein geplantes Treffen zur Zukunft der Straße von Hormus in Maskat ist vorerst verschoben worden. Der Oman, der Iran und weitere regionale Länder wollten dort über einen neuen Mechanismus zur Kontrolle des kommerziellen Verkehrs durch die Meerenge beraten.

Oman begründet Verschiebung mit Konsensbedarf

Der Außenminister des Oman, Badr bin Hamad al-Busaidi, erklärte, das Treffen sei „im Interesse des Konsenses“ verschoben worden. Ziel der Zusammenkunft war es, die zuletzt erzielten Fortschritte in den Gesprächen zwischen den Anrainerstaaten zu konkretisieren und in eine Vereinbarung zu überführen.

Ein Beamter des iranischen Außenministeriums sagte, die Verschiebung sei auf Wunsch einiger Länder der Region erfolgt. Konkrete Staaten wurden zunächst nicht genannt.

Saudi-Arabien äußert Bedenken zum Abkommen

Saudi-Arabien hatte zuvor Änderungen an dem zwischen Iran und Oman ausgehandelten Abkommen vorgeschlagen. Demnach bestehen in Riad Bedenken, dass die entstehende Vereinbarung zur Straße von Hormus langfristige Auswirkungen haben könnte, die sich negativ auf andere Länder des Golfkooperationsrates auswirken.

Die saudische Seite sieht offenbar die Gefahr, dass bestimmte Regelungen zu einseitigen Vorteilen für einzelne Anrainer oder zu Einschränkungen für andere Staaten führen könnten. Dies soll nach den Vorstellungen Riads durch Anpassungen des Abkommens vermieden werden.

Vorangegangener Optimismus der Beteiligten

Der Iran, Oman und das vermittelnde Land Pakistan hatten vor einigen Wochen noch Optimismus geäußert, dass die beiden Anrainerstaaten kurz davor standen, eine Vereinbarung über einen neuen Mechanismus zur Kontrolle des kommerziellen Verkehrs durch die wichtige Wasserstraße bekanntzugeben. Dieser Ausblick sah einen baldigen Abschluss der Gespräche vor.

Mit der nun erfolgten Verschiebung verzögert sich die Bekanntgabe eines solchen Mechanismus zunächst. Die beteiligten Staaten betonen allerdings, dass die Maßnahme der Erzielung eines breiteren Konsenses dienen soll und die grundsätzliche Gesprächsbereitschaft fortbesteht.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Durch die Meerenge zwischen Iran und Oman wird ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Gasexporte verschifft, insbesondere aus den Staaten des Golfkooperationsrates. Entsprechend hoch ist die sicherheitspolitische und wirtschaftliche Sensibilität, wenn Anrainerstaaten über neue Kontrollmechanismen für den kommerziellen Verkehr verhandeln.

Das nun verschobene Treffen in Maskat sollte genau einen solchen Mechanismus zwischen Iran und Oman, unter Vermittlung Pakistans, konkretisieren. Noch vor wenigen Wochen hatten die Beteiligten öffentlich Optimismus signalisiert, dass eine Einigung kurz bevorstehe. Die Verschiebung „im Interesse des Konsenses“ deutet darauf hin, dass zusätzliche Abstimmung mit weiteren Regionalakteuren notwendig geworden ist, um Spannungen im Golfkooperationsrat zu vermeiden.

Hintergrund und Interessenlage

Saudi-Arabiens Vorschläge zur Änderung des Iran-Oman-Abkommens zeigen, wie stark Riad die möglichen Folgen für die übrigen Golfstaaten gewichtet. Jede Regelung, die faktisch Einfluss auf Verkehrswege, Durchfahrtsrechte oder Sicherheitsfragen an der Straße von Hormus hat, berührt unmittelbar die Interessen der großen Energieexporteure und ihrer Abnehmerstaaten. Zugleich spielt Iran in der Region eine zentrale Rolle, was die Komplexität der Verhandlungen erhöht.

Mögliche Folgen für Handel und Sicherheit

Für Unternehmen in der Energie- und Schifffahrtsbranche bleibt vorerst unklar, ob und wann ein neuer Mechanismus für die Kontrolle des kommerziellen Verkehrs eingeführt wird und wie hoch der Einfluss einzelner Staaten sein wird. Kurzfristig dürfte die Verschiebung keine unmittelbaren Konsequenzen für laufende Transporte haben, sie verweist aber auf die fragile Balance der Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen rund um die Meerenge. Gelingt ein Konsens, könnte eine abgestimmte Regelung mittelfristig zu klareren Standards und mehr Planungssicherheit im Handelsverkehr führen.

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