Reza Pahlavi, Iran-Demonstration

Reza Pahlavi zieht 20.000 Anhänger zur Demo in Frankfurt an

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 16:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Veranstaltung in Frankfurt verband eine Demonstration für Freiheit im Iran mit der Verleihung des Freiheitspreises an Reza Pahlavi. Die Polizei meldete einen weitgehend friedlichen Verlauf und eine Festnahme im Umfeld des Zuges.

Frankfurter Versammlungen und Preisverleihung

  • Rund 9.000 Menschen zogen nach Polizeiangaben durch die Frankfurter Innenstadt zum Ostpark.
  • Die Polizei nahm im Umfeld des Zuges nahe der Konstabler Wache einen Mann fest.
  • Bei der Gegenkundgebung am Roßmarkt zählte die Polizei am frühen Nachmittag etwa 20 Teilnehmer.
  • Die Anhänger Pahlavis versammelten sich im Ostpark zu einer Großkundgebung. - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Viele Anhänger Pahlavis zeigen in Frankfurt ihre Unterstützung für den Oppositionspolitiker. - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Mehrere Tausend haben sich in der Frankfurter Innenstadt zu einem Demonstrationszug versammelt. - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Pahlavi erhält die Auszeichnung der Stiftung stellvertretend für das iranische Volk. - Bild: Florian Wiegand/dpa
  • Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften in der Frankfurter Innenstadt unterwegs. - Bild: Boris Roessler/dpa
Die Anhänger Pahlavis versammelten sich im Ostpark zu einer Großkundgebung. - Bild: Boris Roessler/dpa Viele Anhänger Pahlavis zeigen in Frankfurt ihre Unterstützung für den Oppositionspolitiker. - Bild: Boris Roessler/dpa Mehrere Tausend haben sich in der Frankfurter Innenstadt zu einem Demonstrationszug versammelt. - Bild: Boris Roessler/dpa Pahlavi erhält die Auszeichnung der Stiftung stellvertretend für das iranische Volk. - Bild: Florian Wiegand/dpa Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften in der Frankfurter Innenstadt unterwegs. - Bild: Boris Roessler/dpa

Rund 20.000 Menschen haben in Frankfurt für eine offene und freie Gesellschaft im Iran und gegen die Regierung in Teheran demonstriert. Im Mittelpunkt stand Reza Pahlavi, der zuvor in der Paulskirche den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung stellvertretend für das iranische Volk entgegengenommen hatte.

Demonstration zieht zum Ostpark

Nach Polizeiangaben zogen etwa 9.000 Menschen friedlich durch die Innenstadt. Zur anschließenden Großkundgebung im Ostpark kamen demnach insgesamt etwa 20.000 Unterstützer des 66-jährigen Oppositionspolitikers.

Damit blieb die Teilnehmerzahl unter den 30.000 Menschen, für die die Kundgebung angemeldet worden war. Die Versammlungen verliefen bis zum Nachmittag weitgehend friedlich und ohne größere Zwischenfälle.

Eine Festnahme und wenige Gegendemonstranten

Im Umfeld des Demonstrationszuges nahm die Polizei nahe der Konstabler Wache einen Mann fest. Anlass war nach Polizeiangaben ein Hinweis auf einen Livestream, in dem der Mann Straftaten angekündigt haben solle.

An einer Gegendemonstration gegen Pahlavi beteiligten sich nach Polizeiangaben nur wenige Menschen. Am frühen Nachmittag zählte die Polizei am Roßmarkt etwa 20 Teilnehmer.

Rufe für den Schah-Sohn

Die Demonstranten begrüßten Pahlavi bei der Großkundgebung mit Rufen wie „Lang lebe der Schah“. Viele führten die frühere iranische Nationalflagge mit Löwe und Sonne aus der Zeit der Monarchie mit sich; andere zeigten Bilder Pahlavis mit der Aufschrift „Schah“.

Pahlavi und seine Frau zeigten sich hinter einer durchsichtigen Scheibe auf der Bühne. Eine Teilnehmerin sagte, sie hoffe auf einen freien Iran und wolle keine reine Monarchie, sondern ein politisches System „wie Europa“.

