Fiedler warnt vor Gefahr für kritische Infrastruktur in Deutschland
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 05:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler warnt vor einer anhaltenden Gefährdung der kritischen Infrastruktur in Deutschland. Er sieht die Sicherheitslage eng mit der laufenden Reform der Sicherheitsarchitektur des Bundes verbunden.
Warnung vor anhaltender Bedrohung
Fiedler sagte, die Infrastruktur sei „absolut in Gefahr“. Auf die Frage nach zusätzlichen Maßnahmen gegen Drohnenüberflüge verwies er darauf, dass kein einzelner Schritt ausreiche. Das Problem sei kein punktuelles Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess.
Nach seinen Angaben hängt die Lage auch davon ab, wie Russland unter Wladimir Putin weiter agiert. Zugleich sprach er sich für ein konsequenteres Vorgehen aus und forderte eine engere Abstimmung mit den europäischen Partnern, auch beim Umgang mit der sogenannten Schattenflotte.
Reform der Sicherheitsarchitektur
Fiedler verwies auf die geplante Reform der Nachrichtendienste und auf ein neues Nachrichtendienstrecht, das nach der Sommerpause in der parlamentarischen Beratung ist. Er bezeichnete es als einen tiefgreifenden Umbau der Sicherheitsarchitektur des Bundes.
Auf den Vorwurf, die Drohnenabwehr funktioniere in Deutschland nicht ausreichend, ging er nicht direkt ein. Stattdessen nannte er das Kritis-Dachgesetz und die NIS2-Richtlinie als relevante Bausteine.
Politischer Kontext
Die Debatte fällt in eine Phase, in der Bund und Länder ihre Zuständigkeiten, Befugnisse und Schutzkonzepte neu ordnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie kritische Infrastruktur gegen digitale, physische und hybride Angriffe robuster gemacht werden kann.
Für Betreiber solcher Anlagen sind schnellere Verfahren, klarere Meldeketten und ein engerer Informationsaustausch zentral. Gleichzeitig bleibt der politische Anspruch hoch, Sicherheitsmaßnahmen nicht nur zu beschließen, sondern auch praktisch belastbar umzusetzen.
Die Warnung von Sebastian Fiedler reiht sich in eine politische Debatte ein, die durch Drohnenüberflüge, Cyberrisiken und die Verwundbarkeit von Energie-, Kommunikations- und Verkehrssystemen an Schärfe gewonnen hat. Im Kern geht es darum, dass kritische Infrastruktur nicht nur gegen klassische Sabotage, sondern auch gegen hybride Angriffe besser geschützt werden muss.
Mit der angekündigten Reform des Nachrichtendienstrechts und den Verweisen auf Kritis-Dachgesetz sowie NIS2 wird deutlich, dass Bund und Länder an mehreren Baustellen gleichzeitig arbeiten. Für Unternehmen aus den betroffenen Sektoren bedeutet das höhere Anforderungen an Resilienz, Meldewege und technische Schutzmaßnahmen, während sich für Sicherheitsbehörden die Frage stellt, wie schnell neue Befugnisse und neue Strukturen tatsächlich wirksam werden.
Bedeutung für die Sicherheitsarchitektur
Fiedlers Hinweis auf eine neu geordnete Sicherheitsarchitektur beschreibt einen größeren Umbau, der über einzelne Drohnenvorfälle hinausgeht. Politisch steht dahinter die Erwartung, dass Prävention, Lagebild und Abwehr enger verzahnt werden, weil Angriffe auf Infrastruktur oft nicht isoliert auftreten, sondern Teil länger angelegter Strategien sind.
Folgen für Staat und Wirtschaft
Für Betreiber kritischer Anlagen ist die Lage besonders relevant, weil Ausfälle weit über den unmittelbaren Schaden hinausreichen können. Je stärker Infrastruktur vernetzt ist, desto eher können Störungen in einem Bereich Kettenreaktionen in anderen Bereichen auslösen. Deshalb rücken neben technischer Abwehr auch europäische Abstimmung und ein einheitlicheres Vorgehen gegen sicherheitsrelevante Risiken stärker in den Fokus.
