Ines Claus, Steinmeier-Nachfolge

Steinmeier-Nachfolge: Ines Claus signalisiert Interesse

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 17:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die CDU-Politikerin will das parteiinterne Verfahren abwarten, während aus der Union weitere Namen für das höchste Staatsamt genannt werden. Die Entscheidung soll im November fallen.

Termine und Stimmen zur Präsidentenwahl

  • Ines Claus ist Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion und seit 2026 stellvertretende Bundes-CDU-Chefin.
  • Die CDU-Führung befasst sich am 9. November mit der Suche nach der Kandidatin oder dem Kandidaten.
  • Die Bundesversammlung wählt das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar 2027.
  • Debatte um Steinmeier-Nachfolge: CDU-Bundesvize Ines Claus fühlt sich geehrt. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Neben Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU, rechts) wird auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) im Kreis der Kandidatinnen genannt. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Die 49-jährige Claus ist seit 2026 stellvertretende Vorsitzende der Bundes-CDU. - Bild: Boris Roessler/dpa
Debatte um Steinmeier-Nachfolge: CDU-Bundesvize Ines Claus fühlt sich geehrt. (Archivbild)  - Bild: Michael Kappeler/dpa Neben Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU, rechts) wird auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) im Kreis der Kandidatinnen genannt. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa Die 49-jährige Claus ist seit 2026 stellvertretende Vorsitzende der Bundes-CDU. - Bild: Boris Roessler/dpa

CDU sucht Kandidatin für Steinmeier-Nachfolge

In der CDU nimmt die Suche nach einer Kandidatin für das Bundespräsidentenamt deutlich Fahrt auf. Die Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Ines Claus, signalisierte Interesse an der Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.

Claus verweist auf geordnetes Verfahren

Die 49-Jährige bezeichnete es in der „Rheinischen Post“ als „große Ehre“, im Zusammenhang mit einer solchen Kandidatur genannt worden zu sein. Zugleich verwies sie auf ein geordnetes Verfahren innerhalb der CDU, mit den Ministerpräsidenten, den Führungsgremien von CDU und CSU sowie dem Koalitionspartner.

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf hochrangige CDU-Kreise, Claus sei die Favoritin von Kanzler Friedrich Merz für das höchste Staatsamt. Aus dem Umfeld des Kanzlers wurde dies klar dementiert: Merz habe sich weder festgelegt noch einen Vorschlag unterbreitet.

Kritik an fehlendem bundespolitischem Profil

Maßgebliche CDU-Politiker sahen den Vorstoß kritisch oder wiesen ihn als absurd zurück. Claus fehle bundespolitisches Profil, eine Kandidatur werde scheitern, hieß es.

In der Unionsfraktion wurde zugleich auf Bundestagspräsidentin Julia Klöckner verwiesen. Sie genieße über Parteigrenzen hinweg Anerkennung und sei auch für das Bundespräsidentenamt geeignet.

CSU wirbt weiter für Ilse Aigner

Auch in der CSU stieß die Nennung von Claus zunächst auf wenig Euphorie. Dort war von einem „Testballon“ die Rede.

Die Union beansprucht als stärkste Fraktion im Bundestag das Vorschlagsrecht. Neben Claus und Klöckner werden aus CDU und CSU unter anderem Bildungsministerin Karin Prien, Annegret Kramp-Karrenbauer und Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner genannt.

Frei nennt mehrere mögliche Kandidatinnen

Unionsfraktionschef Thorsten Frei wollte sich nicht auf Aigner festlegen. Als weitere geeignete Frauen nannte er Klöckner, Prien und Kramp-Karrenbauer.

Frei sagte, es spreche viel dafür, dass die künftige Amtsinhaberin selbst Politikerin sei oder gewesen sei und ein umfassendes Verständnis der politischen Prozesse habe. Eine juristische Ausbildung sei nicht zwingend erforderlich.

CDU-Gremien beraten am 9. November

Nach der Rückkehr von Merz aus Asien sollen die CDU-Führungsgremien am 9. November über die „P-Frage“ beraten. Danach sind Gespräche mit CSU, SPD und möglicherweise Grünen vorgesehen; noch im November soll die Entscheidung fallen.

Die Bundesversammlung wählt das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar 2027. CDU, CSU und SPD verfügen dort gemeinsam über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen, angestrebt wird jedoch eine möglichst breite Zustimmung über die Regierungsparteien hinaus.

Die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier wird in der Union zu einem offenen Auswahlprozess. Als stärkste Fraktion im Bundestag beansprucht die Union das Vorschlagsrecht; die Entscheidung muss jedoch die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung und den Anspruch auf eine möglichst breite Zustimmung berücksichtigen.

Mit Ines Claus kommt eine weitere CDU-Politikerin in die Debatte. Ihre mögliche Kandidatur steht dabei neben bereits öffentlich diskutierten Namen aus CDU und CSU. Der Streit über das bundespolitische Profil zeigt, dass nicht allein die Parteiführung, sondern auch Fraktion, Länder und Koalitionspartner Einfluss auf die Auswahl nehmen dürften.

Entscheidung im November

Der nächste feste Termin ist die Beratung der CDU-Führungsgremien am 9. November nach der Rückkehr von Friedrich Merz aus Asien. Danach sind weitere Gespräche mit CSU, SPD und möglicherweise Grünen vorgesehen. Für die Leserinnen und Leser bedeutet das: Bis zur Bundesversammlung am 30. Januar 2027 bleibt die Kandidatenfrage politisch beweglich, auch wenn die Regierungsparteien rechnerisch über eine Mehrheit verfügen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Verschläft Merz gerade die Bundespräsidentinnen-Frage?“ (26.10.2026)

Der Beitrag habe die zögerliche Festlegung der Union und mehrere gehandelte CDU-Politikerinnen thematisiert. Anders als die aktuelle Meldung habe er Ines Claus noch nicht als zentralen neuen Namen in den Mittelpunkt gestellt.

BR24: „Bundespräsidentin Aigner? Unterstützung auch außerhalb Bayerns“ (26.10.2026)

Der Bericht habe die Unterstützung für Ilse Aigner über Bayern hinaus beleuchtet. Damit bestätige er den CSU-Fokus auf Aigner, während die dpa-Meldung den wachsenden Wettbewerb innerhalb der Union und die neue Personalie Claus hervorhebe.

Gemeinsam sei den Beiträgen, dass die Entscheidung noch offen sei. Unterschiede bestünden vor allem beim Schwerpunkt: Während Aigner als etablierte Option dargestellt werde, rücke die aktuelle Debatte zusätzlich CDU-interne Alternativen und das Verfahren nach der Merz-Rückkehr in den Blick.

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