Pahlavi beansprucht eine Übergangsrolle

Der 66-Jährige lebt im Exil in den USA und ist ein Sohn des 1979 gestürzten Schahs. Er hat sich als möglicher Übergangsführer ins Spiel gebracht, falls die seitdem regierende Staatsführung in Teheran stürzen sollte.

Bei der Preisverleihung kündigte Pahlavi an, die Auszeichnung eines Tages in die Hände des iranischen Volkes zu legen – nicht im Ausland, sondern in Teheran. Er bezeichnete sich als Brückenbauer und sagte, die Islamische Republik sei nicht die legitime Regierung des Iran.

Umstrittene Auszeichnung in der Paulskirche

Die Preisverleihung in der Paulskirche wurde von Sprechchören begleitet. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte, Pahlavi habe stets erklärt, dass das iranische Volk selbst über seine Zukunft entscheiden müsse.

Pahlavi wird zugleich wegen der monarchischen Vergangenheit des Landes kritisch gesehen. Sein Vater regierte den Iran autoritär, bevor die Islamische Revolution 1979 die Monarchie stürzte.

Die Frankfurter Veranstaltung verbindet zwei Ebenen: die öffentliche Unterstützung für Reza Pahlavi und die Frage, wer die politisch vielfältige Opposition gegen die Islamische Republik vertreten kann. Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, lebt im Exil und stellt sich als möglicher Übergangsführer sowie als Brückenbauer für eine politische Neuordnung dar.

Die Symbolik der Demonstration verweist zugleich auf den tiefen historischen Bruch im Iran. Die Löwen-und-Sonne-Fahnen stehen für die Zeit vor der Islamischen Revolution, während die Rufe nach Freiheit und Demokratie aktuelle Kritik an der Islamischen Republik ausdrücken. Für viele Teilnehmer ist die monarchische Vergangenheit offenbar weniger entscheidend als die Hoffnung auf ein Ende der gegenwärtigen Herrschaft.

Streit über Repräsentation

Gerade die Schah-Symbolik macht den Auftritt politisch umstritten. Kritiker verweisen auf die autoritäre Herrschaft unter Mohammad Reza Pahlavi und bezweifeln, dass sein Sohn die gesamte iranische Opposition repräsentieren kann. Die Preisverleihung in der Paulskirche hat diesen Konflikt sichtbar gemacht, weil sie Pahlavi stellvertretend für das iranische Volk auszeichnete.

Für Deutschland bleibt die Veranstaltung zudem eine innenpolitische und sicherheitsrelevante Versammlung mit internationalem Bezug. Die weitgehend friedlichen Abläufe und die geringe Beteiligung an der Gegendemonstration prägen den unmittelbaren Verlauf; politisch offen bleibt, ob Pahlavi aus der Unterstützung im Exil dauerhaft Einfluss auf die Entwicklung im Iran gewinnen kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Pahlavi nimmt Freiheitspreis für iranisches Volk entgegen“ (07.11.2026)

Der Beitrag stellt die Preisverleihung in der Paulskirche und Pahlavis Selbstverständnis als Treuhänder heraus. Anders als die dpa-Meldung beleuchtet er ausführlicher die Begründung der Auszeichnung und die Debatte über seine Rolle innerhalb der iranischen Opposition.

tagesschau: „Iran-Demos in Frankfurt: Umstrittener Freiheitspreis ...“ (07.11.2026)

Der Livebericht bestätigt die Zahl von etwa 20.000 Menschen im Ostpark, den weitgehend friedlichen Verlauf und eine Festnahme. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf die Kritik an Pahlavis Repräsentationsanspruch und auf die historische Bewertung der Schah-Herrschaft.

Beide Beiträge bestätigen den Ablauf der Preisverleihung und der Großkundgebung. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Neben Teilnehmerzahlen und Polizeibilanz rückt die Berichterstattung den Streit über Pahlavis politische Legitimation und die monarchische Vergangenheit in den Mittelpunkt.

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