Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Merz nimmt schnellsten Computer Europas in Betrieb

05.09.2025 - 14:49:49 | dpa.de

Schnellster Rechner Europas, viertschnellster der Welt und energieeffizientester überhaupt - bei der Inbetriebnahme von «Jupiter» hagelt es Superlative. Entsprechend groß ist der Politikerauflauf.

  • Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst haben den Supercomputer «Jupiter» in Jülich in Betrieb genommen.  - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
    Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst haben den Supercomputer «Jupiter» in Jülich in Betrieb genommen. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Der Supercomputer «Jupiter» im Forschungszentrum Jülich ist von Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst offiziell in Betrieb genommen worden (Archivbild). - Foto: Oliver Berg/dpa
    Der Supercomputer «Jupiter» im Forschungszentrum Jülich ist von Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst offiziell in Betrieb genommen worden (Archivbild). - Foto: Oliver Berg/dpa
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Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) haben den schnellsten Computer Europas in Betrieb genommen. Der sogenannte «Supercomputer Jupiter» steht im Forschungszentrum Jülich bei Aachen. Er eröffne «ganz neue Möglichkeiten - für das Training von KI-Modellen oder für wissenschaftliche Simulationen», sagte Merz. Der Computer, viertschnellster der Welt, unterstreiche den Anspruch der Bundesrepublik auf eine führende Rolle bei der technologischen Revolution der Gegenwart. 

«Wir wollen, dass Deutschland KI-Nation wird», sagte Merz. «Es ist sehr gut möglich, dass wir im Rückblick eines Tages diese 20er Jahre dieses 21. Jahrhunderts als das KI-Jahrzehnt unserer Zeit gelten lassen werden.» Zurzeit lieferten sich die USA und China ein Wettrennen um künftige Marktanteile. Europa und Deutschland hätten aber noch alle Möglichkeiten, dabei aufzuholen. «Wir haben weltweit führende Forschungseinrichtungen», sagte Merz. «Wir haben weltweit angesehene Universitäten. Wir haben dynamische und erfolgreiche KI-Startups, zum Beispiel DeepL im Bereich der maschinellen Übersetzung, zum Beispiel Black Forest Labs im Bereich der Bilderzeugung, zum Beispiel Helsing im Bereich der Sicherheit und Verteidigung.»

Könnte der Supercomputer von Jülich Bewusstsein entwickeln?

«Jupiter» wird mit Ökostrom betrieben und ist den Angaben zufolge deshalb der energieeffizienteste Superrechner der Welt. Gerade das mache ihn einzigartig, sagte die Chefin des Forschungszentrums Jülich, Astrid Lambrecht, der Deutschen Presse-Agentur. «In einer Zeit, in der Digitalisierung und KI immer mehr Energie erfordern, zeigen wir mit "Jupiter", wie der Weg hin zu Ressourcen-schonendem Rechnen aussehen kann.»

«Wir müssen in Künstlicher Intelligenz aufholen», sagte Lambrecht bei der Einweihungsfeier. Das Horrorszenario, dass die KI irgendwann selbst das Kommando über die Menschheit übernehmen könnte, hält sie derzeit nicht für realistisch. «Große KI-Modelle versagen bei logischem Denken», sagte Lambrecht der dpa. «Das ist eine ganz andere Art und Weise, mit Daten umzugehen als unser menschliches Gehirn, in dem es ja unglaublich viele komplexe Verbindungen gibt. Wenn Sie mich persönlich fragen, dann sehe ich es da erst mal mittelfristig nicht, dass diese Maschinen ein Bewusstsein entwickeln werden.» 

Mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde

Das «Jupiter»-Rechenzentrum, das in zwei Jahren aufgebaut wurde, besteht aus rund 50 Container-Modulen auf mehr als 2.300 Quadratmetern Fläche. Auf seine Platten passt der Inhalt von 450 Milliarden Büchern. «Jupiter ist der erste Computer in Europa, der mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde durchführen wird.», sagte Lambrecht. «Er ist sehr, sehr schnell.»

Die Bezeichnung «Jupiter» ist eine Abkürzung und steht für Joint Undertaking Pioneer for Innovative and Transformative Exascale Research (Gemeinsames Pionierunternehmen für innovative und transformative Exascale-Forschung - Exascale meint Supercomputer). Der Computer hat 500 Millionen Euro gekostet. 250 Millionen davon trägt die Europäische Kommission, je 125 Millionen Euro steuern die Wissenschaftsministerien von Bund und Land bei. 

«Jupiter» soll auch die Klima- und Wettersimulation verbessern, um unter anderem die Vorhersage von lokalen Extremereignissen wie Starkregen und heftigen Gewittern zu verbessern. Er soll aber auch Proteine, Zellen und das menschliche Gehirn erforschen - mit dem Ziel, schneller neue Therapien zu entwickeln.

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