Politische Spaltung, Forsa-Umfrage

Politische Spaltung: 86 Prozent sehen Deutschland geteilt

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
86 Prozent der Befragten nehmen eine politische Spaltung Deutschlands wahr. Zugleich unterscheiden sich die Parteianhänger deutlich darin, ob sie zwei ähnlich große Lager erkennen.

Parteianhänger bewerten Spaltung unterschiedlich

  • 86 Prozent der Befragten sehen Deutschland politisch gespalten.
  • 44 Prozent erkennen zwei etwa gleich große politische Lager.
  • Unter AfD-Anhängern liegt dieser Anteil bei 56 Prozent.
Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Forsa-Umfrage misst breite Wahrnehmung politischer Spaltung

Eine große Mehrheit der Deutschen hat den Eindruck, dass die Gesellschaft politisch gespalten ist. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hervor.

Nur 44 Prozent sehen zwei gleich große Lager

Demnach sehen 86 Prozent der Befragten eine politische Spaltung in Deutschland. Allerdings glauben nur 44 Prozent, dass sich die Gesellschaft ähnlich wie in den USA in zwei etwa gleich große politische Lager aufgeteilt hat.

32 Prozent sehen dagegen eine Spaltung zwischen einer kleinen Minderheit und einer großen Mehrheit. Lediglich 15 Prozent nehmen überhaupt keine politische Spaltung wahr.

AfD-Anhänger nehmen Zweiteilung am häufigsten wahr

Besonders verbreitet ist die Vorstellung zweier etwa gleich großer politischer Lager unter AfD-Anhängern. Von ihnen teilen 56 Prozent diese Einschätzung.

Unter den Anhängern von CDU/CSU sind es 46 Prozent, bei SPD-Anhängern 37 Prozent, bei den Grünen 38 Prozent und bei Anhängern der Linken 31 Prozent.

Die Zahlen beschreiben vor allem eine breite Wahrnehmung politischer Konflikte, nicht automatisch eine gleichmäßige Verteilung der politischen Kräfte. Dass 86 Prozent eine Spaltung sehen, während nur 44 Prozent von zwei ähnlich großen Lagern ausgehen, deutet auf unterschiedliche Vorstellungen darüber hin, was politische Spaltung bedeutet.

Ein Teil der Befragten versteht darunter offenbar einen Gegensatz zwischen einer kleineren Gruppe und einer größeren gesellschaftlichen Mehrheit. Diese Sichtweise kann politische Auseinandersetzungen als Konflikt um grundlegende Werte, Migration, soziale Sicherheit oder Vertrauen in staatliche Institutionen prägen, ohne dass sich daraus eine konkrete Mehrheitsverteilung bei Wahlen ableiten lässt.

Unterschiedliche Wahrnehmung nach Parteibindung

Die Unterschiede zwischen den Anhängern der Parteien zeigen, dass politische Lagerbildung auch von der eigenen politischen Position abhängt. Besonders häufig nehmen AfD-Anhänger zwei annähernd gleich große Lager wahr, während Anhänger der Linken diese Einschätzung deutlich seltener teilen. Bei den übrigen Parteien liegen die Werte dazwischen.

Für die politische Kommunikation ist das relevant: Wenn Bürger dieselben Konflikte unterschiedlich als Lagerkampf, Minderheitenkonflikt oder gar nicht als Spaltung bewerten, erschwert das gemeinsame Problemlösungen. Die Umfrage macht damit weniger eine feste gesellschaftliche Zweiteilung sichtbar als ein verbreitetes Gefühl politischer Distanz und Konfliktintensität.

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