Pascal Reddig, Friedrich Merz

Rente mit 63: Reddig erhöht Reformdruck auf Merz

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 12:51 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der Vorsitzende der Jungen Gruppe verlangt von der Bundesregierung mehr Tempo bei den angekündigten Gesetzesvorhaben. Besonders drängt er auf eine Einigung zur Rente und eine Neuordnung der Rente mit 63.

Reddigs Forderungen an die Unionsfraktion

  • Pascal Reddig verlangt von der Koalition schnelleres Handeln bei Reformgesetzen.
  • Der CDU-Politiker fordert die Umsetzung des Rentenkommissionspakets noch in diesem Jahr.
  • Reddig hält die Rente mit 63 in ihrer bisherigen Form für nicht zukunftsfähig.
Pascal Reddig (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Junge Union erhöht Druck auf die Koalition

Pascal Reddig, Chef der Jungen Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag, fordert vor dem Deutschlandtag der Jungen Union eine schnellere Umsetzung der geplanten Reformen. Auf der Veranstaltung soll Bundeskanzler Friedrich Merz am Samstag sprechen.

Reddig verlangt konkrete Gesetze

„Niemand will mehr immer neue Reformjahreszeiten hören“, sagte Reddig dem „Handelsblatt“. Die Koalition müsse jetzt liefern und bei Gesetzen, die das Leben der Menschen verbessern, deutlich mehr Tempo machen.

Mit Blick auf Merz sagte der CDU-Politiker, die Union habe jahrelang für den Kanzler geworben und die Erwartungen seien hoch gewesen. Nicht alle Erwartungen seien erfüllt worden. Die Ziele des Kanzlers und der Jungen Union lägen zwar nicht weit auseinander, doch Regierungserklärungen müssten in konkrete Umsetzung münden.

Unpopuläre Entscheidungen gefordert

Reddig warnte die Union davor, sich vor unpopulären Entscheidungen zu drücken. Wenn das Land für die Zukunft aufgestellt sei, lasse er sich nach eigenen Worten gerne abwählen. Er wolle aber nicht dafür abgewählt werden, dass die Union vier Jahre geschlafen habe.

Rentenpaket soll noch 2026 kommen

Der CDU-Politiker verlangt, den Kompromiss der Rentenkommission als Paket noch in diesem Jahr umzusetzen. Die Rente mit 63 in ihrer jetzigen Form habe keine Zukunft, sagte Reddig.

Eine Reform, die das Rentenniveau nicht steigere und den Anstieg der Beiträge nicht wirksam bremse, wäre nach seiner Einschätzung nicht guten Gewissens zustimmungsfähig. Damit verbindet Reddig eine höhere Absicherung der Renten mit der Forderung, die Finanzierung dauerhaft zu begrenzen.

Pascal Reddigs Vorstoß fällt in eine Phase, in der die Bundesregierung mehrere Reformfelder gleichzeitig politisch vorantreiben muss. Im Zentrum steht dabei die Alterssicherung: Die von ihm verlangte Umsetzung eines Pakets der Rentenkommission bis Jahresende verbindet die Debatte über das Rentenniveau mit der langfristigen Entwicklung der Beiträge.

Die Forderung nach einer Abschaffung der Rente mit 63 zielt auf einen zentralen Konflikt der Rentenpolitik. Die Leistung ermöglicht einen abschlagsfreien früheren Ruhestand für bestimmte langjährig Versicherte, steht aber zugleich für die Frage, wie stark der Staat Anreize für längeres Arbeiten setzen soll. Eine Änderung würde deshalb nicht nur den Bundeshaushalt, sondern auch Beschäftigte mit langen Versicherungszeiten und Unternehmen betreffen.

Reformtempo wird zum Belastungstest

Reddigs Kritik richtet sich zudem gegen eine mögliche Lücke zwischen politischen Ankündigungen und konkreter Gesetzgebung. Für die Union ist das besonders relevant, weil die Junge Gruppe im Bundestag den Druck aus der eigenen Partei verstärkt und unpopuläre Entscheidungen ausdrücklich als Teil des Regierungsauftrags beschreibt.

Die politische Schwierigkeit liegt im angekündigten Reformpaket selbst: Eine Begrenzung des Beitragsanstiegs, ein stabiles Rentenniveau und der Verzicht auf zusätzliche Belastungen lassen sich nur schwer gleichzeitig erreichen. Je später Entscheidungen fallen, desto größer wird der Zeitdruck für Gesetzgebung, Abstimmung mit den Koalitionspartnern und Umsetzung.

Rente mit 63 bleibt Streitpunkt

Damit wird der Deutschlandtag der Jungen Union auch zu einem Termin für die innerparteiliche Erwartungskontrolle. Friedrich Merz muss dort nicht nur langfristige Ziele vertreten, sondern auch erklären, wann daraus konkrete Gesetze werden. Für Versicherte und Beitragszahler entscheidet sich an den weiteren Beratungen, ob die Reform vor allem Leistungen verändert, den Zugang zum Ruhestand neu ordnet oder die Finanzierung stärker absichert.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Focus: „Bei den Reformen passt sich Merz dem Tempolimit der SPD an“ (14.10.2026)

Der Beitrag setzt den Reformdruck in einen breiteren politischen Zusammenhang und nennt die schnelle Vorlage der Rentenreform sowie das Ende der Rente mit 63 als zentrale Forderungen. Damit bestätigt er die Stoßrichtung von Reddigs Vorstoß, bewertet das Reformtempo aber vor allem als Konflikt zwischen Union und SPD.

Deutschlandfunk: „14. Oktober 2026 - Die Presseschau aus deutschen Zeitungen“ (14.10.2026)

Die Presseschau greift ebenfalls die Forderung nach einem Ende der Rente mit 63 und einem Rentenpaket bis Jahresende auf. Der Schwerpunkt liegt dort auf der politischen Debatte in den Zeitungen; offen bleibt, wie die Koalition die unterschiedlichen Ziele bei Rentenniveau und Beiträgen verbinden will.

Übergreifend besteht Übereinstimmung beim Reformbedarf und beim Zeitdruck. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Einordnung des Problems: Im Vordergrund stehen entweder der innerparteiliche Druck auf Merz oder die Koalitionsfrage, wie ein konkretes Rentenpaket ausgestaltet werden kann.

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