Steinmeier-Nachfolge: Merz will CDU-Kandidatin vorschlagen
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 18:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWahlgremium entscheidet im Januar
- Friedrich Merz will der CDU eine gemeinsame Kandidatin aus der politischen Mitte vorschlagen.
- Die Äußerung fiel bei einer nicht-öffentlichen CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin.
- Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 über die Nachfolge entscheiden.
Merz legt sich auf weibliche Nachfolge fest
Bundeskanzler Friedrich Merz will der CDU eine gemeinsame Kandidatin aus der politischen Mitte für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorschlagen. Bei einer nicht-öffentlichen CDU-Kreisvorsitzendenkonferenz in Berlin sagte er nach Angaben von Teilnehmern, er sei darauf festgelegt, dass es eine Frau werden müsse.
Konkreter Name steht noch aus
Merz kündigte an, der Partei eine gemeinsame Kandidatin vorzuschlagen. Einen Namen nannte er bei dem Treffen nicht.
Die Nachfolge Steinmeiers steht im Mittelpunkt der Bundespräsidentenwahl am 30. Januar 2027. Über das Staatsoberhaupt entscheidet die Bundesversammlung.
Parteien bereiten Wahl vor
Die CDU und andere Parteien stellen derzeit ihre Vertreterinnen und Vertreter für die Bundesversammlung zusammen. Schleswig-Holstein will unter anderem die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel entsenden.
Das Wahlgremium setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Zahl von Ländervertretern zusammen. Die Wahl erfolgt ohne Aussprache.
Mit der Festlegung auf eine Frau setzt Friedrich Merz einen klaren Rahmen für die Suche nach einer Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier. Die Entscheidung über das Amt fällt am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung. Das Gremium besteht aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der Länder.
Die Bundesversammlung kommt regulär nur alle fünf Jahre zusammen und hat ausschließlich die Aufgabe, das Staatsoberhaupt zu wählen. Eine Aussprache findet dort nicht statt. Die Länder stellen derzeit ihre Delegierten zusammen; dabei können neben Abgeordneten auch prominente Persönlichkeiten entsandt werden.
Politische Mehrheiten entscheiden
Für die Nachfolge ist deshalb weniger ein öffentlicher Wahlkampf als die Verständigung der Parteien über eine mehrheitsfähige Personalie entscheidend. Die Regierungsparteien Union und SPD verfügen in der Bundesversammlung über eine deutliche Mehrheit, sodass ihre Einigung das Verfahren maßgeblich prägen dürfte.
Merz’ Ankündigung grenzt den Kreis möglicher Namen zugleich auf Kandidatinnen aus der politischen Mitte ein. Für die Öffentlichkeit bedeutet das: Die zentrale Personalentscheidung ist noch nicht benannt, der geschlechtsspezifische Rahmen steht jedoch fest. Bis zur Wahl bleibt offen, welche Kandidatin Merz der CDU und anschließend der Bundesversammlung vorschlagen wird.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Wer folgt auf Steinmeier?: Altkanzlerin Merkel soll Bundespräsidenten mitwählen“ (02.11.2026)
Der Artikel ordne die bevorstehende Wahl am 30. Januar 2027 ein und stelle die Entsendung Angela Merkels in die Bundesversammlung heraus. Anders als die dpa-Meldung zur Festlegung von Friedrich Merz richte er den Schwerpunkt auf die Zusammensetzung des Wahlgremiums und den noch offenen Namen der Kandidatin.
n-tv: „Merkel und Handballstar sollen Bundespräsidenten wählen“ (02.11.2026)
Der Beitrag berichte über die geplante Benennung von Angela Merkel und Patrick Wiencek durch die CDU in Schleswig-Holstein. Er bestätige den Wahltermin und betone, dass sich die schwarz-rote Koalition noch nicht auf eine konkrete Person festgelegt habe; offen bleibe damit auch nach Merz’ Ankündigung der Name der Kandidatin.
Beide Beiträge stellten den Wahltermin und die laufende Benennung der Mitglieder der Bundesversammlung heraus. Der Schwerpunkt liege damit auf dem Verfahren und möglichen Wahlleuten, während die konkrete CDU-Kandidatin weiterhin ausstehe.
