Selenskyj trifft Merz in Berlin vor Gesprächen mit Russland
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSelenskyjs Anliegen an die Bundesregierung
- Wolodymyr Selenskyj teilte nach seiner Ankunft in Berlin mit, dass er mit Friedrich Merz über Gespräche mit Russland sprechen wolle.
- Zu den angekündigten Themen gehören die ukrainische Flugabwehr und Unterstützung für die Energieversorgung.
- Die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland sollen kommende Woche unter US-Vermittlung in Abu Dhabi stattfinden.
Selenskyj sucht in Berlin Abstimmung mit Merz
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist unangekündigt in Berlin eingetroffen und will mit Bundeskanzler Friedrich Merz über die kommenden Gespräche mit Russland sprechen. Zudem geht es um Flugabwehr für die Ukraine und um Hilfen für die angeschlagene Energieversorgung.
Besuch aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt
Selenskyj teilte nach seiner Ankunft auf der Plattform X mit, dass die Gespräche diese Themen umfassen sollen. Dazu veröffentlichte er ein Video, das ihn beim Verlassen seines Flugzeugs zeigt.
Am Flughafen wurde der ukrainische Präsident unter anderem vom ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev begrüßt. Aus Sicherheitsgründen war der Besuch zuvor nicht öffentlich angekündigt worden.
Abu Dhabi wird Schauplatz der nächsten Gespräche
Unter Vermittlung der USA wollen die Ukraine und Russland kommende Woche in Abu Dhabi über einen Ausweg aus dem seit fast fünf Jahren dauernden Moskauer Angriffskrieg sprechen. Kiew und Washington stimmen sich dabei eng mit den europäischen Partnern ab.
Der Berliner Termin verbindet damit kurzfristige Unterstützungsfragen mit der Vorbereitung des nächsten diplomatischen Schritts. Im Mittelpunkt stehen sowohl die ukrainischen Verteidigungsbedürfnisse als auch die Abstimmung mit den Partnern vor den Gesprächen.
Der Berlin-Besuch fällt in eine Phase, in der die diplomatischen Bemühungen um den russischen Angriffskrieg an Fahrt gewinnen. Für kommende Gespräche in Abu Dhabi sollen Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Schritte zur Deeskalation und humanitäre Maßnahmen auf der Tagesordnung stehen.
Für die Ukraine bleibt zugleich entscheidend, ob Verhandlungen von ausreichender militärischer und wirtschaftlicher Unterstützung begleitet werden. Die Flugabwehr soll Städte, Energieanlagen und andere kritische Infrastruktur gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe schützen. Deutschland steht dabei zwischen dem Unterstützungsbedarf Kiews und dem eigenen Anspruch, die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr zu sichern.
Winterhilfe und europäische Beteiligung
Die Energieversorgung gewinnt vor dem Winter zusätzliche Bedeutung. Schäden an Kraftwerken und Leitungsnetzen können die Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigen und den Wiederaufbau verteuern. Hilfen für Reparaturen, Ersatztechnik und Schutzmaßnahmen haben daher eine unmittelbare humanitäre und sicherheitspolitische Dimension.
Politisch geht es für Berlin außerdem um die Rolle Europas in den Gesprächen. Die USA vermitteln zwischen Kiew und Moskau, während europäische Staaten auf Einfluss bei Sicherheitsgarantien, der künftigen Sicherheitsordnung und dem Wiederaufbau drängen. Für die deutsche Öffentlichkeit dürften aus dem Treffen vor allem die Fragen folgen, welche Unterstützung Berlin zusagt und wie die europäischen Partner in den nächsten Verhandlungsschritten eingebunden werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Selenskyj kommt heute überraschend nach Berlin“ (03.11.2026)
Der Beitrag bestätige den unangekündigten Berlin-Besuch und stelle ihn in den Zusammenhang der geplanten Gespräche in Abu Dhabi. Einen Schwerpunkt lege er auf den Bedarf der Ukraine an Luftabwehr sowie auf die weitere militärische und finanzielle Unterstützung.
ZDFheute: „Vor Ukraine-Russland-Gesprächen: Merz kündigt Selenskyj-Besuch in Berlin an“ (03.11.2026)
Der Bericht ordne den Besuch vor allem als Vorbereitung auf neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine ein. Anders als der n-tv-Beitrag richte er den Blick zusätzlich auf die Berliner Sicherheitskonferenz und die europäische Sicherheitsdebatte.
Beide Beiträge verbänden den Berlin-Termin mit den bevorstehenden Gesprächen und der Unterstützung der Ukraine. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung von militärischer Hilfe, Finanzbedarf und dem sicherheitspolitischen Umfeld in Berlin.
