SPD-Parteivorsitz, Lars Klingbeil

SPD-Parteivorsitz: Klingbeil lässt Kandidatur im Januar offen

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 15:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Lars Klingbeil hält sich vor dem Parteitag im Januar alle Optionen offen. In Bochum fordert der SPD-Chef zugleich Geschlossenheit für die anstehende Neuaufstellung der Partei.

SPD-Parteitag soll Führung neu bestimmen

  • Die SPD will im Januar ihre Bundesspitze und den gesamten Vorstand neu wählen.
  • Bärbel Bas trat Mitte Oktober als Bundesarbeitsministerin und Co-Vorsitzende zurück.
  • Hubertus Heil schloss eine Kandidatur nicht aus, Manuela Schwesig wird als mögliche Bewerberin genannt.
Ob Klingbeil wieder als Parteichef antritt, hat er offengelassen. - Bild: Christoph Reichwein/dpa

Klingbeil lässt SPD-Kandidatur offen

SPD-Bundesvorsitzender und Finanzminister Lars Klingbeil hat offengelassen, ob er im Januar erneut für den Parteivorsitz kandidiert. Bei einem Mitgliederkonvent der Ruhr-SPD in Bochum sagte er, die Partei brauche unabhängig vom Ergebnis die Solidarität aller Mitglieder.

Kritik an der Parteiführung

Klingbeil erklärte nach der Veranstaltung, er sei sehr gerne Parteivorsitzender, wisse aber um die Kritik an seiner Person. Er fordere diese Kritik ein, damit sich die SPD beim Parteitag Mitte Januar bestmöglich aufstellen könne.

Nach dem Rücktritt Bärbel Bas’ als Bundesarbeitsministerin und Co-Vorsitzende im Oktober soll die Parteispitze im Januar neu gewählt werden. Klingbeil sagte, die Entscheidung werde nicht allein von ihm getroffen, sondern derzeit intern beraten.

Entscheidung über Kandidatur steht aus

Wann ein Vorschlag für die künftige Parteiführung vorgelegt werde, könne er noch nicht sagen. Zugleich betonte der Vizekanzler, die SPD befinde sich wirtschaftlich, haushaltspolitisch und außenpolitisch in einer schwierigen Lage.

Er wolle dazu beitragen, dass die Partei am Ende bestmöglich aufgestellt sei, und klebe nicht an seinem Amt. Der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil hat eine Kandidatur für den Parteivorsitz nicht ausgeschlossen; auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird als mögliche Bewerberin genannt.

Die SPD steht vor einer personellen Neuordnung ihrer Bundesspitze. Anlass ist der Rücktritt Bärbel Bas’ als Bundesarbeitsministerin und Co-Vorsitzende im Oktober; beim Parteitag im Januar soll der gesamte Vorstand neu gewählt werden.

Für Lars Klingbeil verbindet sich die Vorsitzfrage mit einer ungewöhnlichen Machtkonzentration: Er ist zugleich Vizekanzler, Bundesfinanzminister und Parteichef. Die Debatte über seine Zukunft betrifft deshalb nicht nur die Parteiführung, sondern auch die politische Steuerungsfähigkeit der SPD in der Bundesregierung.

Suche nach einer Doppelspitze

In der SPD wird weiterhin eine männlich-weibliche Doppelspitze als mögliche Lösung diskutiert. Als Namen gelten Hubertus Heil und Manuela Schwesig als mögliche Bewerber; eine Kandidatur ist bislang nicht öffentlich erklärt worden.

Die Unterstützung für Klingbeil aus der Parteiführung zeigt zugleich, dass seine Rolle von Teilen der SPD als stabilisierend bewertet wird. Dem steht die von ihm selbst angesprochene Kritik gegenüber. Entscheidend dürfte daher sein, ob die Partei im Januar eine personelle Lösung findet, die Regierungsverantwortung, innerparteiliche Erneuerung und die Forderung nach größerer Geschlossenheit miteinander verbindet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Hubig für Kandidatur von Klingbeil für SPD-Parteivorsitz“ (07.11.2026)

Der Artikel berichtet, Justizministerin Stefanie Hubig habe sich für eine erneute Kandidatur Klingbeils ausgesprochen. Anders als die dpa-Meldung, die Klingbeils eigene Zurückhaltung in den Mittelpunkt stelle, betone der Beitrag die Unterstützung aus der SPD-Führung und die Debatte über eine weibliche Partnerin.

Stern: „Klingbeil bei Ruhr-SPD: SPD im Ruhrgebiet wirft Bundesregierung Hickhack vor“ (07.11.2026)

Der Beitrag rückt die Kritik der Ruhr-SPD an der Bundesregierung und den Auftritt Klingbeils in Bochum in den Vordergrund. Damit ergänzt er die dpa-Meldung um den innerparteilichen Druck aus der Basis; offen bleibt weiterhin, wer im Januar für den Vorsitz antritt.

Beide Beiträge bestätigen den personellen Entscheidungsdruck vor dem Parteitag. Unterschiede liegen vor allem beim Schwerpunkt: Während der eine Klingbeils mögliche Kandidatur und Unterstützung behandelt, konzentriert sich der andere auf die Kritik aus dem Ruhrgebiet.

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