Reza Pahlavi, Frankfurt

Reza Pahlavi erhält Freiheitspreis vor 5.000 Demonstranten

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 13:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs nahm die Auszeichnung der Friedrich-Naumann-Stiftung in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Seine Anhänger feierten ihn, während andere Demonstranten die Ehrung kritisch sehen.

Preisübergabe und Kundgebungen in Frankfurt

  • Reza Pahlavi nahm den Freiheitspreis in der Frankfurter Paulskirche stellvertretend für das iranische Volk entgegen.
  • Die Polizei zählte zur Mittagszeit etwa 5.000 Demonstranten im Stadtgebiet.
  • Für eine Kundgebung im Ostpark waren nach Angaben der Stadt 30.000 Menschen angemeldet.
  • Viele Anhänger Pahlavis zeigen in Frankfurt ihre Unterstützung für den Oppositionspolitiker. - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Mehrere Tausend haben sich in der Frankfurter Innenstadt versammelt. - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Die ersten Anhänger Pahlavis hatten sich schon am Morgen versammelt. - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Pahlavi erhält die Auszeichnung der Stiftung stellvertretend für das iranische Volk. - Bild: Florian Wiegand/dpa
  • Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften in der Frankfurter Innenstadt unterwegs. - Bild: Boris Roessler/dpa
Viele Anhänger Pahlavis zeigen in Frankfurt ihre Unterstützung für den Oppositionspolitiker. - Bild: Boris Roessler/dpa Mehrere Tausend haben sich in der Frankfurter Innenstadt versammelt. - Bild: Boris Roessler/dpa Die ersten Anhänger Pahlavis hatten sich schon am Morgen versammelt. - Bild: Boris Roessler/dpa Pahlavi erhält die Auszeichnung der Stiftung stellvertretend für das iranische Volk. - Bild: Florian Wiegand/dpa Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften in der Frankfurter Innenstadt unterwegs. - Bild: Boris Roessler/dpa

Reza Pahlavi nimmt Freiheitspreis in Frankfurt entgegen

Begleitet von Demonstrationen mehrerer Tausend Menschen hat der iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi in Frankfurt den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung entgegengenommen. Die FDP-nahe Stiftung verlieh die Auszeichnung stellvertretend dem von der Mullah-Regierung drangsalierten iranischen Volk für seinen Freiheitswillen.

Tausende Menschen im Stadtgebiet

Zur Mittagszeit waren laut Polizei etwa 5.000 Demonstranten im gesamten Stadtgebiet unterwegs, größtenteils Anhänger Pahlavis. Auf dem Römerberg und rund um die Paulskirche zählte die Polizei etwa 3.000 Menschen mit Fahnen und Plakaten.

Unter den Teilnehmern waren auch die ersten Besucher einer Großkundgebung im Ostpark, die am Nachmittag beginnen sollte. Dafür waren nach Angaben der Stadt insgesamt 30.000 Menschen angemeldet.

Polizei nimmt Mann fest

Die Polizei hatte ein großes Aufgebot an Einsatzkräften zusammengezogen. Im Bereich der Kundgebungen wurde ein Mann festgenommen, nachdem es laut Polizei einen Hinweis auf einen Livestream gegeben hatte, in dem er Straftaten angekündigt haben soll.

Pahlavi sieht sich als Brückenbauer

Pahlavi ist ein Sohn des 1979 gestürzten Schahs und lebt im Exil in den USA. Er hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht, falls die seit 1979 regierende Staatsführung in Teheran stürzen sollte.

Bei der Feierstunde in der Paulskirche kündigte Pahlavi an, er werde die Auszeichnung eines Tages dem iranischen Volk übergeben – nicht auf ausländischem Boden, sondern in Teheran. Er sehe seine Rolle als Brückenbauer. Die Islamische Republik sei nicht die legitime Regierung des Iran.

Umstrittene Ehrung

Das Publikum in der Paulskirche übertönte die Feierstunde wiederholt mit Sprechchören wie „Lang lebe Schah, lang lebe Iran!“. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte, Pahlavi habe stets gesagt, dass das iranische Volk selbst über seine Zukunft entscheide.

Viele sehen Pahlavi wegen der monarchistischen Vergangenheit des Landes unter seinem autokratisch herrschenden Vater kritisch. Pahlavi hat zugleich zahlreiche Unterstützer, die in ihm eine mögliche politische Führungsfigur für einen Übergang im Iran sehen.

Die Preisvergabe fällt in eine Phase, in der Reza Pahlavi außerhalb Irans als prominente Oppositionsstimme auftritt und zugleich seine politische Rolle umstritten bleibt. Die Stiftung begründet die treuhänderische Annahme damit, das iranische Volk und dessen Freiheitswillen auszuzeichnen; Pahlavi soll den Preis später an frei gewählte Vertreter übergeben.

Der Konflikt um die Ehrung hat eine historische Dimension. Pahlavi ist der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, dessen Herrschaft mit politischer Repression verbunden war. Kritiker aus der iranischen Diaspora führen diese Vergangenheit als Argument gegen die Auszeichnung an, während Unterstützer in ihm eine mögliche Stimme für einen politischen Übergang sehen.

Frankfurt als politischer Schauplatz

Die Demonstrationen machen sichtbar, wie unterschiedlich Exiliraner die Zukunft ihres Landes bewerten. Für die Stadt bedeutet die angemeldete Großkundgebung zugleich eine erhebliche organisatorische Herausforderung: Mehrere Veranstaltungsorte, ein großes Polizeiaufgebot und mögliche Verkehrsbehinderungen prägen den Tag. Die weitere Bedeutung des Ereignisses hängt damit nicht nur von der Zahl der Teilnehmer ab, sondern auch davon, ob die Kundgebungen friedlich verlaufen und welche politischen Botschaften sich durchsetzen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Frankfurt: Debatte um symbolische Preisvergabe an Schahsohn Pahlavi“ (06.11.2026)

Euronews habe die geplante treuhänderische Preisübergabe und die Kritik iranischer Vereinigungen beschrieben. Der Beitrag setze einen Schwerpunkt auf die historische Verantwortung Pahlavis und die unterschiedlichen Bewertungen in der Diaspora.

ZDFheute: „Iran-Demos in Frankfurt erwartet: Schah-Sohn nimmt Preis entgegen“ (07.11.2026)

ZDFheute habe den Schwerpunkt auf die erwarteten Großdemonstrationen, die geplanten Routen und mögliche Verkehrsbehinderungen gelegt. Beide Beiträge bestätigten den politischen Anlass, unterschieden sich aber darin, ob die Kontroverse um Pahlavi oder die praktischen Folgen für Frankfurt im Vordergrund standen. Offen blieb die weitere Entwicklung der Kundgebungen.

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