RB Leipzig, Hamburger SV

RB Leipzig überrollt HSV 5:0 – Demichelis kann aufatmen, Sorge um Ouédraogo

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 18:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

RB Leipzig feiert ein klares 5:0 gegen den Hamburger SV und verschafft Trainer Martin Demichelis nach zuvor zwei Niederlagen Luft. Überschattet wird der Erfolg von der erneuten Schulterverletzung des Nationalspielers Assan Ouédraogo.

  • Antonio Nusa (M) feiert sein Tor zum 2:0. - Bild: Jan Woitas/dpa
    Antonio Nusa (M) feiert sein Tor zum 2:0. - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Martin Demichelis stand nach zwei Niederlagen unter Druck. - Bild: Jan Woitas/dpa
    Martin Demichelis stand nach zwei Niederlagen unter Druck. - Bild: Jan Woitas/dpa
Antonio Nusa (M) feiert sein Tor zum 2:0. - Bild: Jan Woitas/dpa Martin Demichelis stand nach zwei Niederlagen unter Druck. - Bild: Jan Woitas/dpa

RB Leipzig hat den Hamburger SV am 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 5:0 besiegt und Trainer Martin Demichelis nach zwei Niederlagen deutlich entlastet.

Demichelis darf durchatmen, HSV unter Druck

Vor 47.800 Zuschauern kontrollierten die Sachsen die Partie gegen den Tabellenletzten von Beginn an und setzten sich mühelos durch. Der zuletzt stark kritisierte Leipziger Coach Martin Demichelis hatte nach dem 1:4 in Como und der Liga-Pleite in Bremen eine klare Reaktion und sogar einen Pflichtsieg eingefordert – seine Mannschaft lieferte. Beim HSV verschärft sich dagegen die Lage: Trainer Merlin Polzin musste bereits das zweite 0:5 in Serie hinnehmen.

Frühe Leipziger Führung und Gomis’ Premierentor

Leipzig setzte zunächst auf geduldigen Ballbesitz und legte sich den HSV zurecht. Die Gäste wirkten über weite Strecken harmlos und in der Defensive unsortiert, sodass die Führung nur eine Frage der Zeit war. Nach einer frühen Großchance traf Tidiam Gomis in der 17. Minute erstmals im Leipziger Stadion, nachdem er von Ezechiel Banzuzi mustergültig in Szene gesetzt worden war. Der zum Mittelstürmer umfunktionierte Linksaußen erzielte damit sein erstes Saisontor.

Nusa nutzt Abwehrfehler, Leipzig baut souverän aus

RB blieb überlegen und profitierte von weiteren Hamburger Fehlern. Nach einem Ballverlust des HSV im Spielaufbau erhöhte Antonio Nusa in der 28. Minute auf 2:0, der Norweger nutzte die Chance eiskalt. Leipzig kontrollierte das Geschehen weiter, während die Gäste kaum zu gefährlichen Aktionen kamen. Erst nach der Pause gelangen dem HSV die ersten Abschlüsse, doch Maarten Vandevoordt im Leipziger Tor blieb aufmerksam.

Sorge um Ouédraogo nach erneutem Schulterproblem

Überschattet wurde der Leipziger Erfolg von der Verletzung von Assan Ouédraogo. Der Nationalspieler musste nach einem Zweikampf mit Albert Grönbaek früh vom Feld und hielt sich die rechte Schulter. Bereits im August hatte er wegen einer Kapselverletzung an derselben Schulter gefehlt, nun droht ein weiterer längerer Ausfall. Damit steht auch ein Einsatz in den ersten Länderspielen unter Bundestrainer Jürgen Klopp in Frage.

Späte Leipziger Torserie mit Orban, Nkunku und Romulo

Als der HSV nach der Pause etwas mutiger wurde und zu Chancen durch David Møller Wolfe und Zakaria El Ouahdi kam, blieb Leipzig vor dem Tor deutlich effizienter. Abwehrchef Willi Orban erhöhte in der 72. Minute nach einer einstudierten Standardvariante, als er einen Freistoß von Antonio Nusa am langen Pfosten vollendete. Kurz darauf traf Christopher Nkunku nach einem Gegenstoß und feierte sein erstes Tor nach der Rückkehr mit einem roten Ballon für seinen Sohn. Den Schlusspunkt setzte Romulo, der nach einem Konter nach HSV-Einwurf zum 5:0 einschoss.

Deutliches Ergebnis mit Signalwirkung für beide Clubs

Der klare Sieg von RB Leipzig gegen den Hamburger SV markiert einen frühen Wendepunkt in der Bundesligasaison für beide Mannschaften. Für Leipzig bedeutet das 5:0 nach zwei Niederlagen in Folge eine spürbare Entlastung für Trainer Martin Demichelis. Eine solche Leistung mit fünf verschiedenen Torschützen deutet auf eine funktionierende Statik im Kader hin und stärkt intern wie extern das Vertrauen in den Coach. Zugleich setzt das Team ein Zeichen im Kampf um die vorderen Tabellenplätze, nachdem der misslungene Champions-League-Auftritt zuvor Fragen nach der Stabilität aufgeworfen hatte.

Krisenlage beim HSV und strukturelle Probleme

Beim HSV steht dagegen die zweite 0:5-Niederlage nacheinander sinnbildlich für eine schwierige Phase. Dass die Mannschaft erneut ohne eigenen Treffer blieb und sich zugleich eklatante Abwehrfehler leistete, verweist auf grundlegende Probleme im Defensivverhalten und in der Abstimmung. Wenn ein Team als Tabellenletzter mit einem derart hohen Ergebnis verliert, wächst der Druck auf Trainerstab und sportliche Leitung erheblich. Die öffentlichen Aussagen von Sportdirektor Claus Costa zu individuellen und gruppentaktischen Fehlern lassen erkennen, dass intern eine Analyse der Strukturen und Abläufe ansteht. Auch für die Fans des HSV signalisiert das Ergebnis, dass kurzfristige Korrekturen nötig sind, um einen längeren Krisenmodus zu vermeiden.

Verletzung von Ouédraogo und Auswirkungen auf Klub und Nationalteam

Die Schulterverletzung von Assan Ouédraogo hat über Leipzig hinaus Bedeutung. Der 20-Jährige war bereits im August wegen Problemen an derselben Schulter ausgefallen, sodass der erneute Rückschlag sportlich und medizinisch besonders heikel ist. Für RB Leipzig droht der Ausfall eines variablen und dynamischen Mittelfeldspielers, der sowohl im Ballbesitzspiel als auch im Pressing wichtige Rollen übernimmt. Zugleich könnte Bundestrainer Jürgen Klopp bei seiner ersten Kader-Nominierung auf den Nationalspieler verzichten, wodurch sich Optionen im Mittelfeld verschmälern. Vor diesem Hintergrund erhält der Leipziger Kantersieg einen ambivalenten Charakter: sportlich überzeugend, aber überschattet von der Sorge um einen zentralen Spieler.

Disclaimer...

de | politik | 70095773 |