Steinmeier-Nachfolge: Merz will eine Frau aus der Mitte
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 18:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBundespräsidentenwahl im Januar
- Friedrich Merz will der CDU eine gemeinsame Kandidatin aus der politischen Mitte vorschlagen.
- Seine Festlegung teilte der Kanzler bei einer nicht öffentlichen CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin mit.
- Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar 2027 über die Nachfolge Frank-Walter Steinmeiers.
Merz legt sich auf weibliche Nachfolge fest
Bundeskanzler Friedrich Merz will der CDU eine gemeinsame Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorschlagen. Bei einer nicht öffentlichen CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin erklärte er, es müsse eine Frau aus der politischen Mitte werden.
Entscheidung fällt in der Bundesversammlung
Merz sagte nach Angaben von Teilnehmern, er sei bei der Frage einer weiblichen Nachfolge festgelegt. Einen Namen nannte er bei dem Treffen nicht.
Steinmeiers Amtszeit endet im kommenden Jahr. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 über das neue Staatsoberhaupt entscheiden.
Union muss gemeinsame Kandidatin finden
Mit der Festlegung gibt Merz für die weitere Suche innerhalb der Union eine politische Richtung vor. CDU und CSU müssen sich auf eine gemeinsame Personalie verständigen, bevor die Mehrheiten in der Bundesversammlung organisiert werden können.
Das Wahlgremium setzt sich aus den Abgeordneten des Bundestages und einer gleichen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der Länder zusammen. Die Wahl erfolgt ohne Aussprache.
Die Entscheidung über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier fällt am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung. Das Gremium besteht aus den 630 Mitgliedern des Bundestages und ebenso vielen Vertreterinnen und Vertretern der Länder. Es tritt nur zur Wahl des Staatsoberhaupts zusammen und berät nicht öffentlich über die Kandidaturen.
Mit Merz’ Festlegung erhält die innerunionale Suche eine klare politische Leitlinie. Die CDU und CSU müssen nun eine gemeinsame Kandidatin finden, die sowohl in der Koalition als auch in der Bundesversammlung mehrheitsfähig ist. Als politische Mitte bezeichnete Merz zugleich das gewünschte Profil.
Mehrheit der Koalition im Blick
Die Bundesversammlung wird von den Mehrheitsverhältnissen im Bundestag und in den Länderparlamenten geprägt. Union und SPD verfügen dabei über eine starke Ausgangsposition. Eine gemeinsame Nominierung könnte deshalb die Wahlchancen erhöhen, würde aber voraussetzen, dass CDU, CSU und Koalitionspartner einen Personalvorschlag akzeptieren.
Die Entscheidung ist auch deshalb relevant, weil das Amt des Bundespräsidenten überparteiliche Integrationskraft und öffentliche Anerkennung verlangt. Für die Leserinnen und Leser bedeutet die Ankündigung zunächst: Die Debatte konzentriert sich nun auf mögliche weibliche Persönlichkeiten aus der politischen Mitte; ein Name wurde von Merz noch nicht genannt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Altkanzlerin Merkel soll Bundespräsidenten mitwählen“ (02.11.2026)
Der Beitrag ordne die laufende Vorbereitung der Bundesversammlung ein und berichte, dass Angela Merkel als Wahlfrau vorgesehen sei. Außerdem stelle er heraus, dass die Koalition bislang keine gemeinsame Kandidatin oder keinen gemeinsamen Kandidaten festgelegt habe. Damit bestätige der Artikel den offenen Stand der Personalfrage, setze seinen Schwerpunkt aber auf die Zusammensetzung des Wahlgremiums.
taz: „Steinmeier-Nachfolge: Alles geklärt!“ (01.11.2026)
Die taz behandle die Nachfolge in einer satirischen Kolumne und spiele mögliche Namen sowie die Abstimmung zwischen CDU und CSU durch. Der Text spiegele damit die politische Suche vor Merz’ Festlegung wider, sei aber keine Nachricht über eine beschlossene Kandidatur. Offen bleibt weiterhin, wen Merz als gemeinsame Kandidatin vorschlagen will.
Beide Beiträge ordnen die Nachfolge als noch nicht abgeschlossene Personalentscheidung ein. Der n-tv-Artikel konzentriert sich auf die Bundesversammlung und ihre Wahlleute, während die taz den innerunionellen Abstimmungsprozess satirisch kommentiert.
