Regierungssprecher Kornelius attackiert Umfrageinstitute nach Forsa-Tief
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 13:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSRegierungssprecher Stefan Kornelius hat angesichts weiter sinkender Umfragewerte von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharfe Kritik an der Arbeit von Meinungsforschungsinstituten geübt. Hintergrund ist eine aktuelle Erhebung des Instituts Forsa, das die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Arbeit des Kanzlers erfasst.
Kornelius stellt Seriosität häufiger Umfragen infrage
Man könne "jeden dritten Tag eine Umfrage hervorziehen", bei denen er infrage stelle, "wie sie vernünftig und seriös zustande kommen", sagte Kornelius am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur. Er verwies darauf, dass aus seiner Sicht keiner der Anbieter, die in dieser Frequenz neue Zahlen vorlegen, über ausreichende Finanzressourcen für entsprechend aufwendige Untersuchungen verfüge.
Vor diesem Hintergrund mahnte der Regierungssprecher zu mehr Zurückhaltung im Umgang mit solchen Erhebungen. "Also sollten wir vielleicht alle mal sehr vorsichtig mit diesem Instrument umgehen", sagte Kornelius weiter.
Aktuelle Forsa-Zahlen mit Allzeittief für Merz
Auslöser der Äußerungen ist eine jüngste Umfrage des Instituts Forsa für die Sender RTL und ntv. In dieser wöchentlichen Erhebung wurde ein neues Allzeittief bei der Zufriedenheit mit Bundeskanzler Merz festgestellt.
Nur noch zehn Prozent der Bundesbürger sollen demnach mit seiner Arbeit zufrieden sein. Das entspricht einem Rückgang um drei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche. Gleichzeitig gaben der Umfrage zufolge 88 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit des Kanzlers unzufrieden zu sein.
Debatte über Aussagekraft politischer Umfragen
Die Wortmeldung von Kornelius dürfte eine Debatte über die Aussagekraft und Häufigkeit politischer Umfragen neu befeuern. Während die Forsa-Zahlen einen deutlichen Vertrauensverlust gegenüber Merz anzeigen, stellt die Bundesregierung zumindest die Rahmenbedingungen und die Belastbarkeit solcher regelmäßigen Erhebungen zur öffentlichen Stimmung infrage.
Wie stark die aktuellen Umfragewerte die politische Agenda und die innerparteiliche Diskussion in der CDU beeinflussen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Kombination aus einem neuen Tiefpunkt bei der Zufriedenheit und offener Kritik an den Messinstrumenten selbst für zusätzliche Diskussionen im politischen Berlin sorgt.
Die deutliche Kritik von Regierungssprecher Stefan Kornelius an Meinungsforschungsinstituten fällt in eine Phase, in der die persönlichen Werte von Bundeskanzler Friedrich Merz in mehreren Erhebungen stark unter Druck stehen. Wenn ein Regierungssprecher öffentlich die Seriosität und Finanzierungsgrundlagen von Umfragen in Frage stellt, ist das ein ungewöhnlicher Schritt und zeigt die politische Nervosität über die Wirkung solcher Zahlen.
Umfragen als politisches Machtinstrument
Meinungsforschung spielt in der politischen Kommunikation eine zentrale Rolle: Regelmäßige Zufriedenheits- und Wahlabsichtswerte beeinflussen die öffentliche Wahrnehmung von Führungspersonen und können innerparteiliche Debatten über Kurs und Personal verstärken. Sinkende Zustimmungswerte für einen Regierungschef werden oft als Indikator für schwindendes Vertrauen und als Argument in strategischen Diskussionen genutzt, etwa über Reformtempo, Stil oder Prioritätensetzung.
Die aktuelle Forsa-Erhebung mit einem Allzeittief von nur zehn Prozent Zufriedenheit mit Merz markiert einen neuen Tiefpunkt und dürfte sowohl in der CDU als auch in der Koalition aufmerksam registriert werden. Dass Kornelius die Institute pauschal auf ihre Ressourcen und Methodik anspricht, kann als Versuch gelesen werden, die Deutungshoheit über die Lage zurückzugewinnen und die politische Relevanz einzelner Datenpunkte zu relativieren, ohne deren Existenz zu bestreiten.
Bedeutung für Öffentlichkeit und politische Debatte
Für Bürger stellt sich damit erneut die Frage, wie belastbar häufig veröffentlichte Umfragen sind und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen. Transparenz über Methoden, Stichprobengrößen und Auftraggeber ist entscheidend, um Vertrauen in Meinungsforschung zu sichern. Klar ist zugleich: Auch wenn einzelne Erhebungen im Detail diskutiert werden können, zeigt die Häufung negativer Zufriedenheitswerte, dass Merz aktuell mit Gegenwind in Teilen der Bevölkerung konfrontiert ist. Wie Regierung und Kanzler kommunikativ darauf reagieren, wird die politische Debatte der kommenden Wochen mitprägen.
