Steinmeier-Nachfolge, Friedrich Merz

Steinmeier-Nachfolge: Merz hält CDU-Kandidatur weiter offen

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Friedrich Merz hält die Kandidatenfrage für das Bundespräsidentenamt offen. Die CDU will zunächst parteiintern beraten und anschließend mit SPD und Grünen sprechen.

Der Zeitplan für die Bundesversammlung

  • Die Bundesversammlung stimmt am 30. Januar über Steinmeiers Nachfolge ab.
  • Die CDU-Gremien beraten am 9. November erstmals über das weitere Vorgehen.
  • Danach sollen Gespräche mit SPD und Grünen über eine breit getragene Kandidatur folgen.
Auf seiner Asien-Reise ist der Kanzler auch mit dem Thema Steinmeier-Nachfolge befasst. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Merz hält Entscheidung über Steinmeier-Nachfolge offen

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht mehrere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Sein Umfeld stellte am Rande der Asienreise zugleich den Anspruch der CDU auf das Vorschlagsrecht klar.

Keine Festlegung auf Ines Claus

Merz habe weder eine Entscheidung getroffen noch einen Vorschlag unterbreitet, hieß es aus seiner Umgebung. Anlass war ein Bericht, wonach der Kanzler die hessische CDU-Fraktionschefin Ines Claus favorisiere.

Die CDU sei als stärkste Kraft in der Bundesversammlung berechtigt, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu stellen. Es gebe eine Reihe geeigneter Optionen.

CSU wirbt für Ilse Aigner

CSU-Chef Markus Söder hatte sich beim Parteitag in München für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner ausgesprochen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellte sich inzwischen hinter diesen Vorschlag.

Aus der CDU werden außerdem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien und die frühere Parteichefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer genannt. Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein ist im Gespräch.

Entscheidung in den kommenden Wochen

Die Bundesversammlung stimmt am 30. Januar über die Nachfolge Steinmeiers ab. In dem Gremium haben Union und SPD zusammen eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen.

Merz strebt nach Angaben aus seinem Umfeld einen geordneten Prozess an. Als erster Zielpunkt gelten die Sitzungen des CDU-Präsidiums und des CDU-Vorstands am 9. November.

Gespräche mit Koalition und Grünen

Bis dahin soll die CDU mit ihren Landesvorsitzenden und der CSU sprechen. Nach den Parteigremien sollen Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD folgen.

Auch die Grünen sollen einbezogen werden, damit die Wahl breit im demokratischen Spektrum abgestützt ist. Die Entscheidung über die Kandidatur soll in den nächsten Wochen fallen.

Die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird innerhalb der Union zu einer offenen Personal- und Verfahrensfrage. Die CSU hat sich mit Ilse Aigner früh festgelegt, während die CDU-Führung mehrere eigene Optionen prüfen will. Damit stehen nicht nur einzelne Namen, sondern auch das Verhältnis zwischen CDU und CSU sowie das gemeinsame Vorgehen der Koalition im Mittelpunkt.

Für die CDU ist das Vorschlagsrecht politisch bedeutsam, weil sie als stärkste Kraft in der Bundesversammlung über erheblichen Einfluss verfügt. Zugleich braucht ein Kandidat für das Amt eine breite parlamentarische Unterstützung. Union und SPD verfügen in der Bundesversammlung zwar über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen, doch Merz’ Umfeld kündigt zusätzlich Gespräche mit Grünen und anderen demokratischen Kräften an.

Entscheidung im November erwartet

Der von Merz angekündigte Zeitplan verschiebt die Entscheidung zunächst in die Parteigremien. Die Sitzungen von Präsidium und Vorstand am 9. November sollen als erster Orientierungspunkt dienen; danach sollen die Gespräche mit der SPD ausgeweitet werden.

Für die politische Wirkung ist entscheidend, ob CDU und CSU eine gemeinsame Personalentscheidung erreichen. Bleibt die CSU bei Aigner und prüft die CDU parallel eigene Kandidaturen, könnte die Bundespräsidentenwahl stärker als innerunionischer Abstimmungsprozess wahrgenommen werden. Die Bundesversammlung stimmt am 30. Januar über die Nachfolge ab.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Merz-Umfeld dementiert Steinmeier-Gerüchte um Ines Claus“ (28.10.2026)

Der Beitrag habe die Klarstellung aus dem Umfeld des Kanzlers aufgegriffen, Merz habe sich weder festgelegt noch einen Vorschlag unterbreitet. Damit bestätige er den offenen Auswahlprozess und setze einen Schwerpunkt auf die Abgrenzung von Medienberichten über Ines Claus.

Bayerischer Rundfunk: „Steinmeier-Nachfolge: CDU-Vize Claus macht Aigner Konkurrenz“ (28.10.2026)

Der Bayerische Rundfunk habe die Konkurrenz zwischen der hessischen CDU-Fraktionschefin und der von der CSU vorgeschlagenen Ilse Aigner in den Mittelpunkt gestellt. Anders als der n-tv-Beitrag betone er stärker die innerparteiliche Personaldebatte; offen bleibe die Entscheidung der CDU.

Beide Beiträge stimmten darin überein, dass Merz noch keine Kandidatur festgelegt habe. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Während n-tv die Klarstellung des Kanzlerumfelds hervorhebe, stelle der Bayerische Rundfunk die Konkurrenz mehrerer Namen heraus.

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