GdP, Polizei-Personal

Polizei-Abwerbung: GdP kritisiert Hagel und Redmann

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Gewerkschaft der Polizei weist die Abwerbeaufrufe aus Brandenburg und Baden-Württemberg zurück. Zugleich verlangt sie klare Regeln, damit Polizisten leichter zwischen den Ländern wechseln können.

GdP kritisiert Abwerbung von Polizisten durch Innenminister
Gewerkschaft der Polizei (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert die Versuche der Innenminister von Brandenburg und Baden-Württemberg, nach den Landtagswahlen Polizisten aus Berlin und Sachsen-Anhalt abzuwerben. GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke bezeichnete Polizisten als „keine Schachfiguren der Politik und keine Trophäen im Wettbewerb der Innenminister“.

GdP warnt vor politischem Wettbewerb

Kopelke sagte den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“, innere Sicherheit sei „kein Social-Media-Projekt für Klicks und Reichweite“. Sicherheitsbehörden verlören Personal, Nachwuchs und wertvolle Zeit, wenn politische Akteure vor allem Aufmerksamkeit erzeugen wollten.

Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche nach dem Wahlerfolg der Linken in Berlin öffentlich an Polizisten in der Hauptstadt gewandt und sie zur Bewerbung in seinem Bundesland eingeladen. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) warb in dieser Woche auf Instagram um Polizei-Bewerber aus Berlin und Sachsen, die sich um die politische Zukunft in ihren Heimatländern sorgten.

Gewerkschaft fordert verlässliche Wechselregeln

Die GdP kritisierte die Aufrufe scharf, sprach sich aber zugleich dafür aus, den Wechsel von Polizisten zwischen den Bundesländern zu erleichtern und verbindlich zu regeln. Die bisherige informelle Verabredung der Innenministerkonferenz, Länderwechsel möglichst zu verhindern, funktioniere offensichtlich nicht mehr, sagte Kopelke.

Wenn Polizisten ihren Dienstherrn verlassen wollten, müssten Politik und Behörden die Gründe dafür ernst nehmen. Nach Ansicht der Gewerkschaft sollte der Länderwechsel damit nicht politisch instrumentalisiert, sondern transparent und verlässlich organisiert werden.

Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase, in der mehrere Länder nach Landtagswahlen um politische Stabilität, Sicherheitsfragen und ausreichend Personal für ihre Behörden ringen. Polizei ist dabei nicht kurzfristig ersetzbar: Ausbildung, praktische Erfahrung und Ortskenntnis entstehen über Jahre. Ein Wechsel kann deshalb für das aufnehmende Land attraktiv sein, zugleich aber Lücken beim bisherigen Dienstherrn verschärfen.

Die Aufrufe aus Baden-Württemberg und Brandenburg verbinden Personalgewinnung mit einer politischen Botschaft an Beamte in Ländern, deren künftige Regierungsbildung nach den Wahlen kontrovers diskutiert wird. Für Polizisten geht es bei einem Länderwechsel jedoch nicht nur um politische Rahmenbedingungen, sondern auch um Besoldung, Arbeitsbelastung, Karrierewege, Versetzungsregeln und private Bindungen.

Personalgewinnung und Länderwechsel

Die Forderung der GdP nach verlässlichen Wechselregeln weist auf ein strukturelles Problem hin: Wenn Länder Personal untereinander abwerben, verschiebt sich der Wettbewerb von der Nachwuchsgewinnung auch auf bereits ausgebildete Kräfte. Das kann kurzfristig Stellen besetzen, löst aber weder den Bedarf an Nachwuchs noch die Ursachen für Wechselwünsche.

Für die innere Sicherheit ist entscheidend, dass Polizeien dauerhaft ausreichend Personal halten und ausbilden. Eine transparente Regelung könnte Wechsel ermöglichen, ohne sie zum politischen Werbemittel zu machen. Zugleich dürften die Länder stärker daran gemessen werden, ob sie Arbeitsbedingungen schaffen, unter denen Polizisten langfristig bleiben.

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