SPÖ: Babler kündigt Rückzug als Parteichef an
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 06:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSPÖ-Vorsitzender Andreas Babler hat angekündigt, das Vizekanzleramt und den Parteivorsitz in einem geordneten Prozess zu übergeben. Der Wechsel soll bis zum Beginn des kommenden Jahres vorbereitet werden, damit die Regierungsarbeit ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann.
Babler will Personaldebatten beenden
Nach einem Treffen mit den SPÖ-Landesparteivorsitzenden, ÖGB-Chef Wolfgang Katzian und SPÖ-Frauenvorsitzender Eva-Maria Holzleitner erklärte Babler, öffentliche Personaldebatten seien keine guten Begleiterscheinungen für Parteien. Er sei überzeugt, dass dies enden müsse, und wolle eine handlungsfähige sowie geeinte SPÖ in der Regierung sicherstellen.
Marterbauer soll Vizekanzler werden
Babler schlug vor, Finanzminister Markus Marterbauer mit Beginn des nächsten Jahres an die Spitze der sozialdemokratischen Regierungsfraktion zu stellen. Damit soll Marterbauer auch das Vizekanzleramt übernehmen.
Den Übergangsprozess will Babler bis dahin als Parteivorsitzender begleiten und mitgestalten. Unterstützt werden sollen Holzleitner und Klubobmann Philip Kucher, die die SPÖ bis zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden als geschäftsführende Parteivorsitzende führen sollen.
Partei soll bis zur Neuwahl arbeitsfähig bleiben
Mit dem Wechsel an der Spitze des SPÖ-Regierungsteams soll nach Bablers Vorschlag gewährleistet werden, dass die Partei geordnet bis zur Neuwahl geführt wird. Zugleich soll die Bundesregierung ohne Unterbrechung weiterarbeiten.
Andreas Bablers angekündigter Rückzug markiert einen geplanten Wechsel an der Spitze der österreichischen Sozialdemokratie und im SPÖ-Regierungsteam. Der Übergang soll nicht sofort, sondern bis zum Beginn des kommenden Jahres organisiert werden. Damit verbindet Babler seinen Rückzug mit dem Ziel, die Regierungsarbeit ohne Unterbrechung fortzuführen.
Die vorgeschlagene Nachfolgeregelung trennt zunächst zwei Funktionen: Markus Marterbauer soll die Führung des SPÖ-Regierungsteams und das Vizekanzleramt übernehmen, während Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher die Partei geschäftsführend führen sollen. Der endgültige Parteivorsitz soll anschließend in einem eigenen Wahlverfahren bestimmt werden.
Übergang mit politischer Bedeutung
Für die SPÖ beginnt damit eine Übergangsphase, in der innerparteiliche Geschlossenheit und die Handlungsfähigkeit in der Regierung parallel gesichert werden müssen. Babler begründet den Schritt mit dem Ende öffentlicher Personaldebatten und stellt die geeinte Partei sowie konkrete Regierungsarbeit in den Mittelpunkt.
Die Konstruktion soll Zeit für die Auswahl eines neuen Parteivorsitzenden schaffen, birgt aber zugleich die Notwendigkeit klarer Zuständigkeiten zwischen Regierungsteam, Parteiführung und Parlamentsklub. Für die politische Stabilität entscheidend ist deshalb, ob die Übergabe von den Landesorganisationen, dem ÖGB und der Parlamentsfraktion gemeinsam getragen wird.
