Olympia-Bewerbung, DOSB

Olympia-Bewerbung: Sport-Staatsminister Rauhe favorisiert Spiele 2040 in Deutschland

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 04:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Sport-Staatsminister Ronald Rauhe favorisiert für mögliche Olympische und Paralympische Sommerspiele in Deutschland das Jahr 2040. Am Samstag entscheidet der DOSB zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr über die deutsche Bewerbung.

Sport-Staatsminister Ronald Rauhe hätte Olympia am liebsten im Jahr 2040 in Deutschland. (Archivbild) - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Sport-Staatsminister Ronald Rauhe hätte Olympia am liebsten im Jahr 2040 in Deutschland. (Archivbild) - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Sport-Staatsminister Ronald Rauhe wünscht sich für mögliche Olympische und Paralympische Sommerspiele in Deutschland am liebsten das Jahr 2040.

Entscheidung zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr

„2040 jährt sich die Wiedervereinigung zum 50. Mal. Hier könnten wir ein großartiges Signal senden, das auch mit den Werten von Olympischen Spielen zusammenpasst“, sagte der Kanu-Olympiasieger der Deutschen Presse-Agentur.

Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet am Samstag bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden, welcher Bewerber ins internationale Rennen geht. Nach dem Rückzug Berlins am Donnerstag stehen noch München und Köln-Rhein-Ruhr zur Auswahl.

Bewerbung für drei mögliche Jahre

Deutschland bewirbt sich um Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Rauhe begründete seine persönliche Präferenz für 2040 auch mit seiner Biografie als Berliner.

Als Schulkind habe er erlebt, „was mit Menschen passiert, wenn eine Mauer fällt, wenn man wieder zusammenwächst, wenn aus zwei Bevölkerungsgruppen, die getrennt waren, wieder Gemeinschaft entsteht“. Entscheidend sei aber, die Spiele unabhängig vom Austragungsjahr wieder nach Deutschland zu holen.

Keine Präferenz für Bewerber genannt

Rauhe wollte sich nicht für München oder Köln-Rhein-Ruhr aussprechen. Dass die Bewerbung aus Köln-Rhein-Ruhr auch Austragungsorte im Osten Deutschlands wie Rostock-Warnemünde und Markkleeberg einbezieht, gebe für ihn nicht den Ausschlag.

Für die Athletinnen und Athleten seien möglichst kompakte Spiele wichtig. Darauf schaue auch das Internationale Olympische Komitee, sagte Rauhe. Die DOSB-Mitglieder müssten den international aussichtsreichsten Bewerber auswählen.

Unterlegene sollen Gewinner unterstützen

Nach der Entscheidung müssten sich auch die unterlegenen Bewerber hinter dem Gewinner versammeln. Rauhe verwies darauf, dass es nicht nur um eine einzelne Region gehe, sondern um Projekte und Weiterentwicklungen im gesamten Land.

Die Bewerbung solle nach seiner Vorstellung den deutschen Sport und die Sportinfrastruktur insgesamt stärken.

Entscheidung mit engem Ausgang

Die deutsche Olympia-Bewerbung steht vor einer offenen Auswahl zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr. Die DOSB-Evaluierung bewertete München mit 87,03 von 100 Punkten und Köln-Rhein-Ruhr mit 85,02 Punkten; beide Konzepte erhielten die Einstufung „sehr gut“. Berlin schied nach einer deutlich schwächeren Bewertung aus.

Die Konzepte setzen unterschiedliche Schwerpunkte. München punktet vor allem mit kurzen Wegen zwischen Unterkünften und Sportstätten sowie einem vergleichsweise kompakten Modell. Köln-Rhein-Ruhr verweist dagegen auf die Größe und Bevölkerungsdichte der Region, hohe Kapazitäten bei möglichen Eintrittskarten und eine breite Verteilung der Wettbewerbe.

Sport entscheidet über Deutschlands Kandidatur

Die Abstimmung in Baden-Baden ist keine endgültige Vergabe der Olympischen Spiele. Sie bestimmt zunächst, welche deutsche Bewerbung in das internationale Auswahlverfahren des Internationalen Olympischen Komitees geht. Dort würde der deutsche Kandidat auf Bewerbungen anderer Länder treffen.

Für die deutsche Sportpolitik verbindet sich die Bewerbung mit Fragen der Infrastruktur, der Finanzierung und der langfristigen Nutzung von Sportstätten. Rauhes Hinweis auf 2040 rückt zudem die historische Bedeutung des 50. Jahrestags der deutschen Wiedervereinigung in den Mittelpunkt.

Bedeutung für Regionen und Athleten

Für München ebenso wie für Köln-Rhein-Ruhr hätte die Auswahl Folgen über den Spitzensport hinaus. Investitionen in Verkehr, Arenen, Unterkünfte und inklusive Sportangebote könnten Regionen langfristig verändern. Zugleich bleibt entscheidend, ob solche Ausgaben dauerhaft genutzt werden und wie kompakt die Spiele tatsächlich organisiert werden können.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR: „Olympia-Bewerbungen aus NRW und München auf Augenhöhe“ (24.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, beide Bewerbungen hätten im DOSB-Verfahren ein sehr gutes Zeugnis erhalten und lägen trotz des Punktevorsprungs Münchens eng beieinander. Als besonderen Schwerpunkt beschreibe er die Entwicklung der NRW-Bewerbung, die durch Köln als führende Stadt und einen Bürgerentscheid an Unterstützung gewonnen habe.

BR24: „Olympia-Evaluierung: Warum München nun besonders hoffen darf“ (24.09.2026)

Der Artikel betone, München profitiere insbesondere von der Bewertung durch die Sportfachverbände, deren Stimmen bei der DOSB-Abstimmung stark gewichtet würden. Zugleich stelle der Beitrag heraus, Köln-Rhein-Ruhr liege beim Eventpotenzial und bei den möglichen Ticketzahlen vorn; damit bleibe der Ausgang trotz Münchens Vorsprung offen.

Beide Berichte bestätigten den Zweikampf zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr. Unterschiedliche Akzente setzten sie bei den entscheidenden Kriterien: Der WDR betone regionale Unterstützung und politische Dynamik, während BR24 die Stimmengewichtung der Fachverbände und die operative Eignung Münchens hervorhebe.

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