RB Leipzig überrollt den HSV: Demichelis feiert 5:0-Befreiungsschlag, Sorge um Ouédraogo
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 18:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRB Leipzig hat den Hamburger SV am 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 5:0 besiegt und Trainer Martin Demichelis nach zwei Niederlagen spürbar entlastet.
Klare Antwort auf zuvor schwache Auftritte
Die Sachsen setzten sich vor 47.800 Zuschauern souverän gegen den Tabellenletzten durch und lieferten damit die geforderte Reaktion auf das 1:4 in der Champions League in Como sowie die Pleite in Bremen. Demichelis hatte den Heimerfolg zur Pflicht erklärt, Sportchef Marcel Schäfer hatte ihm vor der Partie demonstrativ den Rücken gestärkt.
Beim HSV dagegen wächst nach dem zweiten 0:5 nacheinander der Druck. Trainer Merlin Polzin muss eine erneute deutliche Niederlage verarbeiten, Sportdirektor Claus Costa sprach von individuellen Fehlern und gruppentaktischen Problemen.
Frühe Leipziger Führung und eklatante HSV-Fehler
Leipzig dominierte die Partie mit viel Ballbesitz und setzte den HSV früh unter Druck. Tidiam Gomis erzielte nach zwölf Minuten sein erstes Saisontor im Leipziger Stadion, nachdem er von Ezechiel Banzuzi mustergültig freigespielt worden war. Antonio Nusa erhöhte in der 28. Minute, nachdem Shafiq Nandja als letzter Mann den Ball im Aufbau verloren hatte.
Auch nach der Pause blieb RB spielbestimmend, während Hamburg trotz einzelner Abschlüsse am gut reagierenden Maarten Vandevoordt scheiterte. Die Defensive der Gäste leistete sich weiterhin einfache Fehler, aus denen Leipzig weitere Treffer entwickelte.
Verletzungsschock um Nationalspieler Ouédraogo
Überschattet wurde der Leipziger Erfolg von der Verletzung von Assan Ouédraogo. Der Nationalspieler musste kurz nach der Führung mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld, nachdem er sich in einem Zweikampf mit Albert Grönbaek die rechte Schulter hielt. Der 20-Jährige hatte bereits den August wegen einer Kapselverletzung an derselben Schulter verpasst, nun droht erneut eine längere Pause und das Verpassen der ersten Länderspiele unter Bundestrainer Jürgen Klopp.
Leipzig erhöht im Schlussabschnitt deutlich
In der Schlussphase schraubte RB das Ergebnis in kurzer Zeit nach oben. Abwehrchef Willi Orban traf nach einer einstudierten Standardvariante, als er einen Freistoß von Nusa am langen Pfosten vollendete. Kurz darauf erzielte Christopher Nkunku bei seiner Rückkehr das erste Tor und feierte es mit einem roten Ballon für seinen Sohn.
Den Schlusspunkt setzte Romulo, der nach einem Leipziger Konter im Anschluss an einen HSV-Einwurf das dritte Tor innerhalb weniger Minuten markierte. Der HSV blieb auch in dieser Phase defensiv anfällig, während Leipzig den Druck hoch hielt und den Sieg problemlos nach Hause brachte.
Klare Rollenverteilung im frühen Bundesligasaisonverlauf
Der deutliche Sieg von RB Leipzig gegen den Hamburger SV unterstreicht zu diesem Zeitpunkt der Saison die unterschiedliche Ausgangslage beider Clubs. Leipzig präsentiert sich nach dem Rückschlag in der Champions League und der Niederlage in Bremen als sportlich wie mental stabil, während der HSV mit zwei 0:5-Niederlagen in Folge in eine frühe Ergebniskrise rutscht. Für Trainer Martin Demichelis ist der Erfolg mehr als nur eine Momentaufnahme: Er zeigt, dass seine Mannschaft auf klare Vorgaben reagieren und auch unter Druck dominant auftreten kann.
Auf Seiten der Hamburger wirft das Ergebnis strukturelle Fragen auf. Individuelle Fehler und gruppentaktische Defizite, von Sportdirektor Claus Costa benannt, deuten darauf hin, dass Abstimmung und defensive Grundordnung noch nicht bundesligatauglich gefestigt sind. Zwei hohe Niederlagen nacheinander können in einem traditionsreichen Umfeld wie dem HSV rasch zu personellen Diskussionen führen, auch wenn die Saison noch jung ist. Für Trainer Merlin Polzin geht es nun darum, die Mannschaft spielerisch und mental zu stabilisieren und den Fokus auf defensive Kompaktheit zu legen.
Verletzung von Ouédraogo als Dämpfer für Klub und Nationalteam
Die Schulterverletzung von Assan Ouédraogo hat eine Dimension über den Klub hinaus. Der Nationalspieler hatte bereits den August wegen einer Kapselverletzung an derselben Schulter verpasst, sodass der erneute Rückschlag die Planungen von RB Leipzig und des Bundestrainers spürbar beeinträchtigt. Für Leipzig bedeutet ein längerer Ausfall den Verlust eines dynamischen Mittelfeldspielers, der dem Spiel Tempo und Tiefe verleiht. Gleichzeitig muss das Team nun erneut zeigen, dass der Kader groß genug ist, um den Ausfall zu kompensieren.
Aus Sicht der Nationalmannschaft ist der Zeitpunkt brisant, da Jürgen Klopp vor seiner ersten Kadernominierung steht und mit Ouédraogo ein bereits etablierter Spieler zu fehlen droht. Gerade in einer Phase, in der der neue Bundestrainer personelle und taktische Weichen für seinen Stil stellt, kann das Fehlen eines flexibel einsetzbaren Mittelfeldspielers die Optionen beschränken. Für Ouédraogo selbst ist die wiederkehrende Schulterproblematik auch langfristig von Bedeutung, weil sie seine Belastungssteuerung und die weitere Karriereplanung beeinflussen dürfte.
