Junge Union, Berlin

Rot-Grün-Rot in Berlin: JU fordert Ausschluss von Bundesinfos

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 14:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU verlangt harte Konsequenzen für den Fall einer rot-grün-roten Landesregierung in Berlin. CSU-Chef Markus Söder unterstützt den Vorstoß, während Kanzler Friedrich Merz zugleich auf die Unterstützung der JU bei der Rentenreform setzt.

JU fordert Konsequenzen für Berlin

  • Die Junge Union verabschiedete den Beschluss am Sonntag auf ihrem Deutschlandtag in Bonn.
  • Gefordert werden ein Informationsausschluss sowie ein Gremium zu möglichen Rechtsbrüchen.
  • Friedrich Merz kündigte einen Kabinettsbeschluss zur Rentenreform noch 2026 an.
  • CSU-Chef Söder sagt einer «Roten Front» in Berlin den Kampf an. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
  • Die Junge Union reagiert mit einem spontanen Beschluss auf die Pläne für ein Linksbündnis. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
  • Der Kanzler und der JU-Chef verstehen sich nun wieder besser. - Bild: Henning Kaiser/dpa
CSU-Chef Söder sagt einer «Roten Front» in Berlin den Kampf an. - Bild: Christoph Reichwein/dpa Die Junge Union reagiert mit einem spontanen Beschluss auf die Pläne für ein Linksbündnis. - Bild: Christoph Reichwein/dpa Der Kanzler und der JU-Chef verstehen sich nun wieder besser. - Bild: Henning Kaiser/dpa

Junge Union fordert Ausschluss Berlins von Sicherheitsinformationen

Die Junge Union hat für den Fall einer rot-grün-roten Landesregierung in Berlin den Ausschluss von Informationen des Bundesverfassungsschutzes und des Bundeskriminalamts gefordert. CSU-Chef Markus Söder stellte sich beim Deutschlandtag der Nachwuchsorganisation in Bonn hinter den einstimmig verabschiedeten Beschluss.

Die Forderung folgt auf die Einigung von Linker, Grünen und SPD in Berlin, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen.

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Söder verlangt eine Brandmauer nach links

„Wenn man mal über Brandmauern redet, dann braucht es eher mal nach links eine“, sagte Söder. Mit solchen Kräften dürfe Deutschland nicht an der Spitze identifiziert werden.

Weitere Forderungen der JU

Der Antrag verlangt außerdem eine grundsätzliche gesellschaftliche Ächtung des Bündnisses, das die JU als Kulturbruch bezeichnet. Zudem soll ein Gremium mögliche Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen einer rot-grün-roten Landesregierung dokumentieren.

Die Junge Union fordert außerdem, das geplante Verbot von Vergesellschaftungen per Bundesgesetz umgehend umzusetzen. Söder bezeichnete den Beschluss als zwingend notwendig und sprach von einer „Roten Front“ in Berlin als neuem Sündenfall.

Merz warnt vor Gesprächen mit der Linken

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits am Samstag vor einem rot-grün-roten Bündnis gewarnt. „Wer die politische Mitte stärken will, darf mit Linksradikalen keine Gespräche führen“, sagte er und forderte: „Hört auf damit, diesen Weg zu gehen.“

Merz stellte den Slogan „Freiheit statt Extremismus“ in den Mittelpunkt. Die Union sieht die Berliner Linke als linksextrem und wirft ihr antisemitische Tendenzen sowie Nähe zum Clan-Milieu vor.

Rentenreform wird zweiter Konfliktpunkt

Beim Deutschlandtag versprach Merz der Jungen Union zugleich die vollständige Umsetzung des Rentenkompromisses mit der SPD vom Juli. Dazu gehört laut dpa auch die umstrittene Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.

Die Union strebt noch in diesem Jahr einen Kabinettsbeschluss an. Die erste Lesung im Bundestag soll vor dem Jahreswechsel stattfinden, die abschließende Abstimmung zu Beginn des kommenden Jahres.

JU kann Koalition unter Druck setzen

Der JU-Vorsitzende Johannes Winkel stellte sich hinter Merz, nachdem ein Delegierter den Kanzler zum Rücktritt aufgefordert hatte. Die Junge Union stellt 20 Bundestagsabgeordnete und kann damit Beschlüsse blockieren, weil die Koalition nur über eine Mehrheit von zwölf Stimmen verfügt.

Damit bleibt offen, ob Merz die Rentenreform gegen Widerstand in der SPD durchsetzen kann. Ein Scheitern könnte den Konflikt mit dem Parteinachwuchs erneut verschärfen.

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Der Beschluss der Jungen Union verschärft den politischen Konflikt über eine mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin. Im Zentrum steht nicht nur die Frage einer Zusammenarbeit von SPD, Grünen und Linken auf Landesebene, sondern auch deren mögliche Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Bundes- und Landespolitik.

Der geforderte Ausschluss von Informationen des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundeskriminalamts wäre ein außergewöhnlicher politischer Schritt. Sicherheitsbehörden arbeiten bei der Gefahrenabwehr auf Informationsaustausch angewiesen; zugleich berührt der Vorschlag das Verhältnis zwischen politischer Auseinandersetzung, staatlicher Zusammenarbeit und der Bewertung einer Landesregierung.

Konflikt mit Folgen für die Bundeskoalition

Die Union verbindet ihre Kritik an dem Berliner Bündnis mit Forderungen an die Bundes-SPD. Damit wird ein Landesprojekt zu einer Belastungsprobe für die schwarz-rote Bundesregierung. Besonders konfliktträchtig ist die Debatte über Vergesellschaftungen, weil sie politische Grundsatzfragen zu Eigentum, Wohnungsmarkt und staatlichen Eingriffen bündelt.

Auch die Rentenreform bleibt ein zweiter Prüfstein. Friedrich Merz will den Kompromiss mit der SPD vollständig umsetzen und noch 2026 einen Kabinettsbeschluss erreichen. Die Junge Union verfügt laut dpa über 20 Bundestagsabgeordnete und kann damit bei knapper Koalitionsmehrheit erheblichen Druck ausüben. Für Bürgerinnen und Bürger sind deshalb sowohl die Berliner Koalitionsverhandlungen als auch der weitere Zeitplan der Rentenreform von Bedeutung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Deutschlandtag“ Junge Union fordert „gesellschaftliche Ächtung“ einer rot-grün-roten Landesregierung in Berlin (18.10.2026)

Der Beitrag bestätige den einstimmigen Beschluss der Jungen Union zum Ausschluss einer möglichen rot-grün-roten Landesregierung von Informationen der Sicherheitsbehörden. Einen eigenen Schwerpunkt setze er auf Söders Vorwurf eines tief verwurzelten Antisemitismus bei der Berliner Linken.

ZDFheute: „Kanzler Merz positioniert sich klar gegen AfD“ (17.10.2026)

Der Artikel ordne den Konflikt breiter ein und verbinde Merz’ Warnungen vor einer Zusammenarbeit mit der Linken mit seinem Streit um die Rentenreform. Während der Deutschlandfunk den JU-Beschluss in Berlin in den Mittelpunkt stelle, betone ZDFheute zusätzlich den Druck des Parteinachwuchses auf die Bundespolitik.

Einigkeit besteht über die klare Ablehnung der Union gegenüber einem rot-grün-roten Bündnis in Berlin. Offen bleibt, wie weit die Bundes-SPD den Forderungen der Union entgegenkommt und ob der Konflikt die Rentenreform belastet.

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