Friedrich Merz, Junge Union

Rentenreform: Merz setzt auf Beschluss noch in diesem Jahr

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 14:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Beim Deutschlandtag in Bonn bekräftigt der Kanzler die umstrittene Rentenreform und setzt der SPD zugleich politische Grenzen. Die Union will das parlamentarische Verfahren schneller voranbringen.

Koalitionsstreit über Rentenplan

  • Merz kündigte in Bonn einen Kabinettsbeschluss zur Rentenreform noch für dieses Jahr an.
  • Die erste Lesung im Bundestag soll noch vor dem Jahreswechsel stattfinden.
  • Die Delegierten tagen bis Sonntag, dann wird CSU-Chef Markus Söder erwartet.
  • Den Delegierten der Jungen Union versprach Kanzler Merz eine vollständige Umsetzung des Rentenkompromisses mit der SPD vom Juli. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Knapp eine Stunde redete Merz beim Deutschlandtag. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Die Delegierten tagen bis Sonntag - dann wird CSU-Chef Markus Söder erwartet. - Bild: Henning Kaiser/dpa
Den Delegierten der Jungen Union versprach Kanzler Merz eine vollständige Umsetzung des Rentenkompromisses mit der SPD vom Juli.  - Bild: Henning Kaiser/dpa Knapp eine Stunde redete Merz beim Deutschlandtag. - Bild: Henning Kaiser/dpa Die Delegierten tagen bis Sonntag - dann wird CSU-Chef Markus Söder erwartet.  - Bild: Henning Kaiser/dpa

Merz bekräftigt Reformkurs beim Deutschlandtag

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Jungen Union in Bonn einen straffen Reformkurs und die vollständige Umsetzung des Rentenkompromisses mit der SPD versprochen. Zugleich machte er deutlich, dass er den Fortbestand der Koalition nicht über jede politische Leistung stellen will.

Rentenreform soll noch 2026 ins Kabinett

Merz kündigte an, dass das Kabinett noch in diesem Jahr über die Rentenreform beraten soll. Die erste Lesung im Bundestag soll vor dem Jahreswechsel folgen, die finale Abstimmung ist für den Beginn des kommenden Jahres vorgesehen.

Zum Paket gehört nach seinen Worten auch die umstrittene Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Merz stellte sich damit gegen Änderungswünsche aus der SPD und von drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten.

Annäherung nach dem Rentenstreit

Der Auftritt verlief deutlich ruhiger als Merz’ Besuch beim Deutschlandtag im vergangenen Jahr, als es zu einem heftigen Streit über die Rente gekommen war. Ein Delegierter forderte den Kanzler dennoch zum Rücktritt auf, weil seinen Ankündigungen keine Taten folgten.

Der Beifall nach der knapp einstündigen Rede blieb kurz und verhalten. Den stärksten Applaus erhielt Merz für seine Abgrenzung von AfD und Linker sowie für seine Warnung vor einer Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin.

Merz weist Kritik an Umgang mit Bas zurück

Auch den Vorwurf der SPD-Politikerin Manuela Schwesig, die Union habe sich gegenüber der zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas unmenschlich verhalten, wies Merz zurück. Er sagte, die Union werde dem Koalitionspartner entgegentreten, wenn dieser die gemeinsame Politik und das Miteinander ohne erkennbaren Grund als unmenschlich bezeichne.

Der Jungen Union gehören nach Angaben der dpa rund 90.000 Mitglieder an. Der Deutschlandtag findet jährlich statt; am Sonntag wird CSU-Chef Markus Söder bei den Delegierten erwartet.

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Der Auftritt in Bonn fällt in eine Phase, in der die schwarz-rote Koalition mehrere Reformvorhaben gleichzeitig politisch absichern muss. Die Rente mit 63 ist dabei besonders konfliktträchtig, weil die Union auf eine stärkere Begrenzung von Frühverrentung drängt, während die SPD an den Vereinbarungen des Koalitionsvertrags festhält.

Für die Junge Union ist die Rentenpolitik auch eine Generationenfrage. Die Nachwuchsorganisation vertritt viele jüngere Mitglieder, die langfristig von steigenden Beitragslasten und einem wachsenden Finanzierungsdruck der gesetzlichen Rentenversicherung betroffen sein könnten. Merz versucht deshalb, den Reformkurs als Kern der unionsgeführten Regierungsarbeit zu profilieren.

Koalition unter Reformdruck

Der angekündigte Zeitplan erhöht den Druck auf die Koalitionspartner. Ein Kabinettsbeschluss noch in diesem Jahr und die erste Lesung vor dem Jahreswechsel würden die strittigen Punkte rasch in das parlamentarische Verfahren bringen. Zugleich zeigen die unterschiedlichen Positionen, dass die Rentenreform nicht nur ein Sachthema, sondern auch ein Test für die Belastbarkeit der Koalition ist.

Die Auseinandersetzung reicht über die Rente hinaus. Mit seinen Aussagen zur Abgrenzung von Linken und AfD sowie zur Zusammenarbeit mit der SPD verbindet Merz sozialpolitische Reformen mit einer grundsätzlichen politischen Positionsbestimmung der Union. Für Bürgerinnen und Bürger werden vor allem mögliche Änderungen bei Rentenzugang, Beiträgen und den weiteren Sozialreformen relevant.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Merz und Söder beim Deutschlandtag der Jungen Union“ (17.10.2026)

Der Beitrag ordne den Deutschlandtag als Forum für Reformdebatten ein und stelle den Auftritt von Merz sowie den erwarteten Besuch von Markus Söder in den Mittelpunkt. Damit bestätige er den politischen Schwerpunkt des Treffens, setze aber einen breiteren Akzent als die dpa-Meldung auf die innerparteiliche Debatte.

Deutschlandfunk: „Merz: Reformprozess schnell abschließen“ (17.10.2026)

Der Bericht hebe Merz’ Forderung nach einem zügigen Reformprozess hervor und verweise auf die Rentenreform als zentrales Thema. Gemeinsam ist beiden Darstellungen der Fokus auf Tempo und Umsetzung; offen bleibt, wie die Koalition die unterschiedlichen Vorstellungen zur Rente zusammenführt.

Die Berichte stimmen darin überein, dass Merz die Reformagenda beim Deutschlandtag in den Mittelpunkt stellte. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung zwischen Rentenpolitik, innerparteilicher Debatte und dem weiteren Koalitionskurs.

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